Bücher: EigenSinn macht Sinn
Der eigentliche Sinn kann nur im Eigenen liegen…
| Umfang | 124 Seiten |
| Bild-Seiten | 31 farbige Photographien von Andreas Giger |
| Format | 135 x 215 mm / Paperback |
| Gewicht | 0,190 kg |
| Erscheinungsjahr | 2007 |
| Verlag | Books on Demand GmbH, D-Norderstedt |
| ISBN | 978-3-8334-9226-6 |
| Preis | CHF 25.00 / € 15.00 |
| Bestellung | im spirit.ch-Shop |
| Leseproben | nachfolgend Kapitel 1 |
| Besprechungen | im Anschluss an die Leseprobe |

Ziemlich eigensinnig sei mein Tun, sagte vor vielen Jahren eine sehr wohlerzogene Freundin zu mir, und Stimmlage und Mimik sprachen dabei Bände: Eigenwillig, ja, das ginge gerade noch durch, aber eigensinnig ist ein bisschen zu viel, ist schon ziemlich eigenartig und damit auch etwas verdächtig.
Doch vielleicht war da auch eine Spur von Neid dabei. Immerhin haben schon vor langer Zeit die Herausgeber einer Sammlung von Texten von Hermann Hesse über „Individuation und Anpassung“ den schönen Titel „Eigensinn macht Spaß“ gegeben. Was, auch in meinen Augen, doch sehr für dieses rätselhafte Wesen namens EigenSinn spricht.
Im Laufe vieler Jahre habe ich dieses Wesen besser kennen gelernt, in mir und in vielen Menschen um mich herum, und dabei immer mehr Hochachtung und Respekt vor ihm erworben. Dies, obwohl EigenSinn keineswegs immer Spaß macht.
Aber Sinn. Und zwar ebenso für die einzelnen Eigensinnigen wie für Gesellschaft und Wirtschaft. Es ist deshalb Zeit, ein Lob des EigenSinns zu singen. Das will ich in diesem Buch tun, in einer eigensinnigen Mischung aus Innen- und Gesamtschau, angereichert durch eigensinnige eigene Bilder. Weil EigenSinn Zukunft hat.
Vielleicht ist es ja wirklich zu eigensinnig, ausgerechnet ein Buch über EigenSinn schreiben zu wollen. Jedenfalls von den Marktchancen her gesehen. Eben habe ich mir die ersten Ergebnisse einer von mir selbst durchgeführten Umfrage angesehen. Und demnach steht fest: EigenSinn ist alles andere als ein heißer Wert.
Natürlich gibt es ausnahmsweise Menschen, die sich vom Reizwort EigenSinn dennoch angezogen fühlen. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, gehören offenbar dazu. Doch wenn ich danach ginge, welche Reizworte als heiß empfunden werden, das heißt, auf breitere Akzeptanz stoßen, dann hätte es selbst in der engsten sprachlichen Verwandtschaft von EigenSinn wesentlich aussichtsreichere Kandidaten gegeben. Eigenständigkeit etwa. Oder Eigenverantwortung.
Damit Sie diese Einschätzung besser verstehen können, muss ich etwas ausholen. Und dabei beginnen mit meinem Faible für Reizworte.
Worte, so befindet der Volksmund, sind Schall und Rauch. Das stimmt sicher oft auch. Doch manchmal können einzelne Worte den Zugang zu ganzen Welten eröffnen. Etwa zu den Welten unserer Welt- und Menschenbilder. Oder zu den Welten unserer Werte. Nicht ohne Grund liegen die beiden Begriffe „Wort“ und „Wert“ nahe beieinander. Komplexe Vorstellungen über unsere Werte verdichten wir oft in einem einzigen Wort.
Werte aber werden je länger je mehr was wert. Und zwar deswegen, weil Werte die oberste Instanz unseres inneren Orientierungssystems bilden, nach dem wir unser Verhalten ausrichten. Wenn es um die Frage geht, warum wir etwas tun, sind Werte deshalb im Zweifelsfall wichtiger als bloße Meinungen oder Überzeugungen.
Weil mich die Frage, wie Menschen ticken, immer schon interessiert hat, war es unvermeidlich, dass ich eines Tages auf das Thema Werte stieß. Man muss die Werte der Menschen — und deren Wandel — verstehen, wenn man wissen will, was in den tieferen Schichten gesellschaftlicher Entwicklungsströme läuft.
ªMögest du in spannenden Zeiten leben!´ Im alten China war das eine Verwünschung. Doch ob Fluch oder Segen — wir Heutigen leben ohne Zweifel in spannenden Zeiten, also in Zeiten des Umbruchs und des Wandels. Und verlieren dabei leicht den Überblick.
