Unternehmens-Umfrage
Informationsmethoden und Informationserwartungen
Welche Methoden werden verwendet, um das Thema Nachhaltigkeit zu kommunizieren? Und: was erwarten Unternehmen, welche Informationen konsumentInnen vom Kauf eines Produktes abhalten. Hier ist vor allem der Vergleich der Resultate mit den KonsumentInnen interessant.
Bei dieser Frage ergibt sich bezüglich der Teilgruppen kein einheitliches Bild, so dass nicht erkennbar ist, was die positiv genannten besser machen als die negativ erwähnten. Was aber interessanter ist, sind die Unterschiede zwischen den Antworten der Unternehmen und den Antworten der KonsumentInnen.
Die von den KonsumentInnen auf Rang 1 gesetzte Methode „Deklaration beim Einsatz von Pestiziden / Gentech- und Nano-Inhaltsstoffen“ wird von den Unternehmen weniger häufig eingesetzt, als es den Erwartungen entspricht (-0.07 Punkte1). Rang 3 bei den KonsumentInnen der Punkt „Produkt-Labels im FairTrade Bereich“ wird sogar mit -0.29 Punkten unterschätzt. Ein klares Signal an die Unternehmen, mehr auf Fair Trade zu achten.
Auch die Punkte „Deklaration der Transportwege“ und „Öko-Bilanzen der Produkte“ werden mit -0.11 bzw. -0.08 Punkten Unterschied unterbewertet, sind also den KonsumentInnen wichtiger als den Unternehmen.
Einen grossen Plus-Unterschied (d.h. Punkte, die Unternehmen höher bewerteten als die KonsumentInnen) weist „Definition Nachhaltigkeit in der Vision, im Leitbild oder in einem Code of Conduct“ auf. Hier ist aber sicherlich zu bemerken, dass diese Definition ja nicht nur für die Konsumenten, sondern für alle Stakeholder vorgenommen wird.
Auch eine höhere Wertung hatte „Kontaktmöglichkeit mit dem Nachhaltigkeitsverantwortlichen“. Hier hat der Verfasser allerdings ein wenig Zweifel an den Antworten, denn der Aufwand die 70 Kontakte zu den Nachhaltigkeitsverantwortlichen herauszufinden war immens. Die Kontaktpersonen liessen sich wegen mangelnder Informationen auf der Website meistens nur indirekt herausfinden.
1 Auch hier waren die Skalen aufgrund der Fragestellung nicht genau vergleichbar. Die KonsumentInnen-Ergebnisse wurden mit 0.8 multipliziert, um einen Wert zu erhalten, der in einen Vergleich einbezogen werden konnte, auch wenn die Werte der Unternehmen nur annähernd in einen Mittelwert gebracht werden konnten.
Auch hier ergaben sich wieder keine signifikanten Unterschiede zwischen den Teilgruppen.
Beim Vergleich zu den Antworten der KonsumentInnen fällt auf, dass die beiden führenden Faktoren bei den KonsumentInnen auch bei den Unternehmen die ersten beiden Plätze belegen. Unterschätzt wird von UnternehmensvertreterInnen anscheinend der Faktor „Kommunikation von nachhaltigen Projekten, die erst als Idee existieren“, der den höchsten Minuswert (-0.41 Punkte) beim Unterschied aufweist.
Von den Unternehmen überschätzt werden „Keine Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen zum Unternehmen“ und „Keine Bereitstellung von ökologischen Informationen zum Produkt“ mit +0.41 bzw. +0.34 Punkten. Alle anderen Punkte werden in etwa von UnternehmensvertreterInnen wie KonsumentInnen ähnlich eingeschätzt.
Soweit zu den hauptsächlichen Resultaten der Unternehmensumfrage. Es wurden noch ein paar Fragen mehr gestellt, die aber hier nicht einzeln dargestellt werden. Auf der folgenden Seite finden Sie eine Zusammenfassung.
Hier gelangen Sie zudem den Resultaten der Befragung der KonsumentInnen.
Wenn Sie Fragen zu diesen Ergebnissen haben, erreichen Sie mich unter ce@spirit.ch. Ich freue mich auf Ihre Reaktion!

