{"id":489,"date":"2014-04-30T15:46:09","date_gmt":"2014-04-30T15:46:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=489"},"modified":"2020-12-17T14:04:57","modified_gmt":"2020-12-17T14:04:57","slug":"kastalien-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=489","title":{"rendered":"Kastalien 2"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien.jpg\" alt=\"kastalien\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Alte Vision &#8211; neues Leben?<\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Der folgende Text stammt aus dem Jahr 1999, also aus der Fr\u00fchzeit des digitalen Zeitalters, und l\u00f6ste damals kaum Reaktionen aus. Vielleicht kam die darin enthaltene Vision einfach zu fr\u00fch? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung, die Sie am Schluss des Beitrags \u00e4ussern k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das Kastalien, das Hermann Hesse in seinem Sp\u00e4twerk &#8222;Das Glasperlenspiel&#8220; schildert, wurde sicher inspiriert von seinem Gastland Schweiz, reicht aber weit \u00fcber deren Landesgrenzen hinaus. Insofern passt die Idee wunderbar in unser Dossier Schweiz&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien3.jpg\" alt=\"kastalien3\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p class=\"mittel\"><strong>Kastalien II<\/strong><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Hesses Glasperlenspiel als Modell einer virtuellen Gemeinschaft &#8211; eine Vision<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">\u00a0<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><strong>Kastalien I<\/strong><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">In Kastalien spielt der letzte grosse Roman von Hermann Hesse, das Glasperlenspiel, erschienen 1943 (!).&nbsp;Kastalien ist jener stillste und heiterste Bezirks unsres gebirgigen Landes, den man fr\u00fcher mit einem Ausdruck des Dichters Goethe oft auch &#8222;die p\u00e4dagogische Provinz&#8220; genannt hat.&nbsp;Der Roman spielt in einer nicht n\u00e4her definierten Zukunft, nach dem &#8222;feuilletonistischen Zeitalter&#8220;, einer wunderbar prophetischen Vorwegnahme unserer heutigen postmodernen Beliebigkeit. Als Gegenreaktion ist eine neue Zucht des Geistes entstanden, und gepflegt wird diese in der daf\u00fcr spezialisierten p\u00e4dagogischen Provinz Kastalien.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">In Kastalien werden alle geistigen Disziplinen auf h\u00f6chsten Niveau betrieben und gepflegt. Der wichtigste &#8222;Wirtschaftszweig&#8220; von Kastalien sind seine Eliteschulen, sein wichtigster &#8222;Exportartikel&#8220; sind Lehrer aller Art. Organisiert ist das Ganze ziemlich altmodisch hierarchisch: An der Spitze Kastaliens steht eine Erziehungsbeh\u00f6rde, die aufgebaut ist wie ein kirchlicher Orden &#8211; inklusive Verzicht auf weltliche G\u00fcter und Statussymbole.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">\u00a0<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><strong>Das Glasperlenspiel<\/strong><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Bis dahin ist Hesses Vision einer p\u00e4dagogischen Provinz nicht besonders originell: Dass Geistesleben auf h\u00f6chstem Niveau in der Provinz besser gedeiht als in der Gro\u00dfstadt, zeigen fast alle Eliteuniversit\u00e4ten dieser Welt. Doch neben Eliteschulen und Lehrerausbildung hat Kastalien noch eine ganz besondere Spezialit\u00e4t auf seiner geistigen Speisekarte: das Glasperlenspiel.