Augenfällig ist der Wandel zunächst in der Außenwelt: Wohin die geopolitische Weltlage driftet, weiß niemand so genau. In der Arbeitswelt ist flexible Anpassung an gewandelte Anforderungen und Situationen zur überlebenswichtigen Tugend geworden. Von den Techniken und Geräten ganz zu schweigen, mit denen umzugehen wir immer wieder neu lernen müssen.
Weit weniger augenfällig ist es für die meisten Beobachter der Zeitläufe, dass auch in unserem Inneren Prozesse der Wandlung stattfinden, und zwar in zentralen Bereichen. Es geht dabei um Identität (wer bin ich?), um Orientierung (wonach soll ich mein Leben ausrichten?) und um Sinn (wozu bin ich da?). Diese Fragen stellen sich in unseren Zeiten des Wandels deshalb neu, weil die alten Gewissheiten bei ihrer Beantwortung in alle Winde zerstoben sind. Kein Kaiser und kein Papst mehr können diese Fragen für uns beantworten, wir sind damit, wie man so hübsch sagt, ganz auf uns selbst geworfen.
Womit wir oft ganz schön allein sind. In unseren Medien haben solche Fragen höchstens am Rande Platz. Das erweckt den Eindruck, wir, denen uns die Themen rund um Identität, Orientierung und Sinn ein Herzensanliegen sind, seien mit diesem Interesse und Engagement Außenseiter, seltsame Zeitgenossen, die sich mit abseitigen Dingen beschäftigen statt mit den nahe liegenden Problemen; also alles in allem reichlich eigenartige Wesen.
Gut, manchmal tauchen in unserer Umgebung ähnlich Gesinnte auf, und wir merken, dass wir doch nicht ganz allein sind mit unserer Wahrnehmung, es gäbe neben dem äußeren auch so etwas wie einen inneren Wandel. Wobei der Austausch mit anderen Fragenden und Suchenden in der Regel auch nur einen Eindruck bestätigt, den wir schon beim Blick in unser eigenes Inneres gewonnen haben: Dieser innere Wandel ist fast noch chaotischer und undurchschaubarer als der äußere.
Gegenüber dieser allgemeinen Verunsicherung darüber, wohin der innere Wandel läuft, bin ich als Zukunfts-Philosoph in einer privilegierten Lage. Es steht mir genug Aufmerksamkeit und Muße zur Verfügung, um mir einen Überblick darüber zu verschaffen, was da abläuft. Zudem gibt es für mich neben den allgemein zugänglichen Wissensquellen einen Dialogpartner, der immer wieder wertvolle Einblicke in den inneren Wandel ermöglicht: SensoNet, ein Netz von einigen hundert zukunfts-sensiblen Menschen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, die gleichsam das Sprachrohr der Bewusstseins-Elite bilden.
Die Bewusstseins-Elite ist eine ganz und gar unelitäre Elite, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sich frühzeitig bewusst mit Themen und Fragen beschäftigt, die noch nicht auf der allgemeinen Tagesordnung stehen, aber in der Logik der evolutionären Entwicklung liegen. Die Bewusstseins-Elite ist also eine Art Frühwarnsystem für Entwicklungen, die in der Luft liegen, ohne schon klare Konturen zu zeigen. Dazu gehören ganz zentral der innere Wandel und die darum herum kreisenden Fragen nach Identität, Orientierung und Sinn.
Wenn ich also wissen will, ob eine meiner Vermutungen über diese inneren Wandlungsprozesse einfach nur eine abgehobene Spinnerei von mir ist, oder ob sie draußen im gesellschaftlichen Sauerteig eine Resonanz findet, dann frage ich einfach SensoNet als Sprachrohr der Bewusstseins-Elite. Heraus kommt dann beispielsweise eine „Hitparade der heißen Werte“: Ich lege SensoNet eine Reihe von Reizworten vor, das jedes für einen Wert steht, und frage nach dem Muster des einfachen Kinderspiels, ob dieses Reizwort als kalt, warm oder heiß empfunden wird.
Dabei nun ergab sich die eingangs erwähnte Ernüchterung. Während die Reizwort Eigenständigkeit und Eigenverantwortung von großen Mehrheiten als heiß empfunden wurden, galt dies im Falle von Eigensinn nur für eine ziemlich kleine Minderheit — innerhalb der Minderheit der Bewusstseins-Elite wohlverstanden.
