{"id":534,"date":"2015-06-26T11:52:59","date_gmt":"2015-06-26T11:52:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=534"},"modified":"2020-12-17T14:04:57","modified_gmt":"2020-12-17T14:04:57","slug":"werte-sind-was-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=534","title":{"rendered":"Werte sind was wert"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/marktfrau1.jpg\" width=\"364\" height=\"273\" alt=\"marktfrau1\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Marktfrau-Tipps f\u00fcr Unternehmer<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em>Der folgende Text ist ein Auszug aus dem B\u00fcchlein <strong>Die Philosophie der Marktfrau \u2013 Gedanken zur Zukunft des Marketings<\/strong> von Andreas Giger, erschienen bei BOD 2006. (<\/em><a href=\"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=536\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mehr Infos hier<\/a><em>) &nbsp;In diesem B\u00fcchlein macht sich eine fiktive Marktfrau so ihre Gedanken. Hier stellt sie sich gleich selbst vor:<\/em><\/p>\n<p>Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle? Mein Name tut hier nichts zur Sache. Auch nicht der Ort, an dem ich wirke, oder mein Alter. Wichtig ist nur, dass ich seit Jahrzehnten dort t\u00e4tig bin, wo das Zentrum aller Marktwirtschaft liegt: auf einem Gem\u00fcsemarkt.<\/p>\n<p>Als Marktfrau habe ich mich immer wohl gef\u00fchlt. Das mag auch daran liegen, dass ich bei dieser T\u00e4tigkeit immer wieder ungest\u00f6rt meiner Neigung nachgehen konnte, das zu beobachten, was um mich herum vorgeht, und mich dabei zu fragen, was da eigentlich abl\u00e4uft, worum es geht, was einen Markt im Innersten zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p><em>Im zweitletzten Kapitel macht sich die Marktfrau Gedanken \u00fcber den Wert der Werte:<\/em><\/p>\n<p>Wenn ich so \u00fcber die Geheimnisse der M\u00e4rkte sinne, taucht immer wieder eine Frage auf: Wie kommt es zu jenem seltsamen Ph\u00e4nomen der Umwandlung von immateriellen in materielle Werte,&#8230;?<\/p>\n<p>Findet hier so etwas wie ein alchimistischer Prozess statt, eine Umwandlung von Erz in Gold? Ganz so geheimnisvoll muss die Antwort nicht ausfallen, obwohl das Ganze noch r\u00e4tselhaft genug ist. Ich glaube, wir finden Hinweise mal wieder am ehesten in der Sprache, und dort in einem Bild, das uns Kaufleuten nahe liegt: Immaterielle und materielle Werte sind die zwei Seiten von ein und derselben M\u00fcnze namens Wert.<\/p>\n<p>Dieses h\u00fcbsche kleine Wort verwenden wir ja wirklich v\u00f6llig&nbsp; ungeniert&nbsp; wild durcheinander. Wenn&nbsp; wir&nbsp; etwa \u00fcber den allgemeinen Werteverlust klagen, meinen wir immaterielle Werte, bei Wertpapieren dagegen ebenso klar materielle. F\u00fcr einen Vertrauenszuwachs w\u00e4re &#8222;Mehrwert&#8220; das falsche Wort, ebenso &#8222;Wertewandel&#8220; f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen der Zinss\u00e4tze.<\/p>\n<p>Hier ist es noch klar, doch was meint ein Wort wie wertvoll? Sie wissen doch, ein Ding von geringem materiellen Wert, an dem pers\u00f6nliche Erinnerungen h\u00e4ngen, kann uns so wertvoll sein wie ein anderes, das sehr viel kostet und deshalb wertvoll ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/marktfrau3.jpg\" width=\"364\" height=\"273\" alt=\"marktfrau3\" \/><\/p>\n<p><span class=\"klein\">Auch Kleines kann wertvoll sein&#8230;<\/span><\/p>\n<p>Daraus k\u00f6nnen wir schlie\u00dfen, dass die Ma\u00dfst\u00e4be daf\u00fcr, was wertvoll ist, sehr subjektiv sind. Es sind immer Individuen, die entscheiden, was ihnen wertvoll ist, also ihnen etwas bedeutet, etwas wert ist.<\/p>\n<p>Und genau von dieser Entscheidung h\u00e4ngt letztlich das Schicksal von uns Anbietern auf den M\u00e4rkten ab, also jedenfalls meines: Schaffe ich es, meinen Kunden etwas anzubieten, das ihnen so viel wert ist, dass sie sich die Zeit nehmen, an meinen Stand zu kommen, dass sie Aufmerksamkeit investieren, um meinen Empfehlungen zu lauschen, und dass sie schliesslich ihr Portemonnaie z\u00fccken?<\/p>\n<p>Und so investiere ich meinerseits einiges an Zeit und Gehirnschmalz, um immer besser zu verstehen, nach welchen Wertmassst\u00e4ben meine Kunden &#8211; und jene, die es werden k\u00f6nnten &#8211; ihre Kaufentscheide f\u00e4llen. Dabei ist mir, zu meiner allerdings geringen \u00dcberraschung, aufgefallen, dass auch das dem Gesetz des Wandels unterliegt.<\/p>\n<p>Mein Marktstand bietet daf\u00fcr besten Anschauungsunterricht. Gem\u00fcse kauft man ja wie jedes Nahrungsmittel zun\u00e4chst mal, um ein elementares Bed\u00fcrfnis zu stillen: Hunger. Geld auszugeben, f\u00fcr etwas, was man wirklich braucht, ist die erste Antriebskraft aller M\u00e4rkte, und war die l\u00e4ngste Zeit der Menschheitsgeschichte auch die dominante.