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Nun gibt das Glasperlenspiel zwar dem Roman seinen Namen, ist jedoch innerhalb des ganzen vielschichtigen Werks eher ein Nebenthema &#8211; im Zentrum steht eine Entwicklungsgeschichte, in der es um Autonomie und Authentizit\u00e4t des Individuums geht. Und so war das Glasperlenspiel selber bei meinen ersten Begegnungen mit diesem Buch ebenfalls nicht von besonderem Interesse, bis mir 1986 ein Text von Timothy Leary, dem fr\u00fcheren Psychologieprofessor in Harvard und sp\u00e4teren Propheten von LSD, planetarischer Auswanderung und Cyberspace, in die H\u00e4nde fiel. Leary behauptete darin nicht weniger, als dass Hesses Glasperlenspiel die geniale Vorwegnahme der digitalen Revolution gewesen sei.&nbsp;<strong><a href=\"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=488\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Den ganzen Text dieses Artikels finden Sie hier. Tipp: Ausdrucken und in Ruhe lesen, lohnt sich &#8230;)<\/a><\/strong><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Warum dieses ? Nun, aus gutem Grunde beschreibt Hesse das fiktive Glasperlenspiel nie genauer, ersch\u00f6pft sich vielmehr in Andeutungen. Prim\u00e4r ist das Glasperlenspiel ein geistiges Assoziationsspiel, in dem Wissenspartikel aus den unterschiedlichsten Gebieten miteinander verbunden und in Beziehung gesetzt werden &#8211; mittels eines gemeinsamen Codes, einer Sprache, in der sich jede Wissenschaft (und jede Kunst) ausdr\u00fccken kann. Und dieser universale Sprachcode, in der sich alles ausdr\u00fccken und damit in Beziehung setzen l\u00e4sst, ist, so Leary, heute die digitale Sprache, von der Hesse noch nichts wissen konnte.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Tats\u00e4chlich fusst genau auf der Erfindung der digitalen Sprache unsere heutige Welt von Computer, Multimedia und Internet: Jedwede Art und Form von Information l\u00e4sst sich in einer Abfolge von Nullen und Einsern ausdr\u00fccken, und dank dieser universalen Sprache sind die M\u00f6glichkeiten von Kommunikation gewaltig gestiegen. Die Frage ist nur: Was machen wir mit diesen M\u00f6glichkeiten ?<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Hermann Hesse hatte davon eine klare Vision, auch wenn er noch nicht ahnen konnte, wie schnell diese &#8211; im Prinzip &#8211; realisierbar werden w\u00fcrde. Betrachten wir uns also diese Vision etwas ausf\u00fchrlicher in Form von Originalzitaten.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Als erstes hier eine Zusammenfassung des Spiels:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Diese Regeln, die Zeichensprache und Grammatik des Spieles, stellen eine Art von hochentwickelter Geheimsprache dar, an welcher mehrere Wissenschaften und K\u00fcnste, namentlich aber die Mathematik und die Musik (beziehungsweise Musikwissenschaft) teilhaben und welche die Inhalte und Ergebnisse nahezu aller Wissenschaften auszudr\u00fccken und zueinander in Beziehung zu setzen imstande ist. Das Glasperlenspiel ist also ein Spiel mit s\u00e4mtlichen Inhalten und Werten unsrer Kultur, es spielt mit ihnen, wie etwa in den Bl\u00fctezeiten der K\u00fcnste ein Maler mit den Farben seiner Palette gespielt haben mag. Was die Menschheit an Erkenntnissen, hohen Gedanken und Kunstwerken in ihren sch\u00f6pferischen Zeitaltern her vorgebracht, was die nachfolgenden Perioden gelehrter Betrachtung auf Begriffe gebracht und zum intellektuellen Besitz gemacht haben, dieses ganze ungeheure Material von geistigen Werten wird vom Glasperlenspieler so gespielt wie eine Orgel vom Organisten, und diese Orgel ist von einer kaum auszudenkenden Vollkommenheit, ihre Manuale und Pedale tasten den ganzen geistigen Kosmos ab, ihre Register sind beinahe unz\u00e4hlig, theoretisch lie\u00dfe mit diesem Instrument der ganze geistige Weltinhalt sich im Spiele reproduzieren.