Vermutlich hat genau das meinen eigenen EigenSinn verstärkt. Denn während mich das Thema der Reizworte schon eine ganze Zeit lang reizte, hat sich in den letzen Jahren der Reiz von umstrittenen Reizworten verstärkt, was man an meiner Buchproduktion ablesen kann. Zunächst habe ich mich mit weit herum akzeptierten Reizworten wie Werte und LebensQualität befasst.Reife war demgegenüber ein weniger heißer Wert, der aber eine klar aufsteigende Tendenz zeigt.
Dann habe ich mich einem Wert zugewandt, der bislang eher ein Mauerblümchendasein fristete, nämlich Zufriedenheit, die gegenüber ihrem Geschwister Glück doch als eher betulich und unsexy gilt. Dass dies eine Unterschätzung eines wertvollen Werts ist, hat die Bewusstseins-Elite immerhin erkannt, auch bei Zufriedenheit geht die Tendenz klar nach oben.
Klar war mir auch früh, dass ich mich mit der Begriffsbildung Bewusstseins-Elite in ein Wespennest setzen würde. Zu sehr weckt der Begriff der Elite — zumindest im deutschsprachigen Raum — noch Ablehnung und Misstrauen, als dass ein solches Wort auf ungeteilte Zustimmung stoßen könnte. Elite ist ein Reizwort im doppelten Sinne: Es strahlt seine Reize aus, und es kann reizen bis aufs Blut.
Und eben das reizt mich. Nach meinen Beobachtungen stecken genau in Worten, die reflexartige Abwehrreaktionen auslösen, oft ungeahnte Potenziale. Das gilt für die Bewusstseins-Elite. Und es gilt auch für EigenSinn.
Grund genug für mich also, trotz des zunächst im Wortsinne kühlen Empfangs des Reizworts EigenSinn durch die Bewusstseins-Elite, mich diesen Potenzialen zuzuwenden. Und dafür muss eine Perspektive gewählt werden, die über eine flüchtige Momentaufnahme hinaus reicht.
Dass man mit Momentaufnahmen einen Prozess tief greifenden Wandels kaum wirklich verstehen kann, versteht sich von selbst. Bei Wandlungsprozessen geht es nicht so sehr um die punktuelle Wahrnehmung eines aktuellen Seins, als vielmehr um den Überblick über das ganze Werden, was es erforderlich macht, nicht nur die aktuelle Gegenwart ins Auge zu fassen, sondern auch Vergangenheit und Zukunft einer Entwicklung.
Eines kann ich als Ergebnis meiner Beobachtungen und Analysen vorweg nehmen: Der innere Wandel läuft auf eine starke Aufwertung von EigenSinn hinaus.
Vermutli c h haben Sie es ja schon geahnt: Antworten auf die Fragen nach Identität, Orientierung und Sinn finden Sie nur in Ihrem Inneren, und zwar dort, wo Ihr einzigartiges und unverwechselbares Eigenes zu finden ist. Und Sie haben vermutet, dass nur Sie selbst dem Ganzen einen Sinn geben können, ja, dass der eigentliche Sinn nur im Eigenen liegen kann — im EigenSinn. Diese Ahnung könnte durch dieses Buch zur Gewissheit werden.
ªDie Zukunft gehört den Eigensinnigen´. Um für diese Gewissheit, die es bisher nur auf der Ebene des Gefühls gab, überzeugende Gegenstücke auf der Ebene des Denkens zu finden, müssen wir den Horizont etwas weiter spannen. Da Zukunft Herkunft braucht, fragen wir uns zunächst, aus welchen Quellen sich die Entwicklungsströme speisen, die EigenSinn zu einem wertvollen Wert machen. Und entdecken, dass EigenSinn tatsächlich einer inneren Logik der (kulturellen) Evolution entspricht.
Danach fragen wir uns, was EigenSinn eigentlich ist, was ihn ausmacht und auszeichnet, was er mit LebensSinn zu tun hat, aus welchen inneren Quellen er sich speist und wie er sich pflegen lässt.
Schließlich werfen wir einen doppelten Blick in die Zukunft. Wir fragen uns, welchen persönlichen Nutzen EigenSinn bringt — und welchen gesellschaftlichen, also durchaus auch wirtschaftlichen. So viel vorweg: EigenSinn wird in Zukunft persönlich wie wirtschaftlich so wertvoll sein, dass Europa nicht darum herum kommen wird, seine Kultur des EigenSinns bewusst weiter zu entwickeln.
Übrigens: Ich habe diese Kernthesen des Buches natürlich auch meiner Resonanzgruppe (SensoNet) vorgelegt. Ergebnis: überall mehrheitliche Zustimmung. Diese ist allerdings durchgängig nicht vollständig oder gar enthusiastisch, dafür stecken einfach zu viele Ambivalenzen in diesem Thema.
