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Von Thailand und anderen Abenteuern

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Bücher: Besser leben

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Lebensqualität kann man nicht lernen. Das Denken darüber schon…

Umfang 56 Seiten
Bild-Seiten 12 farbige Photographien von Andreas Giger
Format 12 x 19 cm / Paperback
Gewicht 0,075 kg
Erscheinungsjahr  2009
Verlag Books on Demand GmbH, D-Norderstedt
ISBN 9783839134245
Preis CHF 12.00 / € 8.00
Bestellung im spirit.ch-Shop
Leseproben nachfolgend Vorwort und Kapitel 1
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Ein offenes Wort voraus

Lebensqualität ist das, worum es im Leben wirklich geht. Davon ist man in Bhutan überzeugt, dem kleinen Königreich im Himalaja, und man hat diesen Gedanken sogar in die Verfassung aufgenommen, als Ziel, statt des Bruttoinlandprodukts das „Bruttoglücksprodukt“ zu mehren.  Bei näherer Betrachtung ist dabei weniger von Glück als von Lebensqualität die Rede. Also vom Thema dieses Büchleins.

Der zuständige Minister Bhutans zeigte sich in einem Fernsehinterview überrascht und enttäuscht davon, dass die große Finanz- und Wirtschaftskrise bei allen anderen Regierungen so wenig Umdenken ausgelöst hat. Eigentlich, so meinte er mit Recht, müsste doch gerade die Krise zu einer verstärkten Beschäftigung mit der Frage führen, ob es wirklich das oberste Ziel der Menschheit sein könne, immer noch mehr Geld zu scheffeln. Doch von einer solchen Nachdenklichkeit sei weit und breit nichts zu sehen.

Das mag für die Regierungen dieser Welt zutreffen, nicht aber für eine wachsende Schar einzelner Menschen, die verstärkt nach neuen Lebenszielen, Werten und Sinnquellen suchen -und dabei früher oder später auf den Leit-Wert  Lebensqualität stoßen. („Leit-Wert“ meint das oberste Lebensziel.) Ich hege den hoffentlich begründeten Verdacht, dass auch Sie dazu gehören und deshalb mehr über Lebensqualität lernen möchten.

Genau das können Sie in diesem Büchlein tun – von A bis D. Im ersten Teil lernen Sie die wichtigsten Argumente kennen, die für Lebensqualität als neuen Leit-Wert und als Maßstab für geglückte Lebensgestaltung sprechen. Schließlich möchten Sie ja wissen, warum und wozu es sich lohnt, sich mit Lebensqualität zu beschäftigen, vor allem natürlich mit Ihrer eigenen.

Im zweiten Teil geht es um Bewusstwerdung. Bewusste Achtsamkeit für Ihre Lebensqualität im Allgemeinen sowie für die Balance zwischen all deren Bereichen im Besonderen ist das beste Mittel zur Optimierung Ihrer Lebensqualität.

Der dritte Teil handelt von Co-Evolution. Wir Menschen sind nicht allein auf dieser Welt. In Bhutan lautet das Ziel, im Einklang mit sich selbst und den anderen sowie mit Natur und Kultur zu leben. Neudeutsch nennt man dies Nachhaltigkeit. Lebensqualität, so viel sei vorweggenommen, gibt es nur nachhaltig oder gar nicht.

Im letzten Teil werden drei Denkmuster vorgestellt, deren Nutzung Ihrer Lebensqualität ungemein förderlich sein könnte. Es geht dabei um die enge Verknüpfung von Lebensqualität mit EigenSinn und Zufriedenheit, sowie um die Idee der reifenden Lebensqualität.

Was Sie in diesem Büchlein nicht finden werden, sind wohlfeile Rezepte oder Glücksformeln. Lebensqualität lässt sich nun mal nur individuell definieren und realisieren, und das schließt die Möglichkeit allgemein verbindlicher Gebrauchsanweisungen von vorn herein aus. Ihren Weg in Richtung optimaler Lebensqualität müssen (oder dürfen) Sie ganz allein finden und vor allem gehen.

Bei diesem persönlichen Unterwegssein in Richtung einer besseren  Lebensqualität können allerdings Skizzen des zu erwartenden Geländes ebenso hilfreich sein wie eine gelegentliche geistige Wegzehrung. Beides möchte Ihnen dieses Büchlein bieten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und zugleich vergnügliche Lektüre und viel nachhaltige Lebensqualität!