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Dagegen ist innerhalb dieses fest stehenden Gef\u00fcges oder, um in unserem Bilde zu bleiben, innerhalb der komplizierten Mechanik dieser Riesenorgel dem einzelnen Spieler eine ganze Welt von M\u00f6glichkeiten und Kombinationen gegeben, und da\u00df unter tausend streng durchgef\u00fchrten Spielen auch nur zwei einander mehr als an der Oberfl\u00e4che \u00e4hnlich seien, liegt beinahe au\u00dferhalb des M\u00f6glichen. Selbst wenn es gesch\u00e4he, da\u00df einmal zwei Spieler durch Zufall genau dieselbe kleine Auswahl von Themen zum Inhalt ihres Spieles machen sollten, k\u00f6nnten diese beiden Spiele je nach Denkart, Charakter, Stimmung und Virtuosit\u00e4t der Spieler voll kommen verschieden aussehen und verlaufen.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien1.jpg\" alt=\"kastalien1\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"klein\">Am Anfang standen F\u00e4den&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Hier erfahren wir von den Anf\u00e4ngen des Spiels und wie es zu seinem Namen gekommen ist:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Das Spiel war zun\u00e4chst nichts weiter als eine witzige Art von Ged\u00e4chtnis- und Kombinations\u00fcbung unter den Studenten und Musikanten, und wie gesagt wurde es so wohl in England wie in Deutschland gespielt, noch ehe es hier an der Musikhochschule von K\u00f6ln \u00b4erfunden\u00aa wurde und seinen Namen erhielt, den es auch heute nach so vielen Generationen noch tr\u00e4gt, obwohl es seit langer Zeit mit Glasperlen nichts mehr zu tun hat. Dieser Glasperlen bediente sich der Erfinder, Bastian Perrot aus Calw, ein etwas wunderlicher, aber kluger und geselliger und menschenfreundlicher Musiktheoretiker, an Stelle von Buchstaben, Zahlen, Musiknoten oder anderer graphischer Zeichen. Perrot, der \u00fcbrigens auch eine Abhandlung \u00fcber \u00b4Bl\u00fcte und Verfall der Kontrapunktik\u00aa hinterlassen hat, fand im K\u00f6lner Seminar eine von den Sch\u00fclern schon ziemlich weit entwickelte Spielgewohnheit vor: sie riefen einander in den abk\u00fcrzenden Formeln ihrer Wissenschaft beliebige Motive oder Anf\u00e4nge aus klassischen Kompositionen zu, worauf der Angerufene entweder mit der Fortsetzung des St\u00fcckes oder noch besser mit einer Ober- oder Unterstimme, einem kontrastierenden Gegenthema und so weiter zu antworten hatte.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Perrot konstruierte sich, nach dem Vorbild naiver Kugelz\u00e4hlapparate f\u00fcr Kinder, einen Rahmen mit einigen Dutzend Dr\u00e4hten darin, auf welchen er Glasperlen von verschiedener Gr\u00f6\u00dfe, Form und Farbe aneinanderreihen konnte. Die Dr\u00e4hte entsprachen den Notenlinien, die Perlen den Notenwerten und so weiter, und so baute er aus Glasperlen musikalische Zitate oder erfundene Themata, ver\u00e4nderte, transponierte, entwickelte sie, wandelte sie ab und stellte ihnen andre gegen\u00fcber. Dies war, was das Technische betrifft, zwar eine Spielerei, gefiel aber den Sch\u00fclern, wurde nachgeahmt und Mode, auch in England, und eine Zeitlang wurde das Musik\u00fcbungsspiel auf diese primitiv-anmutige Art betrieben. Und wie so oft, hat auch hier eine langdauernde und bedeutungsvolle Einrichtung ihren Namen von einer verg\u00e4nglichen Nebensache empfangen. Das, was aus jenem Seminaristenspiel und aus Perrots perlenbeh\u00e4ngten Dr\u00e4hten sp\u00e4ter geworden ist, tr\u00e4gt noch heute den volkst\u00fcmlich gewordenen Namen Glasperlenspiel .