LebensQualität generell (2)

Die folgenden Texte bilden jeweils die subjektive Ergänzung zu den im Kapitel „Denk-Bar“ allgemeinen Ausführungen über den Leit-Wert Lebensqualität. Ihr Sinn wird wie folgt begründet:
Ergänzender Standort

Vor Jahrzehnten habe ich einer Forschungsarbeit über politisch aktive Gruppen ein paar Bemerkungen zu meinem eigenen politischen Standort vorangestellt, weil ich fand, die Leserinnen und Leser hätten ein Anrecht darauf zu erfahren, von welcher Perspektive aus jemand ein Thema betrachtet. Das kam bei den damaligen Forschungs-Oberen gar nicht gut an, Wissenschaft sei schließlich objektiv, und da hätten subjektive Betrachtungen nichts zu suchen.
Die Jahrzehnte haben nicht genügt, mich von meiner Überzeugung abzubringen. Diese ist im Gegenteil noch gewachsen: Persönliche Erfahrungen bestimmen Färbung und Krümmung der Brille, durch die wir die Welt betrachten. Oder anders formuliert: Theorie und Praxis sind ineinander verflochten.
Das gilt natürlich ganz besonders für das Thema Lebensqualität. Theoretische Betrachtungen dazu sind schön und gut und sogar nützlich, denn es braucht einen gewissen Grad an Abstraktion, um das Thema für viele Menschen mit ganz unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zugänglich und verständlich zu machen. Deshalb finden Sie im Hauptteil jeweils die nach meiner Meinung überpersönlich gültigen und bedeutsamen Überlegungen über den Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualität, und wie wir ihn gemeinsam schaffen.
Gleichsam als Ergänzung dazu finden Sie jeweils in dieser Rubrik bewusst subjektiv und persönlich gefärbte Berichte über meine Erfahrungen mit Lebensqualität. Sie werden diese Erfahrungen nicht eins zu eins auf Ihr eigenes Leben übertragen können, aber vielleicht teilen wir die eine oder andere Erfahrung, und manchmal kann es auch ganz amüsant sein, von anderen zu lernen, wie man es ganz bestimmt nicht machen sollte…
Wie Sie in beiden Teilen sehen werden, ist Lebensqualität für mich theoretisch wie praktisch ein zentrales Lebensthema. Und weil ich mich damit so lange und so intensiv beschäftigt habe, wage ich in ganz unschweizerischer Unbescheidenheit die Behauptung, ich hätte dazu einiges zu sagen. Allerdings nicht als Spezialist, sondern als Generalist. Man wird dem faszinierenden Thema Lebensqualität nicht gerecht, wenn man sich nach Art der Spezialisten in ein Einzelthema vertieft und verbeißt. Stattdessen geht es um Über- und Weitblick, also um die Betrachtungsweise eines Generalisten.
Mit meinem Alter irgendwo in der zweiten Hälfte Fünfzig hatte ich auch, ganz ohne mein Verdienst, die Möglichkeit, die dynamische Seite von Lebensqualität kennen zu lernen. Was Lebensqualität ist und was sie bedeutet, ist nicht starr und unverrückbar, weder auf der persönlichen noch auf der kollektiven Ebene. Und so habe ich die reifende Lebensqualität entdeckt, die Tatsache, dass sich Lebensqualität mit zunehmendem Alter nicht nur verändert, sondern auch verbessert.
Und genau diese tröstliche Botschaft möchte ich Ihnen fortan an dieser Stelle erläutern und belegen….