{"id":552,"date":"2016-01-29T17:43:54","date_gmt":"2016-01-29T17:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=552"},"modified":"2016-01-29T17:43:54","modified_gmt":"2016-01-29T17:43:54","slug":"die-gaengel-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=552","title":{"rendered":"Die G\u00e4ngel-Gesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel0\" height=\"273\" width=\"364\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel0.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"normal\">Droht eine kommerzielle Werte-Diktatur?<\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Werte-Freiheit<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><span class=\"mittel\"><em>W\u00e4hrend die Werte-Diktaturen durch Religionen und Gesellschaften wenigstens hier zu Lande \u00fcberwunden scheinen, erscheint an einem ziemlich nahen Zeithorizont die Gefahr einer neuen Werte-Diktatur, diesmal gelenkt von kommerziellen Interessen. Achtsamkeit ist angebracht.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Es liegt sicher daran, dass ich in jungen Jahren den vermutlich einschneidendsten Werte-Wandel, den es je gab, als teilnehmender Beobachter miterlebt habe. Damals, in den sp\u00e4ten sechziger und fr\u00fchen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, ging es weniger darum, dass alte Werte durch neue abgel\u00f6st wurden. Vielmehr fand eine entscheidende Umw\u00e4lzung in der Frage statt, wer eigentlich \u00fcber unsere Werte bestimmt.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die l\u00e4ngste Zeit in der menschlichen Geschichte hatten bis dahin religi\u00f6se oder staatliche Institutionen die vorherrschenden Werte ein f\u00fcr allemal und verbindlich festgelegt. Religi\u00f6se und\/oder ideologische Interessen bestimmter Machtgruppen legten fest, was richtig und was falsch war. Der einzelne Mensch hatte sich dieser Werte-Diktatur zu beugen, oder er riskierte schwerwiegende Sanktionen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Erst in der genannten Zeit begann sich die Macht, \u00fcber individuelle Werte zu bestimmen, so richtig in Richtung Individuum zu verschieben. Mehr und mehr konnte jetzt der einzelne Mensch selbst dar\u00fcber entscheiden, welche Werte ihm wichtig sind. Dieser Prozess ist noch nicht zu Ende, doch er ist weit fortgeschritten und wird mit Recht als eine der gr\u00f6ssten Errungenschaften unserer westlichen Zivilisation gepriesen \u2013 gerade angesichts der zunehmenden Konfrontation mit Kulturen, in denen noch mehr oder weniger unverbl\u00fcmte Werte-Diktatur herrscht.<\/p>\n<p class=\"mittel\">In diesem liberalen Werte-Verst\u00e4ndnis soll der Staat zwar das menschliche Zusammenleben regeln, nicht aber das individuelle Leben. Dies, und somit auch die Wahl der eigenen Werte, ist ausschliesslich Sache des Individuums \u2013 so lange dieses damit niemandem schadet.<\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel1\" height=\"273\" width=\"364\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel1.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"normal\">Datensammlung allenthalben&#8230;<\/p>\n<p><span class=\"mittel\"><strong>Eine Horrorvision<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Obwohl ich an sich optimistische Zukunftsausblicke bevorzuge, habe ich letzter Zeit gelegentlich eine Zukunftsvision, die ich alles andere als erfreulich finde: Angetrieben vom k\u00f6rperlichen Optimierungswahn nutzen immer mehr Menschen am K\u00f6rper getragene oder gar implantierte Ger\u00e4te, deren Sensoren alle m\u00f6glichen Daten \u00fcber den jeweiligen K\u00f6rperzustand sammeln. Diese Daten werden verarbeitet und in konkrete Empfehlungen zur Optimierung des Gesundheitszustandes der jeweiligen Person umgesetzt.<\/p>\n<p class=\"mittel\">So weit, so gut, k\u00f6nnte man sagen, wenn da nicht die Tatsache w\u00e4re, dass diese Daten nicht in den Ger\u00e4ten oder im pers\u00f6nlichen System des Nutzers verbleiben, sondern an die Betreiber der Ger\u00e4te weitergeleitet werden, von wo aus sie weiss der Kuckuck wohin abfliessen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Interessenten f\u00fcr solche Gesundheitsdaten gibt es genug, etwa den Arbeitgeber, der das Krankheitsrisiko eines Bewerbers einsch\u00e4tzen m\u00f6chte. Und vor allem nat\u00fcrlich die (Kranken-)Versicherungen. Unter dem Stichwort \u201erisikogerechte Pr\u00e4miengestaltung\u201c interessieren sie sich brennend daf\u00fcr, wie gesund oder ungesund ein Versicherungsnehmer lebt.