Das äußert sich schön in der einzigen These, zu der es fast vollständige Zustimmung gab: Auch EigenSinn ist eine Frage des richtigen Maßes. Kein Zweifel: Übertriebener EigenSinn kippt leicht in Sturheit. Diesem Thema werden die abschließenden Bemerkungen in diesem Buch gewidmet sein. Zuvor jedoch möchte ich den teilweise noch unbekannten Potenzialen nachgehen, die im Wert EigenSinn stecken. Ich tue dies auch aus eigenem Interesse, weil für mich der Satz uneingeschränkt gilt, der von SensoNet die zweithöchste Zustimmungsrate erhielt: Ich habe lieber Eigensinnige um mich herum als Konformisten.
Weil EigenSinn viel mit Introspektion, also mit dem Blick in das eigene Innere, zu tun hat, stelle ich an den Anfang jedes Kapitels ein paar persönliche Bemerkungen. Und weil sich EigenSinn mit Sprache nicht vollständig erfassen lässt, findet sich ebenfalls am Anfang jedes Kapitels ein Bild aus meiner aktuellen Foto-Produktion, das einen zusätzlichen Weg zum jeweiligen Thema eröffnen kann.
Als Chronist und Analytiker des inneren Wandels stellen sich für mich durchgängig zwei Fragen: Was treibt die Menschen in ihrem Innersten an — und somit auch mich? Und: Worauf läuft das Ganze hinaus? Auf welchen Punkt in der Zukunft, auf welchen „Attraktor“, fließen die Entwicklungs-Ströme hin? Auf beide Fragen ist „EigenSinn“ eine gute Antwort. Nicht die einzige natürlich, aber eine wichtige. Den Eigensinnigen gehört tatsächlich die Zukunft. Und EigenSinn macht tatsächlich Sinn.
Lohnt es sich für Sie, sich auf das gedankliche Abenteuer EigenSinn einzulassen? Ja, solange Sie sich bewusst sind, dass solche Gedankenspiele zwar wertvolle Impulse und Anregungen zur Pflege Ihres eigenen EigenSinns liefern können, diese aber nicht ersetzen. Ich fürchte, für die Pflege Ihres eigenen EigenSinns kommt niemand in Frage außer Ihnen selbst…
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen anregende und vergnügliche Lektüre und ein gedeihliches Wachstum Ihres sinnvollen, weil einzigartigen eigenen EigenSinns.
Wald (Appenzellerland/Schweiz), im Winter 2006/07
Ihr Andreas Giger
Wenn Ihnen dieses Muster gefallen hat, und Sie das ganze Buch möchten, bestellen Sie es am einfachsten im spirit.ch-Shop
Besprechungen:
Andreas Giger hält in diesem Buch ein vehementes Plädoyer für den Eigensinn.
Ein beinahe wagemutiges Unterfangen, bedenkt man den, eher negativen, Ruf, der dieser Charaktereigenschaft allgemein anhaftet; u. a. Starrsinn, Egoismus, Intoleranz.
Hier aber ist der Eigensinn in seinem wörtlichen Sinn gemeint, nämlich der Sinn für das (Ur-) Eigene, als Mittel zur Individualisierung, ohne den Ausschluss von Schnittpunkten mit anderen eigensinnigen Individuen.
Was bisher (oftmals durch hierarchisch angelegte Systeme) angestrebt wurde, war das nahtlose Einfügen des Einzelnen in ein übergeordnetes, gesetzgebendes Gesellschafts- oder auch Glaubensmodell.
Diese Modelle sind im 21. Jahrhundert überholt.
Das einzelne Individuum mit seinen ureigenen Genen, Talenten, Denkvorgþngen und Erinnerungen, die sich ständig weiterentwickeln und neu orientieren, tut gut daran, so Andreas Giger, diese zu erkennen und sie als Basis für das eigene, eigensinnige Lebenskonzept zu verwerten. Nur so wird der Mensch authentisch und kann seine spezifischen Leistungen sich Selbst, der Gesellschaft und nicht zuletzt auch der Wirtschaft zu Nutze machen.
Mit eingängigen Beispielen aus der Evolution, sowie persönlichen Erfahrungswerten und Beobachtungen begründet Andreas Giger seine These, und macht dem Leser Mut und Lust sich auf den, nicht ganz leichten, Weg zum eigenen Eigensinn zu begeben.