Wald, im Herbst 2009: Andreas Giger


1. Vom Lebensstandard zur Lebensqualität

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Der Volksmund weiß es längst: Geld allein macht nicht glücklich. (Dass es allein auch nicht unglücklich macht, steht wieder auf einem anderen Blatt.) Nun wird diese alte Weisheit mehr und mehr auch von wissenschaftlichen Ergebnissen gestützt. Ein einziger Hinweis mag genügen: In den westlichen Ländern gibt es seit Jahrzehnten sowohl eine Messung des BIP (Bruttoinland-produkts), also des materiellen Lebensstandards, als auch eine des subjektiven Glücksempfindens der Menschen, die eigentlich eher die Zufriedenheit mit ihrer Lebensqualität misst. Während das BIP in dieser Zeit massiv größer geworden ist, blieb das durchschnittliche Glück stabil. Mehr Lebensstandard hat also keine bessere Lebensquali-tät gebracht.
Warum, so fragen sich deshalb immer mehr Men-schen, soll ich meine ganze Zeit, Aufmerksamkeit und Energie in die Jagd nach dem schnöden Mammon stecken, wenn mich ein höherer Lebensstandard doch nicht glücklicher und zufriedener macht? Ja, wenn diese Fixierung auf materielle Werte durch Stress und Gesund-heitsschäden, durch Verluste von Beziehungen und Sinn-quellen meine Lebensqualität sogar massiv beeinträchtigt?
Um möglichen Missverständnissen gleich vorzubeugen: Es soll hier kein radikaler Anti-Materialismus gepredigt werden. Ein gewisses Maß an materiellen Gütern und Werten ist eine elementare Voraussetzung von guter Lebensqualität. Ganz ohne Knete geht die Chose nicht, und Materie bildet deshalb in meinem Modell von Lebensqualität aus gutem Grund eine eigene Sphäre. Nur eben nicht die einzige.
Wie so oft, wenn es um Lebensqualität geht, handelt es sich bei den materiellen Werten um eine Frage des richtigen Maßes. Auch das weiß an sich der gesunde Menschenverstand, und doch hat sich über die Jahrhunderte in unseren Köpfen eine unheilvolle Überzeugung festgesetzt, wenn es um das richtige Maß in Sachen Lebensstandard geht: Je mehr, desto besser.
Dass das nicht stimmen kann, lernen schon kleine Kinder: Wenn man mehr und mehr von seiner Lieblingsspeise verspeist, folgt unweigerlich der Punkt der Übersättigung. Dass wir uns in den reichen Ländern dieser Erde bei unserer Jagd nach einem immer noch höheren Lebensstandard diesem Punkt annähern, ja, ihn vielleicht schon erreicht haben, ahnen mehr und Menschen. Was keineswegs automatisch dazu führt, dass sie aus diesem Rattenrennen aussteigen.
Das ist auch gar nicht so einfach. Schon das alte Testament der christlichen Bibel weiß um die leichte Verführbarkeit der Menschen durch materielle Güter und Götter, erzählt in der hübschen Geschichte vom Tanz um das Goldene Kalb: Das Volk Israel befand sich in einer schwierigen Lage, und kaum war ihr Anführer Moses, der es bislang auf einem geistigen Pfad geführt hatte, einige Zeit weg, murrte es und wollte einen handfesten Gott, den es sich dann in Form eines Götterbilds aus Gold auch schuf.
Das Bild vom Tanz um das goldene Kalb passt wunderbar zu den Geschehnissen, die uns schon zu unseren Lebzeiten in mehrere Finanzkrisen hat schlittern lassen. Was auch immer deren Ursachen gewesen sein mögen, eines steht fest: Ohne die tief im Menschen verankerte Gier nach immer noch mehr materiellen Werten hätte es keine solchen Auswüchse gegeben.
Zwei gewichtige Faktoren verstärken diese Gier nach immer mehr, die sich ja keineswegs auf einige verrückt gewordene Banker beschränkt. Zum einen ist es unser Drang nach Vergleichen: Wenn der Nachbar ein schönes neues Auto kauft, brauchen wir auch eines. Lebensstandard ist immer relativ.
Zum anderen ist es unser schwaches Gedächtnis. Kaum haben wir einen höheren Lebensstandard erreicht, haben wir den zuletzt erreichten schon wieder vergessen und uns an den neuen gewöhnt, so sehr, dass er uns selbstverständlich erscheint und wir ihn immer weniger wertschätzen können. Weshalb eine weitere Steigerung her muss.
