Politik beeinflusst Lebensqualität

Hintergründe zu den Befragungs-Teilnehmern
a) statistisch
Diese erste Ergebnis-Auswertung von Mitte August 2010 beruht auf exakt 100 vollständig ausgefüllten Fragebogen.
Von den Teilnehmenden sind 34 Prozent Frauen, 66 Prozent Männer. Dies entspricht in etwa dem normalen Verhältnis bei Online-Umfragen und könnte zudem auf ein immer noch etwas stärkeres politisches Interesse bei Männern hindeuten.
11% sind bis 34 Jahre alt, 21% zwischen 35 und 49. 33% sind zwischen 50 und 64 Jahre alt, weitere 35% sind 65 und älter. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden liegt bei 57 Jahren. Auch dies ist bei den Befragungen von spirit.ch durchaus üblich – es scheint, als ob Lebensqualität verstärkt ein Thema der reiferen Jahrgänge ist…
Ähnliches gilt auch für höheren Bildungsschichten, die ebenfalls überproportional unter den Teilnehmenden vertreten sind: 27% haben einen Universitätsabschluss, 39% einen solchen an einer Fachhochschule. 8% haben zuletzt Matura/Abitur gemacht, 20% eine Berufslehre.
Angesichts des hohen Altersdurchschnitts wenig erstaunlich: 44% der Teilnehmenden sind RentnerInnen. Überproportional vertreten sind mit 32% auch die Selbständigen und Freiberufler. Der Rest verteilt sich auf Angestellte (22%), Stellensuchende (8%), Auszubildende (6%) und Hausfrauen (7%).
18% geben an, in materiell einfachen Verhältnissen zu leben, 20% in „gehobenen“. Der grosse Rest von 62% bewegt sich im mittleren Lebensstandard.
73 Prozent der Teilnehmenden leben in der Schweiz, 18 Prozent in Deutschland, der Rest in anderen Ländern.
Jeweils ähnlich hohe Anteile leben in Grossstädten (27%), in mittleren (21%) oder kleinen (29%) Städten bzw. richtig auf dem Land (23%).
Der durchschnittliche Optimismus-Index liegt mit 69 (von 100) in dieser Umfrage leicht unter dem Durchschnittswert der Basis-Befragung (72).
Fazit: Wie immer bei Umfragen von spirit.ch bilden die Teilnehmenden kein repräsentatives Abbild der Gesamtbevölkerung. Vielmehr sind Männer, ältere Menschen, gut Gebildete und Selbständige übervertreten. Dagegen bilden die Befragten ein verlässliches Abbild jener gesellschaftlichen Minderheit, die sich ernsthaft für tiefere Themen wie Lebensqualität interessieren. Darauf deutet auch hin, dass sich zwischen einer ersten Zwischenauswertung mit 50 Teilnehmenden und der jetzigen mit 100 praktisch keine relevanten Veränderungen ergeben haben. Diese Stabilität der Ergebnisse verweist darauf, dass sie zuverlässig das Meinungsspektrum der meinungsbildenden Avantgarde zeigen.
b) politisch:
Dass sich an einer Umfrage über Politik und Lebensqualität primär politisch interessierte Menschen beteiligen, liegt auf der Hand. Entsprechend hoch wird von den Befragten das eigene politische Interesse eingestuft:

Der Durchschnittswert liegt exakt bei 7, das heisst, wir haben es tatsächlich mit einer stark politisch interessierten Minderheit zu tun.
Welche politischen Aktivitäten pflegen die die Befragten? Hier die Ergebnisse:

Auffällig zunächst: Die grosse Mehrheit beteiligt sich an der Wahl- oder Abstimmungs-Urne regelmässig an politischen Entscheidungen. Zudem informiert sich die Mehrheit oft oder immer über Politik, wobei bei den Informationsquellen die guten alten Print-Medien immer noch deutlich vor Radio/TV bzw. dem Internet liegen. Häufig gepflegt wird auch die persönliche Unterhaltung über politische Themen. Dagegen bilden jene, die sich aktiv an der politischen Meinungsbildung beteiligen, sei es durch eigene Beiträge in Internet-Foren oder durch Mitwirkung in Parteien und Vereinigungen, auch unter den hoch motivierten teilnehmenden dieser Befragung eine klare Minderheit.
Immerhin: Der Anteil an aktiven und passiven Parteimitgliedern ist mit zusammen 27 Prozent wesentlich höher als in der Gesamtbevölkerung:

Und für weniger als die Hälfte kommt die Übernahme eines politischen Amtes gar nicht in Frage. Immerhin ein Drittel der Befragten kann sich das gut vorstellen. Hier liegen also noch etliche Engagements-Potenziale brach:

Im politischen Spektrum zwischen links und rechts ordnet sich der Durchschnitt ganz leicht links der Mitte ein: 4.7 lautet der Mittelwert bei einer Skala, in der der Wert 5 die exakte Mitte bildet. Ein Viertel wählt genau diesen Wert, ein Drittel ordnet sich rechts davon ein, rund 40 Prozent links davon, wobei auffällt, dass die extremen Werte kaum gewählt werden:

Nur die Teilnehmenden aus der Schweiz (ca. drei Viertel aller Befragten) wurden auch nach ihren Partei-Präferenzen gefragt, indem sie die wichtigsten acht Parteien nach persönlicher Sympathie rangierten:

Dabei setzte sich – eher überraschend – die noch junge und kleine Grün-Liberale Partei an die Spitze. Sie hat mit 44% zu 13% bei weitem das günstigste Verhältnis zwischen Sympathisanten (Ränge 1 und 2) und Ablehnern (Ränge 7 und 8) aufzuweisen. Die SP hat zwar mir 38% ebenfalls viele Sympathisanten, aber mit 33% auch viele Ablehner, das heisst, sie polarisiert wesentlich stärker.
Das gilt noch viel eindeutiger für die SVP, die 53% Ablehner hat, aber nur 15 Sympathisanten. SVP-Anhänger sind also in der Stichprobe klar untervertreten, was darauf hinweist, dass in dieser Zielgruppe das Interesse für as Thema Lebensqualität und Politik gering ist. Näher an den faktischen Verhältnissen liegen dagegen die Zahlen für die Mitte-Parteien FDP und CVP, während die Anhänger der Grünen ebenfalls eher überproportional vertreten sind.
Eine weitere Frage befasste sich gleichsam mit der demokratischen Grundausrüstung der Befragungsteilnehmer. Gefragt wurde nach der Zustimmung zu verschiedenen Thesen, wobei hier zunächst die Thesen mit hoher Zustimmungsrate dargestellt werden:

Hier zeigt sich: Die Befragten sind in ihrer grossen Mehrheit überzeugte Demokraten. Sie sehen nicht nur die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Politik generell, sondern auch von politischer Beteiligung jedes Einzelnen. Zu allen entsprechenden Thesen gibt es sehr hohe Zustimmungsraten.
Weniger hoch bzw. ar nicht vorhanden ist die Zustimmung zu den restlichen Thesen:

Zunächst verweigert eine spürbare Minderheit jenen, die sich für eine politische Laufbahn zur Verfügung stellen, ihre Dankbarkeit. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass exakt die Hälfte unsere Politik defizitär sieht, weil sich darin die Reichen und Mächtigen doch immer durchsetzen. Und immerhin ein Drittel glaubt mehr oder weniger an das Bild von Politik als schmutzigem Geschäft.
Dass die Politik durch die zunehmende Individualisierung an Bedeutung verliere, glauben die meisten allerdings nicht. Und dass man sich als anständiger Mensch von der Politik fern halten müsse, schon gar nicht.
Fazit: Jene interessierten Menschen, die sich engagiert mit dem Zusammenhang zwischen Politik und Lebensqualität auseinandersetzen, also die Teilnehmenden an unserer Befragung, sehen die Politik zwar durchaus kritisch, sind jedoch überzeugte Demokraten und sehen die Notwendigkeit von persönlichem politischem Engagement. Entsprechend wichtig ist es, ihre Stimme zu hören.
Wenn Sie noch nicht an der Umfrage teilgenommen haben, können Sie das jetzt hier tun.