<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Kaum zwei, drei Jahrzehnte sp\u00e4ter scheint das Spiel unter den Musikstudenten an Beliebtheit eingeb\u00fc\u00dft zu haben, daf\u00fcr aber von den Mathematikern \u00fcbernommen worden zu sein, und lange Zeit blieb das ein kennzeichnender Zug in der Geschichte des Spieles, da\u00df es stets von derjenigen Wissenschaft bevorzugt und benutzt und weitergebildet wurde, welche jeweils eine besondere Bl\u00fcte oder Renaissance erlebte. Bei den Mathematikern wurde das Spiel zu einer hohen Beweglichkeit und Sublimierungsf\u00e4higkeit gebracht und gewann schon etwas wie ein Bewu\u00dftsein seiner selbst und seiner M\u00f6glichkeiten.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien6.jpg\" alt=\"kastalien6\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"klein\">Das Glasperlensiel ist alles andere als gradlinig&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das Glasperlenspiel haben wir uns als eine Art Denkschule vorzustellen, die in verschiedenen M\u00e4rkten Anklang findet:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Das Spiel wurde von beinahe allen Wissenschaften zeitweise \u00fcbernommen und nachgeahmt, das hei\u00dft auf ihr Gebiet angewendet, bezeugt ist dies f\u00fcr die Gebiete der klassischen Philologie und der Logik. Die analytische Betrachtung der Musikwerte hatte dazu gef\u00fchrt, da\u00df man musikalische Abl\u00e4ufe in physikalisch-mathematische Formeln einfing. Wenig sp\u00e4ter begann die Philologie mit dieser Methode zu arbeiten und sprachliche Gebilde nach der Weise auszumessen, wie die Physik Naturvorg\u00e4nge ma\u00df; es schlo\u00df die Untersuchung der bildenden K\u00fcnste sich an, wo von der Architektur her die Beziehung zur Mathematik schon l\u00e4ngst vorhanden war. Und nun entdeckte man zwischen den auf diesem Wege gewonnenen abstrakten Formeln immer neue Beziehungen, Analogien und Entsprechungen. Jede Wissenschaft, die sich des Spiels bem\u00e4chtigte, schuf sich zu diesem Zweck eine Spielsprache von Formeln, Abbreviaturen und Kombinationsm\u00f6glichkeiten, \u00fcberall unter der Elite der geistigen Jugend waren die Spiele mit den Formelfolgen und Formeldialogen beliebt. Das Spiel war nicht blo\u00df \u00dcbung und nicht blo\u00df Erholung, es war konzentriertes Selbstgef\u00fchl einer Geisteszucht, besonders die Mathematiker betrieben es mit einer zugleich asketischen und sportsm\u00e4nnischen Virtuosit\u00e4t und formalen Strenge, und fanden darin einen Genu\u00df, der ihnen den damals schon konsequent durchgef\u00fchrten Verzicht der Geistigen auf weltliche Gen\u00fcsse und Bestrebungen erleichtern half.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Noch einmal erlebt die Evolution des Glasperlenspiels einen Schub:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Es war die Tat eines einzelnen, die nun das Glasperlenspiel beinahe mit einem einzigen Schritt zum Bewu\u00dftsein seiner M\u00f6glichkeiten und damit an die Schwelle der universalen Ausbildungsf\u00e4higkeit brachte, und wieder war es die Verbindung mit der Musik, welche dem Spiel diesen Fortschritt brachte. Ein Schweizer Musikgelehrter, zugleich fanatischer Liebhaber der Mathematik, gab dem Spiel eine neue Wendung und damit die M\u00f6glichkeit zur h\u00f6chsten Entfaltung. Der b\u00fcrgerliche Name dieses gro\u00dfen Mannes ist nicht mehr zu ermitteln, seine Zeit kannte den Kultus der Person auf den geistigen Gebieten schon nicht mehr, in der Geschichte lebt er als Lusor (auch: Joculator) Basiliensis fort. Seine Erfindung, wie jede Erfindung, war zwar durchaus seine pers\u00f6nliche Leistung und Gnade, kam aber keineswegs nur aus einem privaten Bed\u00fcrfnis und Streben, sondern war von einem st\u00e4rkeren Motor getrieben. Unter den Geistigen seiner Zeit war \u00fcberall ein leidenschaftliches Verlangen nach einer Ausdrucksm\u00f6glichkeit f\u00fcr ihre neuen Denkinhalte lebendig, man sehnte sich nach Philosophie, nach Synthese, man empfand das bisherige Gl\u00fcck der reinen Zur\u00fcckgezogenheit auf seine Disziplin als unzul\u00e4nglich, da und dort durchbrach ein Gelehrter die Schranken der Fachwissenschaft und versuchte ins Allgemeine vorzusto\u00dfen, man tr\u00e4umte von einem neuen Alphabet, einer neuen Zeichensprache, in welcher es m\u00f6glich w\u00fcrde, die neuen geistigen Erlebnisse festzuhalten und auszutauschen.