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Schon l\u00e4nger gibt es Bestrebungen, Menschen mit einem risikoreicheren Lebensstil mit h\u00f6heren Pr\u00e4mien zu bestrafen, Drachenflieger zum Beispiel, oder Raucher. Bisher ist dies unter anderem daran gescheitert, dass man zur Feststellung von Rauchern auf deren Selbstausk\u00fcnfte angewiesen w\u00e4re. Das d\u00fcrfte sich bald \u00e4ndern, in Gesundheitsuhren einen Rauchsensor einzubauen, d\u00fcrfte keine Hexerei sein. Der n\u00e4chste Schritt k\u00f6nnten dann Sensoren sein, die Alam schlagen, wenn jemand ungesundes Essen zu sich nimmt. Und die l\u00fcckenlose Erfassung von Bewegungsaktivit\u00e4ten gibt es schon. Warum also nicht Bewegungsmuffel mit h\u00f6heren Pr\u00e4mien bestrafen, und Bewegungsfreudige mit tieferen anlocken?<\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel2\" height=\"273\" width=\"364\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel2.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"normal\">Sicher kein gesunder Lebensstil&#8230;<\/p>\n<p><span class=\"mittel\"><strong>G\u00e4ngelband<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Auf den ersten Blick sehen diese Entwicklungen, wie von ihren Promotoren propagiert, durchaus menschenfreundlich aus. Menschen mit wirksamen Methoden, die ohne eigentlichen Zwang auskommen, zu einem ges\u00fcnderen Lebensstil zu animieren: Das kann doch nicht falsch sein?<\/p>\n<p class=\"mittel\">Zweifellos wird kein Mensch, der seine Sinne beisammen hat, bestreiten, dass Gesundheit f\u00fcr ihn zu den zentralen Werten geh\u00f6rt. Problematisch wird es erst bei der Frage, was Gesundheit denn eigentlich bedeutet. Darauf haben die Vertreter des medizinisch-pharmazeutischen Komplexes, zu denen mehr und mehr auch die Datenkraken geh\u00f6ren, eine simple Antwort: Gesundheit ist die Abwesenheit von Krankheit.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Dazu kursiert in \u00c4rztekreisen selbst das sch\u00f6ne Bonmot, ein angeblich Gesunder sei nur nicht von einer gen\u00fcgenden Anzahl \u00c4rzte untersucht worden. Irgendwann wird also jeder krank, vor allem dann, wenn man Krankheit immer grossz\u00fcgiger interpretiert. Als Abweichung von der Norm irgendeiner K\u00f6rpermessgr\u00f6sse. Es gibt eine eindeutige Tendenz, den Rahmen des Erlaubten immer enger festzulegen. Wird z.B. beim Blutdruck der Messpunkt heruntergeschraubt, ab dem jemand Bluthochdruck hat, gibt es automatisch mehr Kranke.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Je mehr K\u00f6rperdaten gemessen, gesammelt und ausgewertet werden, desto mehr steigt die Chance, eine Abweichung von der Norm festzustellen. Schon empfindet sich jemand, der sich bisher eigentlich gesund gef\u00fchlt hat, als krank und wird empf\u00e4nglich f\u00fcr allerlei mehr oder weniger sanfte Lenkungsmassnahmen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">F\u00fcr manche mag das hilfreich sein. Andere dagegen, zu denen ich mich z\u00e4hle, empfinden diese einschr\u00e4nkende Definition von Gesundheit und die daraus abgeleiteten Beeinflussungsversuche als G\u00e4ngelei. F\u00fcr sie ist Gesundheit mehr als die Abwesenheit jeder noch kleinen St\u00f6rung bei einem Messwert. F\u00fcr sie geh\u00f6ren zu Gesundheit auch Werte wie Lebensfreude und Genuss, vor allem aber Selbstbestimmung. Und diese Menschen f\u00fchlen sich sehr wohl in der Lage, selber achtsam mit ihrer Gesundheit umzugehen, auch ohne st\u00e4ndige \u00dcberwachung durch technische Messger\u00e4te.<\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel3\" height=\"273\" width=\"364\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel3.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"normal\">Kein Raum f\u00fcr Geheimnisse mehr?