Claudia Sybilla Niedworok / Diplomierte Grafik-Designerin/Illustratorin & selbstständige Trendforscherin / D-42551 Velbert
Zuerst denke ich, eigensinnig ist doch eigentlich ein negativ besetztes Wort. Daher bin ich besonders neugierig, mehr darüber zu erfahren. Ich möchte wissen, wie andere darüber denken? Ist es richtig, dass ich mir denke, ein gewisses Mass an Eigensinn(igkeit) ist gut und wichtig für mich?
Genau deshalb frage ich bei Hr. Giger um dieses Buch an. Und?
Es gibt mir Antworten auf meine Fragen und noch einiges mehr!
Der Autor untersucht das Phänomen Eigensinn und bestärkt mich in meinem Glauben, du selbst musst mit dir im Reinen sein. Es ist ok, wenn du nach Differenzierung strebst. Hr. Giger stellt auch gute Verbindungen zu gesellschaftlichen Gegebenheiten her, wie z.B. den Schönheitswahn in allen Medien, oder geiz ist geil, oder macht Geld wirklich glücklich und vielem mehr.
Er hilft mir beim Strukturieren und Einordnen von Sinn im Allgemeinen und auch im Speziellen auf mich selbst bezogen. Jeder, der sich mit diesem Thema auseinandersetzen will oder muss, ist mit der Lektüre dieses Buches gut beraten. Sei es im Sinne von Bestärkung oder Weiterführung der eigenen Gedanken oder im Sinne des Kennenlernens einer neuen Sichtweise.
Dr. Edmund Hipfl
XXXL-Personalentwicklung, Oberösterreich
Eine ganz persönliche Anmerkung:
Letzthin hat es in meinem EigenChaos Ihr Buch EigenSinn obenauf geschwemmt. Und so landete es bei meiner Bettlektüre – Bücher, die ich abends eigensinnig wild durcheinander lese – und schliesslich in meine Hände. Und was ich da lese ist nicht nur sehr amüsant und süffig geschrieben, sondern es kommt mir auch bekannt und teils sehr bekannt vor und auf jeden Fall widerhallt es ständig in meinem Eigenen Inneren! Ja, es hat mich jetzt so in seinen Bann gezogen, dass ich schon nachts, wenn ich von einem eigensinnigen Traum oder Gedanken geweckt werde, mit ihm heimlich aus dem Ehebett schleiche, um mich auf der Wohnzimmercouch genüsslich seiner Lektüre hinzugeben. Leider bin ich bald auf der letzten Seite, aber Sie haben ja noch andere Bücher geschrieben … Also auf jeden Fall bin ich froh, dass Sie den EigenSinn so gründlich hinterfragen und mir damit die Erlaubnis geben, auch eigensinnig sein zu dürfen. Das hat bei mir grosse Befreiung ausgelöst und einiges geklärt, was noch etwas unschaft in meinem Bewusstsein herum geisterte. So habe ich z.B. verstanden, was ich mit meinem „Forum für werte-orientierte Persönlichkeitsentwicklung“ macht, nämlich Platz für Eigensinn. Vielleicht sollte ich es umtaufen in „Forum für EigenSinn“ oder so … Ich bin auf jeden Fall mit Ihnen einverstanden: Eigensinn wird die innere Haltung der Zukunft sein! Denn wer eigensinnig ist, lässt sich nicht mehr manipulieren – deshalb wurde ja Eigensinn so lange gesellschaftlich geächtet, aber ich wiederhole ja nur, was Sie in Ihrem Buch schon selber gesagt haben. Auf jeden Fall ganz herzlichen Dank für Ihr Geschenk, als signiertes Buch und als Meme! Ich merke gerade, wie ich das schreibe, dass Ihre Meme sich in meinem eigensinnigen Inneren rasend schnell ausdehnen und …. ohhh …..wow ….. huch ….
Ruth Bütikofer Schwalbe, www.soft-marketing.ch / www.enemu.ch
Menschen, die sich nicht mehr äusseren Autoritäten oder einem kollektiven „man“ unterwerfen, werden auf sich selbst geworfen. Eine Welt der Freiheit und des inneren Wandels eröffnet sich. Es geht dabei um Identität (wer bin ich?), um Orientierung (wonach soll ich mein Leben ausrichten?) und um Sinn (wozu bin ich da?). Wer sich auf die Herausforderung einlässt, diese Fragen für sich selbst und aus dem einzigartigen und unverwechselbaren Eigenen zu beantworten, landet unweigerlich beim EigenSinn.