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Seit der Gro\u00dftat des Baslers nun hat das Spiel sich rasch vollends zu dem entwickelt, was es noch heute ist: zum Inbegriff des Geistigen und Musischen, zum sublimen Kult, zur Unio Mystica aller getrennten Glieder der Universitas Litterarum.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><br \/><\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Schliesslich erh\u00e4lt das Glasperlenspiel auch noch eine spirituelle Komponente:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>War nun das Glasperlenspiel seit seinen Anf\u00e4ngen an Technik und an Umfang der Stoffe ins Unendliche gewachsen und, was die geistigen Anspr\u00fcche an die Spieler betrifft, zu einer hohen Kunst und Wissenschaft geworden, so fehlte ihm in den Zeiten des Baslers doch noch etwas Wesentliches. Bis dahin n\u00e4mlich war jedes Spiel ein Aneinanderreihen, Ordnen, Gruppieren und Gegeneinander stellen von konzentrierten Vorstellungen aus vielen Gebieten des Denkens und des Sch\u00f6nen gewesen, ein rasches Sicherinnern an \u00fcberzeitliche Werte und Formen, ein virtuoser kurzer Flug durch die Reiche des Geistes. Erst wesentlich sp\u00e4ter kam allm\u00e4hlich aus dem geistigen Inventar des Erziehungswesens, und namentlich aus den Gewohnheiten und Br\u00e4uchen der Morgenlandfahrer, auch der Begriff der Kontemplation in das Spiel. Es hatte sich der \u00dcbelstand bemerkbar gemacht, da\u00df Ged\u00e4chtnisk\u00fcnstler ohne andre Tugenden virtuose und blendende Spiele spielen und die Teilnehmer durch das rasche Nacheinander zahlloser Vorstellungen verbl\u00fcffen und verwirren konnten. Nun fiel allm\u00e4hlich dieses Virtuosentum mehr und mehr unter strenges Verbot, und die Kontemplation wurde zu einem sehr wichtigen Bestandteil des Spieles, ja sie wurde f\u00fcr die Zuschauer und Zuh\u00f6rer jedes Spieles zur Hauptsache. Es war dies die Wendung gegen das Religi\u00f6se. Es kam nicht mehr allein darauf an, den Ideenfolgen und dem ganzen geistigen Mosaik eines Spieles mit rascher Aufmerksamkeit und ge\u00fcbtem Ged\u00e4chtnis intellektuell zu folgen, sondern es entstand die Forderung nach einer tieferen und seelischeren Hingabe. Nach jedem Zeichen n\u00e4mlich, das der jeweilige Spielleiter beschworen hatte, wurde nun \u00fcber dies Zeichen, \u00fcber seinen Gehalt, seine Herkunft, seinen Sinn eine stille strenge Betrachtung ab gehalten, welche jeden Mitspieler zwang, sich die Inhalte des Zeichens intensiv und organisch gegenw\u00e4rtig zu machen.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien2.jpg\" alt=\"kastalien2\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"klein\">Glasperlenspiel: Mehr als die Milch der frommen Denkungsart&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Und hier noch einmal eine abschlie\u00dfende Zusammenfassung, die zeigt, dass das Glasperlenspiel als eine umfassende Schule des Bewusstseins verstanden werden kann und muss:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Es d\u00fcrfte wenig mehr hinzuzuf\u00fcgen sein. Das Spiel der Spiele hatte sich, unter der wechselnden Hegemonie bald dieser, bald jener Wissenschaft oder Kunst, zu einer Art von Universalsprache ausgebildet, durch welche die Spieler in sinnvollen Zeichen Werte