<\/p>\n<p><span class=\"mittel\"><strong>Bedrohte Freiheit<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Niemand wird gezwungen, solche Ger\u00e4te anzuschaffen und zu nutzen, und auch die Weitergabe der so gewonnenen Daten ist freiwillig. Das stimmt \u2013 bis zu einem gewissen Punkt. Hat allerdings die Zahl derjenigen, die freiwillig mitmachen, einmal eine kritische Masse erreicht, wird es f\u00fcr die \u00dcbriggeblieben kritisch: Wer seine Daten verweigert, hat offenkundig etwas zu verbergen. Dass jemand einfach nur seine Privatsph\u00e4re, die ihm heilig ist, sch\u00fctzen m\u00f6chte, \u00e4ndert nichts daran, dass er unter zunehmenden Druck geraten wird, beim grossen Transparenzspiel doch mitzuwirken. Was bedeutet, dass er sich der Werte-Diktatur in Form einer allzu engen Definition von Gesundheit unterwirft. Und schon ist wieder ein St\u00fcck Werte-Freiheit weg.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Es gibt andere Gebiete, wo \u00e4hnliche Entwicklungen absehbar sind. So wird etwa in Finanzkreisen der Ruf nach v\u00f6lliger Abschaffung von Bargeld immer lauter. Das w\u00e4re m\u00f6glich, grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnten schon heute alle Zahlungsvorg\u00e4nge digital abgewickelt werden. Und es w\u00e4re n\u00fctzlich: Bargeld ist teuer, und es spielt in der kriminellen Wirtschaft eine wichtige Rolle, seine Abschaffung w\u00fcrde also weniger Kosten und mehr Sicherheit bringen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die Kehrseite: K\u00fcnftig wird jede Zahlung digital erfasst und gespeichert. Dieses Wissen bedeutet Macht. Umgekehrt wird ein bisher wichtiger Bereich des menschlichen Lebens beeintr\u00e4chtigt, das Reich von Heimlichkeiten und Geheimnissen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Dasselbe gilt f\u00fcr das kommende Verkehrssystem, das zu wesentlichen Teilen auf selbstfahrenden Fahrzeugen beruhen wird. Das wird in Form von drastisch sinkenden Unfallzahlen und fl\u00fcssigerem Verkehr zweifellos Vorteile bringen. Andererseits wird es bedeuten, dass, zusammen mit neuen Bezahlmodellen im \u00f6ffentlichen Verkehr, f\u00fcr jeden von uns l\u00fcckenlose Bewegungsprofile m\u00f6glich sein werden. Eine heimliche Fahrt zur Pflege eines Geheimnisses wird dann nicht mehr m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Wer argumentiert, angesichts der unbestreitbaren Vorteile von Datensammlung und Datenverwertung m\u00fcsse man auf einen Luxus wie die Pflege von Privatsph\u00e4re verzichten, hat gute Gr\u00fcnde auf seiner Seite. Ist es nicht tats\u00e4chlich luxuri\u00f6ses Wollen, wenn man einen Raum bewahren m\u00f6chte, in dem Heimlichkeiten und Geheimnisse Platz haben, von dem niemand oder h\u00f6chstens ein paar bewusst Ausgew\u00e4hlte wissen?<\/p>\n<p class=\"mittel\">Es mag altmodisch erscheinen, aber f\u00fcr mich geh\u00f6rt eben dieser Raum zum gr\u00f6sseren Raum meiner pers\u00f6nlichen Freiheit, und deshalb ist er mir wichtig. Ich m\u00f6chte manchmal etwas bezahlen, ohne dass jemand davon erf\u00e4hrt, und das geht nur in bar. Und ich m\u00f6chte verreisen k\u00f6nnen, ohne dass es die halbe Welt weiss und sich fragt, warum und wozu ich das tue.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Das mit der halben Welt ist nat\u00fcrlich leicht \u00fcbertrieben. Wirklich interessieren wird sich f\u00fcr meine Daten nur, wer sich davon einen kommerziellen Nutzen verspricht. Doch schon das ist mir zu viel. Ich m\u00f6chte nicht, dass eine an Profit orientierte Organisation mir unter dem Vorwand, es handle sich dabei um eine gesellschaftlich n\u00fctzliche Sache, vorschreibt, welche Werte mir wichtig zu sein haben.<\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel4\" height=\"273\" width=\"364\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel4.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"normal\">Identische Einzelf\u00e4lle gibt es nicht&#8230;<\/p>\n<p><span class=\"mittel\"><strong>Die Statistik-Falle<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">H\u00e4tte ich die Gewissheit, irgendein digitales Gesundheitssystem w\u00fcrde mir todsichere Empfehlungen und Tipps f\u00fcr die F\u00f6rderung meiner Gesundheit liefern, wer weiss, vielleicht w\u00fcrde ich meine Daten dann doch ausliefern. Doch das ganze sich gerade abzeichnende System beruht auf einem elementaren Denkfehler.