<\/p>\n<p>Wenn der gr\u00f6bste Hunger gestillt ist, melden sich beim Menschen unweigerlich die W\u00fcnsche nach mehr Qualit\u00e4t beim Essen. Wir k\u00f6nnten zur Not auch mit Astronautennahrung \u00fcberleben, brauchen also nicht unbedingt abwechslungsreiches, gesundes, schmackhaftes und erst noch gut aussehendes Essen. Aber wir w\u00fcnschen es uns heftig und haben deshalb angefangen, es zu kaufen, sobald wir es uns einigerma\u00dfen leisten konnten.<\/p>\n<p>W\u00fcnsche, nicht Bed\u00fcrfnisse, waren die Antriebskraft des Wirtschaftsbooms in den Wohlstandsgesellschaften. Aber sie k\u00f6nnen es nicht ewig bleiben. Der Schwung l\u00e4sst nach, weil immer mehr Menschen erkennen, dass &#8222;immer noch mehr&#8220; in eine Sackgasse f\u00fchrt. W\u00fcnsche unterliegen inflation\u00e4ren Tendenzen, was ihren Wert rapide vermindert.<\/p>\n<p>Sicher, man kann sich w\u00fcnschen, mitten im Winter frischen Spargel zu essen. Manche erf\u00fcllen diesen Wunsch &#8211; ich nicht. Denn was kommt als n\u00e4chster Wunsch? Irgendwann wird es absurd&#8230;<\/p>\n<p>Was sonst k\u00f6nnte denn die M\u00e4rkte in Zukunft in Schwung halten? F\u00fcr mich ist die Frage matchentscheidend, denn bei der sich immer schneller drehenden Wunschspirale kann und will ich nicht mithalten, und satt werden kann man auch ohne Gem\u00fcse. Was also ist meinen Kundinnen so viel wert, dass sie zu mir kommen, obwohl das teurer und zeit-aufw\u00e4ndiger ist als der Gem\u00fcsekauf im Supermarkt?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/marktfrau2.jpg\" width=\"364\" height=\"273\" alt=\"marktfrau2\" \/><\/p>\n<p class=\"klein\">Was kommt nach Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen?<\/p>\n<p>Direkt, wie ich nun mal bin, habe ich diese Frage einigen meiner Kundinnen gestellt. Nat\u00fcrlich waren die Antworten so individuell wie meine Kundinnen. Manches bezog sich auf mein Angebot an Obst und Gem\u00fcse, manches auf das Aussehen meines Standes, wieder anderes auf meine Verpackungen und meine Preise. Meine kleinen Zusatzdienstleistungen wurden erw\u00e4hnt, auch die Auswahl meiner Aushilfen.<\/p>\n<p>Als bescheidene Marktfrau getraue ich es mich fast nicht zu sagen: Die meisten Aussagen dar\u00fcber, was meinen Marktstand von anderen, oder von anderen Einkaufsquellen, unterscheide, bezogen sich auf meine Person und auf mein Verhalten. Ich will gar nicht alle Lobeshymnen aufz\u00e4hlen, das w\u00fcrde mich nur erneut err\u00f6ten lassen, und das, obwohl ich meinen Wert an sich durchaus kenne.<\/p>\n<p>Doch die Formulierung einer Kundin fasst die \u00c4usserungen der anderen vielleicht ganz sch\u00f6n zusammen. Sie sagte zu mir: \u00bbSie verk\u00f6rpern alle Werte, die mir an einem Marktpartner wichtig sind.\u00ab<\/p>\n<p>Seither weiss ich, dass Werte was wert sind &#8211; gerade auch im Marketing. Nur jene werden auf den M\u00e4rkten \u00fcberleben, welche die Werte verk\u00f6rpern, die den Kunden wichtig sind. Dazu habe ich k\u00fcrzlich gelesen: \u00bbDabei werden altvertraute Werte in neuem Bedeutungszusammenhang steile Karriere machen: Liebe. Treue. Freundschaft. Reife. Lebensqualit\u00e4t. Weisheit.\u00ab<\/p>\n<p>Da f\u00e4llt mir noch eine Antwort auf meine Frage nach meinem Profil ein. Eine Kundin erz\u00e4hlte: \u00bbAngeregt durch eine Umfrage f\u00fchre ich jetzt immer eine kleine Buchhaltung dar\u00fcber, was meine Lebensqualit\u00e4t verbessert, und was sie vermindert. Sie sind ein klarer Aktivposten, einkaufen bei Ihnen erh\u00f6ht meine Lebensqualit\u00e4t.\u00ab Das meine ich, wenn ich von Wertsch\u00f6pfung durch Werte rede.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/marktfrau4.jpg\" width=\"364\" height=\"273\" alt=\"marktfrau4\" \/>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"klein\">Werte als Schl\u00fcssel zum Markterfolg<\/p>\n<p><em>Eine Studie bei Schweizer Familienunternehmen, f\u00fcr die spirit.ch die Projektleitung \u00fcbernehmen durfte, best\u00e4tigt \u00fcbrigens, dass die Gattung Familienunternehmen verst\u00e4rkt erkennt, dass ihre Werteorientierung zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Sobald die Ergebnisse dieser Studie publiziert sind, erfahren Sie es auf spirit.ch.<\/em><\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/marktfrau1_kl.jpg\" width=\"175\" height=\"131\" alt=\"marktfrau1_kl\" \/><\/p>\n<p>Marktfrau-Tipps f\u00fcr Unternehmer<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=534"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":762,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534\/revisions\/762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}