auszudr\u00fccken und zueinander in Beziehung zu setzen bef\u00e4higt waren. Zu allen Zeiten stand das Spiel in engem Zusammenhang mit der Musik und verlief meistens nach musikalischen oder mathematischen Regeln. Ein Thema, zwei Themen, drei Themen wurden festgestellt, wurden ausgef\u00fchrt, wurden variiert und erlitten ein ganz \u00e4hnliches Schicksal wie das Thema einer Fuge oder eines Konzertsatzes. Es konnte ein Spiel zum Beispiel ausgehen von einer gegebenen astronomischen Konfiguration, oder vom Thema einer Bachfuge, oder von einem Satz des Leibniz oder der Upanischaden, und es konnte von diesem Thema aus, je nach Absicht und Begabung des Spielers, die wachgerufene Leitidee entweder weiterf\u00fchren und ausbauen oder auch durch Ankl\u00e4nge an verwandte Vorstellungen ihren Ausdruck bereichern. War der Anf\u00e4nger etwa f\u00e4hig, durch die Spielzeichen Parallelen zwischen einer klassischen Musik und der Formel eines Naturgesetzes herzustellen, so f\u00fchrte beim K\u00f6nner und Meister das Spiel vom Anfangsthema frei bis in unbegrenzte Kombinationen. Beliebt war bei einer gewissen Spielerschule lange Zeit namentlich das Nebeneinander stellen, Gegeneinanderf\u00fchren und endliche harmonische Zusammenf\u00fchren zweier feindlicher Themen oder Ideen, wie Gesetz und Freiheit, Individuum und Gemeinschaft, und man legte gro\u00dfen Wert darauf, in einem solchen Spiel beide Themata oder Thesen vollkommen gleichwertig und parteilos durchzuf\u00fchren, aus These und Antithese m\u00f6glichst rein die Synthese zu entwickeln. \u00dcberhaupt waren, von genialen Ausnahmen abgesehen, Spiele mit negativem oder skeptischem, disharmonischem Ausklang unbeliebt und zuzeiten geradezu verboten, und das hing tief mit dem Sinn zusammen, den das Spiel auf seiner H\u00f6he f\u00fcr die Spieler gewonnen hatte. Es bedeutete eine erlesene, symbolhafte Form des Suchens nach dem Vollkommenen, eine sublime Alchimie, ein Sichann\u00e4hern an den \u00fcber allen Bildern und Vielheiten in sich einigen Geist, also an Gott. So wie die frommen Denker fr\u00fcherer Zeiten etwa das kreat\u00fcrliche Leben darstellten als zu Gott hin unterwegs und die Mannigfaltigkeit der Erscheinungswelt in der g\u00f6ttlichen Einheit erst vollendet und zu Ende gedacht sahen, so \u00e4hnlich bauten, musizierten und philosophierten die Figuren und Formeln des Glasperlenspiels in einer Weltsprache, die aus allen Wissenschaften und K\u00fcnsten gespeist war, sich spielend und strebend dem Vollkommenen entgegen, dem reinen Sein, der voll erf\u00fcllten Wirklichkeit. &#8222;Realisieren&#8220; war ein beliebter Ausdruck bei den Spielern, und als Weg vom Werden zum Sein, vom M\u00f6glichen zum Wirklichen empfanden sie ihr Tun.<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien5.jpg\" alt=\"kastalien5\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"klein\">Von einem Bruder im Geiste des Glasperlenspiels&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Nachzutragen ist noch der organisatorische Aspekt des Glasperlenspiels. Dieses kann privat gespielt werden, allein oder zu mehreren, doch in Kastalien, der p\u00e4dagogischen Provinz, gibt es einen eigenen Orden der Glasperlenspieler, der f\u00fcr die eigentlichen Profis reserviert ist. An seiner Spitze steht der &#8222;Magister Ludi&#8220;, der Spielmeister, der in der p\u00e4dagogischen Provinz rangm\u00e4ssig direkt nach dem obersten Boss kommt. Einmal im Jahr nun gibt es ein grosses \u00f6ffentliches Glasperlenspiel von mehreren Tagen Dauer, entworfen und aufgef\u00fchrt vom Meister pers\u00f6nlich, in Anwesenheit vieler W\u00fcrdentr\u00e4ger und per Rundfunk an viele Interessierte in der ganzen Welt \u00fcbertragen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><strong>Kastalien II<\/strong><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Meine Vision, aufbauend auf diesen Ideen vom Glasperlenspiel, ist nun folgende: Die p\u00e4dagogische Provinz Kastalien II im Cyber-Continent zu errichten, einen Orden der Glasperlenspieler (und, anders als bei Hesse, selbstverst\u00e4ndlich auch der Glasperlenspielerinnen) zu gr\u00fcnden und das Glasperlenspiel als Schule des Bewusstseins (wieder ? neu ? ) zu entwickeln.