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Ich bin als Individuum ein Einzelfall. Alle Erkenntnisse \u00fcber die Gesundheit f\u00f6rdernde oder sie einschr\u00e4nkende Faktoren und Massnahmen beruhen auf einer statistischen Analyse einer grossen Zahl von Einzelf\u00e4llen. Solche statistischen Analysen jedoch bringen nie eindeutige Gewissheiten \u00fcber Zusammenh\u00e4nge zutage. Ihre W\u00e4hrung ist nicht Gewissheit, sondern Wahrscheinlichkeit.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Jemand, der wie ich ein Faible f\u00fcr statistisches Denken hat, weiss um die N\u00fctzlichkeit solcher Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Wenn die Wetterprognose mit einer Wahrscheinlichkeit von neunzig Prozent heftige Gewitter voraussagt, ist es nicht sehr klug, zu einer Bergtour aufzubrechen. Andererseits gilt ein ehernes Gesetz: Die aus einer grossen Zahl von Einzelf\u00e4llen ermittelte Wahrscheinlichkeit sagt nichts \u00fcber den Einzelfall. Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto den Haupttreffer zu gewinnen, ist verschwindend klein, und doch gibt es immer wieder Lottomillion\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Das gilt auch im Gesundheitsbereich: Statistisch gesehen ist Rauchen zweifellos ungesund, was aber den deutschen Altbundeskanzler Helmut Schmidt nicht daran gehindert hat, sein Leben lang fr\u00f6hlich paffend fast hundert Jahre alt zu werden. Das ist zugegebenermassen ein krasses Beispiel, das sich allerdings beliebig erweitern liesse. Nicht alle n\u00fctzlichen Massnahmen n\u00fctzen allen Menschen gleichermassen, und ebenso wenig sind \u201enegative\u201c Einfl\u00fcsse oder Lebensstile f\u00fcr alle gleich sch\u00e4dlich. Dazu sind wir Menschen individuell einfach zu unterschiedlich.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Wenn nun irgendein System, vielleicht sogar in guter Absicht, mir empfiehlt, mein Verhalten zu \u00e4ndern, weil sonst mit einer so und so grossen Wahrscheinlichkeit Ungemach drohe, dann missachten es die Tatsache, dass ich als statistischer Einzelfall ebenso gut zu jener mehr oder weniger grossen Randgruppe geh\u00f6ren k\u00f6nnte, f\u00fcr die der vermutete Zusammenhang eben nicht gilt. Wenn das System dann auf seinem Ratschlag beharrt, wird dieser tats\u00e4chlich zum Schlag, der mir etwas vorschreiben will, was mir nichts n\u00fctzt oder gar schadet.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Dazu zum Schluss ein etwas fr\u00f6hlicher stimmendes Beispiel: Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine unmittelbar nach einer schmerzlichen Trennung eingegangene neue Liebesbeziehung nachhaltig h\u00e4lt, ist gering. Jeder Psychotherapeut, der etwas auf sich h\u00e4lt, m\u00fcsste einem davon abraten, sich entsprechende Hoffnungen zu machen, die Chance, dass eine solche Beziehung nur die Funktion der Fluchthilfe hat und deshalb keine Dauer, ist einfach zu gross. Sagt auch die Lebenserfahrung.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Meine Liebste und ich haben es dennoch gewagt. Das ist dieser Tage dreissig Jahre her. Statistisch unwahrscheinlich, aber faktisch m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"mittel\">H\u00e4tten wir damals eine Therapeutin konsultiert, h\u00e4tte die uns entschieden abraten m\u00fcssen, uns darauf einzulassen. Es k\u00f6nnte der Tag kommen, an dem diese Rolle von einem digitalen Psychotherapiesystem \u00fcbernommen wird. Auf beides kann ich gut verzichten. Ich will weiterhin meine Werte-Freiheit. Und beobachte deshalb sorgsam und achtsam, was in Richtung G\u00e4ngel-Gesellschaft l\u00e4uft, und was ich mit meinem Umgang mit Daten dazu beitrage.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"gaengel0_kl\" height=\"131\" width=\"175\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/gaengel0_kl.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Werte-Freiheit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}