Der Autor stellt zunächst dar, aus welchen Quellen sich die Entwicklungsströme speisen, die EigenSinn zu einem wertvollen Wert machen. Hier wird die These vertreten, dass EigenSinn einer inneren Logik der kulturellen Evolution entspreche.
Danach fragt der Autor, was den EigenSinn auszeichnet, was er mit LebensSinn zu tun hat, aus welchen inneren Quellen er sich speist und wie er sich pflegen lässt.
Schliesslich wird ein doppelter Blick in die Zukunft geworfen. Es geht dabei um die Frage des persönlichen und des gesellschaftlichen Nutzens des EigenSinns.
Da EigenSinn viel mit Introspektion zu tun hat, stellt der Autor an den Anfang jedes Kapitels ein paar persönliche Bemerkungen und ein Bild aus seiner aktuellen Foto-Produktion.
Der Autor bleibt seiner Darstellung des Themas „EigenSinn“ treu. Er gibt Impulse und Anregungen zur Pflege des eigenen EigenSinns. Seine Gedanken können die Suche und die Pflege des persönlichen EigenSinns nicht ersetzen. Der Leser wird eingeladen und es wird ihm Mut gemacht, den Weg des eigensinnigen Wachstums zu suchen und fortzusetzen. Für das Wachstum des unverwechselbaren und individuellen EigenSinns sind alle Eigensinnigen und diejenigen, die es (noch mehr) werden wollen, selber verantwortlich. Sonst wird es kein EigenSinn.
Andreas Bächtold
Für Konformisten strengstens untersagt!
… denn sie könnten Gefahr laufen, zum Non-Konformismus überzutreten durch diese Anleitung zur Verwirklichung des EigenSinns (nicht zur Rechthaberei oder zur Sturheit). Es macht Sinn, dem eigenen EigenSinn auf leicht verständliche und humorvolle Weise mit einer Reise ins eigene Innere nachzugehen – Antworten auf die Fragen nach Identität, Orientierung und Sinn finden Sie nämlich nur dort.
Wer diesen Weg geht, wird für seine Mühen und Strapazen – denn ohne die geht es nicht – doch reichlich belohnt. Den Eigensinnigen gehört die Zukunft, ja sie sind unabdingbar für die Zukunft des Westens – und eine logische Folge der Entwicklung seit der Aufklärung: vom Individualismus zum Soft-Individualismus (hat Teilhard de Chardin doch Recht?).
Elisabeth Sinz-Müller, Bern
Zählt man sich selbst zu den „Eigensinnigen“ (warum auch immer), dürfte man ein Buch, das unter dem Titel „EigenSinn macht Sinn“ daher kommt, mit besonderer Neugier in die Hand nehmen. Um dann schon nach wenigen (von insgesamt schlanken 118) Seiten zu bemerken, dass der Verfasser sein Thema auf ziemlich „eigensinnige“ Art angeht.
Vor geraumer Zeit hatte ein damals gut bekannter deutscher Publizist und TV-Moderator (Josef Kirschner) mit seinem Buch „Die Kunst, ein Egoist zu sein“ einen Trend vorweg genommen, der inzwischen an Kontur und Gewicht zumindest in den westlichen Gesellschaften kraftvoll zugelegt hat.
Andreas Giger, promovierter Sozialwissenschafter und in der Folge immer ausgeprägter ein eigensinniger Zukunftsphilosoph, zögert nicht, im kultivierten und massvoll gelebten EigenSinn einen zentralen Wert sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaften der „Globalisierten Welt“ zu erkennen.
Zur Begründung und Veranschaulichung seiner These holt der Verfasser weit aus (ohne deswegen weitschweifig zu werden). Es gehöre zum „Drang der Evolution“, eine stets wachsende Vielfalt von Unterschieden auf allen Stufen des Lebens hervorzubringen. Die Entwicklung des homo sapiens hat diesen Prozess dramatisch beschleunigt, indem er dem biologisch-genetischen Potenzial der Natur die Begabung zur Sprache und zum Denken hinzu fügte. Seither folgt die Menschheit dem Pfad einer unablässigen Differenzierung, die bis zur Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit unserer Fingerabdrücke hinführt.
Giger verfolgt den Werdegang der Individualisierung durch die abendländische Geschichte, von der griechisch-römischen Antike über die Renaissance, die Aufklärung, die kapitalistische Industrialisierung bis in die konsumgesellschaftlichen Entwicklungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei hat sich nicht nur eine äusserliche Differenzierung der Lebens- und Konsumgewohnheiten ausgebreitet; die Stossrichtung ging – und geht weiterhin – zur Entdeckung und Entfaltung „des Eigenen“ (focus on self) und ebenso zur Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens.