Wenn jemand, um denselben Normalzustand zu ermöglichen, immer höhere Dosierungen seines Stoffs braucht, dann spricht man von Sucht. Ein weiteres Merkmal von Sucht ist es, dass sich alles nur noch um die Beschaffung von Stoff dreht. Unser Verhältnis zu Geld weist beide Merkmale von Sucht auf.
Das macht es natürlich nicht einfacher, ein neues Verhältnis zu den materiellen Werten zu finden – aber auch nicht unmöglich. Es braucht dazu, wie jeder erfah-rene Suchttherapeut weiß, „nur“ eine überzeugende Alternative zum Objekt der Sucht, etwas, das besser ist als dieses und alles in allem mehr bringt.
Die Alternative zu Lebensstandard kann nur Lebensqualität heißen. Also weniger Betonung von materiellen Werten und mehr von immateriellen. Nicht immer mehr haben, sondern besser leben wollen. Qualität statt Quantität.
Dass Qualität Quantität immer schlägt, wissen wir im Grunde unseres Herzens längst. Die Qualität eines Gesprächs, eines Natur- oder Kunsterlebnisses sind allemal mehr wert als ein Zuwachs auf dem Bankkonto. Und wenn reiche Leute viel Geld in Kunstwerke stecken, dann tun sie dies doch wohl deshalb, weil sie wissen, oder wenigstens ahnen, dass geistige Werte letztlich wertvoller sind als Geld.
Fängt man einmal damit an, sich in aller Ruhe und ebenso nüchtern wie liebevoll die Frage zu stellen, worum es im Leben eigentlich geht, ist die Antwort schon vorprogrammiert: ganz sicher eher um Lebensqualität als um Lebensstandard. Das Problem ist nur, dass viele Leute (vermeintlich) gar nie dazu kommen, sich diese Frage zu stellen, weil sie zu sehr mit ihrem Lebens-standard beschäftigt sind und keine Zeit für Nachdenklichkeit haben.
Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Menschen sich Zeit für ihre Lebensqualität nehmen. Lebensqualität liegt also im Trend. Und alles spricht dafür, dass es sich dabei nicht um eine Modewelle handelt, sondern um eine nachhaltige Entwicklung. Der Volksmund weiß es längst: Geld allein macht nicht glücklich. (Dass es allein auch nicht unglücklich macht, steht wieder auf einem anderen Blatt.) Nun wird diese alte Weisheit mehr und mehr auch von wissenschaftlichen Ergebnissen gestützt. Ein einziger Hinweis mag genügen: In den westlichen Ländern gibt es seit Jahrzehnten sowohl eine Messung des BIP (Bruttoinland-produkts), also des materiellen Lebensstandards, als auch eine des subjektiven Glücksempfindens der Menschen, die eigentlich eher die Zufriedenheit mit ihrer Lebensqualität misst. Während das BIP in dieser Zeit massiv größer geworden ist, blieb das durchschnittliche Glück stabil. Mehr Lebensstandard hat also keine bessere Lebensquali-tät gebracht.
Warum, so fragen sich deshalb immer mehr Men-schen, soll ich meine ganze Zeit, Aufmerksamkeit und Energie in die Jagd nach dem schnöden Mammon stecken, wenn mich ein höherer Lebensstandard doch nicht glücklicher und zufriedener macht? Ja, wenn diese Fixierung auf materielle Werte durch Stress und Gesund-heitsschäden, durch Verluste von Beziehungen und Sinn-quellen meine Lebensqualität sogar massiv beeinträchtigt?
Um möglichen Missverständnissen gleich vorzubeugen: Es soll hier kein radikaler Anti-Materialismus gepredigt werden. Ein gewisses Maß an materiellen Gütern und Werten ist eine elementare Voraussetzung von guter Lebensqualität. Ganz ohne Knete geht die Chose nicht, und Materie bildet deshalb in meinem Modell von Lebensqualität aus gutem Grund eine eigene Sphäre. Nur eben nicht die einzige.
Wie so oft, wenn es um Lebensqualität geht, handelt es sich bei den materiellen Werten um eine Frage des richtigen Maßes. Auch das weiß an sich der gesunde Menschenverstand, und doch hat sich über die Jahrhunderte in unseren Köpfen eine unheilvolle Überzeugung festgesetzt, wenn es um das richtige Maß in Sachen Lebensstandard geht: Je mehr, desto besser.