„EigenSinn ist die Antriebskraft von Selbstverwirklichung, und sich selbst verwirklichen kann nur, wer weiss, um wen es sich bei diesem Selbst handelt. Selbsterkenntnis wiederum meint genau das: sein Eigenes zu entdecken und immer besser kennen zu lernen.“ (S. 44)
Die vom Verfasser regelmässig durchgeführten Befragungen (SensoNet) belegen recht eindeutig, dass es dabei nicht um „Egoismus“ – im Sinne von Selbstdurchsetzung – geht, sondern um ein geschärftes Bewusstsein jener Werte in uns selbst, die unsere Lebenskompetenz und –Qualität begründen. Ziel sei ein „authentisches Ich“, den eigenen Ressourcen vertrauend, aber auch glaubwürdig und verlässlich im zwischenmenschlichen Umgang.
In gleichsam munteren Denkschritten wandert Andreas Giger der Frage entlang, was den „Sinn des Lebens“ ins uns nährt. Und siehe da: Auf Englisch wie auf Französisch heisst Sinn „sense“, und mit „Sensibilität“ meinen wir die gesteigerte Fähigkeit, wahrzunehmen und zu empfinden, das heisst „gespürig“ zu sein. Im Deutschen wiederum bedeutet Sinn ursprünglich „Gang, Reise, Weg“ – ein Wissen um den Weg, auf den man sich begibt. Der Zugang zum „Lebenssinn“ liegt hier nahe. Orientierung, Identität und Sinnfindung erscheinen als „magische Trias“.
Da sich aber dieser Lebenssinn nur aus dem ganz persönlichen, individuellen Weg herleitet (und nicht aus einer vorgegebenen Ethik welcher Art auch immer), wird er logischerweise zum EigenSinn.
„Wer seinen eigenen Weg geht, dem wachsen Flügel“, dieser Zen-Weisheit ordnet Giger eine Sequenz höchst anregender Gedanken zum Verhältnis zwischen Alleinsein und Bezogenheit (auch zwischen Freiheit und Abhängigkeit) zu. Hier wird noch einmal deutlich, dass EigenSinn weder mit Ego-Trip noch mit eremitischem Rückzug aus der Welt gleichzusetzen ist. Eigensinnige suchen und wagen den Austausch mit andern Eigensinnigen; sie suchen und brauchen Resonanz, ein Schwingen auf gemeinsamen Wellenlängen. Das Stichwort dafür heisst „Vernetzung“, nicht „Mitgliedschaft“. Sich selbst entwickelnde Netze liegen ganz in der Logik des EigenSinns. Internet eröffnet hier ungeahnte Möglichkeiten.
Im Marktgeschehen entspricht dieser Entwicklung laut Giger der Übergang von Masse zu Mass, von der Mengenproduktion zur Herstellung und Dienstleistung nach Mass. Dies gibt vorab kleinen und mittleren Anbietern („KMU“!) Chancen zu kreativer Markterschliessung, und zwar durchaus im globalen Massstab. Gerade die Schweizer Wirtschaft ist von diesem „eigensinnig-innovativen“ Phänomen in beispielhafter Weise geprägt. Die Konsequenzen sind auch für die Ausbildung und Berufsorientierung bedeutsam. Am Horizont des Arbeitsmarktes erscheint eine „Kreative Klasse“, deren Auftrag und Erfolgspotenzial darin bestehen wird, Unterschiede zu produzieren und in den Markt zu übersetzen.
Der Philosoph Andreas Giger sagt also dem EigenSinn eine grosse Zukunft voraus: „Die Idee von der zunehmenden Bedeutung der Eigensinnigen ist nichts anderes als die konsequente Weiterführung des Projekts der Aufklärung.“ Im Zentrum dieses Projekts steht seit jeher die Vorstellung vom eigenständigen und eigenverantwortlichen Individuum. Auch die Idee der „Menschenwürde“ (und Menschenrechte) ist damit geistesgeschichtlich verknüpft.
Edmond Tondeur
Nach zwei Wochen Andalusienferien — kurz vorher hatte ich Andreas Gigers neues Buch EigenSinn gelesen — bleiben mir von dieser Lektüre einladende Anstösse, das Buch nochmals zu lesen, nein — durchzuarbeiten. Für den hungrigen Rezensenten, welcher sich bisher noch nicht sehr stark mit der Materie des Sozialwissenschafters beschäftigt hat, bringt EigenSinn neben erstaunlichem Zuwachs an noch oberflächlichem Wissen eine kitzelnde Ahnung, was sich hinter dem täglichen Sozialgeschehen heute tut und für morgen ankündigt. Und welche Rolle jedermann/frau auf dieser Lebensbühne spielt, respektive spielen kann/wird.