Dass das nicht stimmen kann, lernen schon kleine Kinder: Wenn man mehr und mehr von seiner Lieblingsspeise verspeist, folgt unweigerlich der Punkt der Übersättigung. Dass wir uns in den reichen Ländern dieser Erde bei unserer Jagd nach einem immer noch höheren Lebensstandard diesem Punkt annähern, ja, ihn vielleicht schon erreicht haben, ahnen mehr und Menschen. Was keineswegs automatisch dazu führt, dass sie aus diesem Rattenrennen aussteigen. 
Das ist auch gar nicht so einfach. Schon das alte Testament der christlichen Bibel weiß um die leichte Verführbarkeit der Menschen durch materielle Güter und Götter, erzählt in der hübschen Geschichte vom Tanz um das Goldene Kalb: Das Volk Israel befand sich in einer schwierigen Lage, und kaum war ihr Anführer Moses, der es bislang auf einem geistigen Pfad geführt hatte, einige Zeit weg, murrte es und wollte einen handfesten Gott, den es sich dann in Form eines Götterbilds aus Gold auch schuf. 
Das Bild vom Tanz um das goldene Kalb passt wunderbar zu den Geschehnissen, die uns schon zu unseren Lebzeiten in mehrere Finanzkrisen hat schlittern lassen. Was auch immer deren Ursachen gewesen sein mögen, eines steht fest: Ohne die tief im Menschen verankerte Gier nach immer noch mehr materiellen Werten hätte es keine solchen Auswüchse gegeben. 
Zwei gewichtige Faktoren verstärken diese Gier nach immer mehr, die sich ja keineswegs auf einige verrückt gewordene Banker beschränkt. Zum einen ist es unser Drang nach Vergleichen: Wenn der Nachbar ein schönes neues Auto kauft, brauchen wir auch eines. Lebensstandard ist immer relativ.
Zum anderen ist es unser schwaches Gedächtnis. Kaum haben wir einen höheren Lebensstandard erreicht, haben wir den zuletzt erreichten schon wieder vergessen und uns an den neuen gewöhnt, so sehr, dass er uns selbstverständlich erscheint und wir ihn immer weniger wertschätzen können. Weshalb eine weitere Steigerung her muss.
Wenn jemand, um denselben Normalzustand zu ermöglichen, immer höhere Dosierungen seines Stoffs braucht, dann spricht man von Sucht. Ein weiteres Merkmal von Sucht ist es, dass sich alles nur noch um die Beschaffung von Stoff dreht. Unser Verhältnis zu Geld weist beide Merkmale von Sucht auf. 
Das macht es natürlich nicht einfacher, ein neues Verhältnis zu den materiellen Werten zu finden – aber auch nicht unmöglich. Es braucht dazu, wie jeder erfah-rene Suchttherapeut weiß, „nur“ eine überzeugende Alternative zum Objekt der Sucht, etwas, das besser ist als dieses und alles in allem mehr bringt.
Die Alternative zu Lebensstandard kann nur Lebensqualität heißen. Also weniger Betonung von materiellen Werten und mehr von immateriellen. Nicht immer mehr haben, sondern besser leben wollen. Qualität statt Quantität.
Dass Qualität Quantität immer schlägt, wissen wir im Grunde unseres Herzens längst. Die Qualität eines Gesprächs, eines Natur- oder Kunsterlebnisses sind allemal mehr wert als ein Zuwachs auf dem Bankkonto. Und wenn reiche Leute viel Geld in Kunstwerke stecken, dann tun sie dies doch wohl deshalb, weil sie wissen, oder wenigstens ahnen, dass geistige Werte letztlich wertvoller sind als Geld.
Fängt man einmal damit an, sich in aller Ruhe und ebenso nüchtern wie liebevoll die Frage zu stellen, worum es im Leben eigentlich geht, ist die Antwort schon vorprogrammiert: ganz sicher eher um Lebensqualität als um Lebensstandard. Das Problem ist nur, dass viele Leute (vermeintlich) gar nie dazu kommen, sich diese Frage zu stellen, weil sie zu sehr mit ihrem Lebens-standard beschäftigt sind und keine Zeit für Nachdenklichkeit haben. 
Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Menschen sich Zeit für ihre Lebensqualität nehmen. Lebensqualität liegt also im Trend. Und alles spricht dafür, dass es sich dabei nicht um eine Modewelle handelt, sondern um eine nachhaltige Entwicklung.

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