Andreas Giger fährt mit seinem immensen Wissen in einer Art und Weise auf, welche den Neuling im Gebiet nicht schreckt sondern sozusagen hinführt zur sachten Erkundung einer Ära, welche spannender nicht sein könnte. Und mir selbst auf dem Weg der Lebenszufriedenheit wieder ein gutes Stück weiterhelfen wird. Theorie und Praxis geben sich hier die Hand und helfen mir, das rudimentäre Wissen über das Ticken der Menschenwelt, meiner Welt, ein Stück zu erweitern.
Und das erneute Geniessen von EigenSinn wird auch noch hungriger nach mehr machen. Nach einem gesunden Mehr.
Wieder ein faszinierendes Buch von Andreas Giger, welches ich gerne hungrigen Leuten zum Geschenk machen werde.
Peter Kessler, www.LifeDesigning.ch
Dazu passt das „Word of the Day“ auf www.gratefulness.org vom 10. April 2007:
The happiness of one’s own heart alone cannot satisfy the soul; one must try to include, as necessary to one’s own happiness, the happiness of others. (Paramahansa Yogananda)
Die Zukunft gehört den Eigensinnigen…
Einklang:
Es ist Zeit, ein Lob des EigenSinns zu singen….schreibt Andreas Giger auf der ersten Seite in seinem neuen Buch, “ EigenSinn macht Sinn .“ Eine aktuelle und wertvolle Lektuere für alle diejenigen, welche ihren eigenen EigenSinn pflegen und das Eigene der andern respektieren.
…Wenn wir wissen wollen woher unser Drang nach EigenSinn letztlich stammt, müssen wir die Evolution fragen ( Seite 20 )
Damit befasst sich der Autor im ersten Teil. Um den tiefen Sinn von EigenSinn zu verstehen, kommen wir nicht darum herum, uns mit der Vielfalt und Listen von Unterschieden in der menschlichen Evolution zu beschäftigen, bis zu den Lebens- und Konsumgewohnheiten der heutigen Zeit….
…EigenSinn scheint ein Kind der Individualisierung zu sein, noch ein ziemlich junges. Die Erbschaften, die es von der europäischen Geistesgeschichte mitbekommen hat, lassen jedoch auf eine erfreuliche Reifung hoffen. ( Megatrend Individualisierung) (Seite 33 )
Werden, persönlich
Was ist eigentlich EigenSinn? Den Sinn im eigenen Leben zu finden, unseren persönlichen individuellen Weg zu gehen. Der EigenSinn ist die Kraftquelle für unsere Selbstverwirklichung, sein Ziel, unser authentisches Ich , im Eigen-Universum zu erweitern.
Äusserst gedankenanregend finde ich die Seiten, welche der Autor diesem Thema widmet.: … Wenn denn mein zentraler Lebenssinn darin besteht, mein Eigen-Universum zur möglichst freien Entfaltung zu bringen, muss ich zunächst mein Eigenes kennen lernen, und das geht nur im Alleinsein mit mir selbst. EigenSinn kommt nicht von allein — sondern von allein sein … (Seite 79) Eine Entdeckungsreise in unserem Inneren, (kein Einsamkeits-Trip!)
Werden, gesellschaftlich
Noch ist der Ruf von EigenSinn deutlich negativ gefärbt, doch: …..Die Zukunft gehört den Eigensinnigen, und zwar nicht nur , weil sie in jeder Beziehung besser drauf sind, sondern auch, weil sie hier zu Lande einen immer grösseren Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung leisten werden… ( Seite 95 )
Ausklang: alles mit Mass
Kann man mit dem EigenSinn auch übertreiben? Ja, meint der Autor, die Übertreibungen heissen Sturheit, Starrheit und Isolation. Auch wenn die Gefahr eines Zuviels für die meisten Menschen und für unsere Gesellschaft als ganzes weit entfernt liegt, ist die Gefahr eines Zuwenigs akut gegeben: Nicht übertriebener, sondern untertriebener EigenSinn ist das Problem ( Seite 117)
Mit viel Interesse verfolge ich SensoNet: SensoNet ist ein offenes Netz von Zukunfts-Liebhaberinnen und Liebhaber (seit 1996 ). … das Sprachrohr der Bewusstseins-Elite, so nennt es der Autor, und die Ergebnisse seiner regelmässig durchgeführten Befragungen eignen sich im Buch hervoragend als “ Orakel.“
Monika Ackermann / Firenze I