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das mit der Provinz ist durchaus w\u00f6rtlich zu nehmen: Wer sich mit so anspruchsvollen geistigen und spirituellen Zielen befasst, wird seine Ecke im Cyberspace immer abseits des Mainstreams einrichten m\u00fcssen, und das ist auch gut so: Nur dort gibt es die n\u00f6tige Mu\u00dfe und die n\u00f6tigen Freir\u00e4ume f\u00fcr eine wirkliche Bewusstseinsschule.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Provinz hat noch eine Bedeutung: Alles spricht daf\u00fcr, dass funktionierende virtuelle Gemeinschaften eine Anbindung an die reale Welt brauchen, also ein Zentrum im faktischen Raum. Auch daf\u00fcr sehe ich die Provinz als optimalen Standort, genauer gesagt das schweizerische Appenzellerland.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Die Geschichte mit dem Orden dagegen ist nicht ganz w\u00f6rtlich zu nehmen: Es wird von niemandem Armut, Keuschheit oder Gehorsam verlangt. Vielmehr steht der Begriff des Ordens symbolisch f\u00fcr eine virtuelle Gemeinschaft, der es um mehr geht als um seichte Unterhaltung. Vielmehr verfolgen seine Mitglieder ein geistiges und spirituelles Ziel: Sie wollen in einer spielerischen Bewusstseinsschule ihren eigenen Geist weiter entwickeln.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien4.jpg\" alt=\"kastalien4\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"klein\">Das Glasperlenspiel als Orden der Herzen&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Klar ist auch, dass der virtuelle Orden der GlasperlenspielerInnen in Kastalien II nicht klassisch hierarchisch organisiert sein kann wie bei Hesse. \u00dcbernommen aber werden kann die Idee unterschiedlicher Kreise: Aussen w\u00e4ren all jene anzusiedeln, welche die Glasperlenspiele &#8222;nur&#8220; zuschauend verfolgen (und auch dabei viel lernen k\u00f6nnen), innen jene, die &#8211; in unterschiedlicher Intensit\u00e4t &#8211; selber Beitr\u00e4ge zum Spielgeschehen liefern.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Womit wir bei den Glasperlenspielen selbst w\u00e4ren. Thematisch m\u00fcssen diese selbstverst\u00e4ndlich nicht in derselben d\u00fcnnen H\u00f6henluft der Abstraktion angesiedelt werden wie in den Beispielen von Hessen. Denkbar w\u00e4ren auch handfestere Leitthemen: Die Zukunft der Familie. Unser k\u00fcnftiges Arbeitsleben. Neue Modelle der Energieversorgung. Oder auch die Entwicklung einer virtuellen Gemeinschaft selbst.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das Spielprinzip aber bleibt: Es werden Elemente aus unterschiedlichsten Wissens- und Erfahrungsgebieten miteinander in Beziehung gesetzt, auf \u00c4hnlichkeiten und Unterschiede abgeklopft, zu einem neuen Gedankennetz verkn\u00fcpft. Die Form der einzelnen Beitr\u00e4ge und der Reflexionen \u00fcber ihre Zusammenh\u00e4nge ist dabei frei w\u00e4hlbar: Texte, Grafiken, Statistiken, T\u00f6ne, Bilder etc. Zum Spiel kann man auf zwei Arten beitragen: Entweder man bringt ein neues Element ein oder einen Beitrag \u00fcber die Beziehungen zwischen schon vorhandenen Elementen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Welches Medium w\u00e4re f\u00fcr diese Form des Spielens geeigneter als das Internet ? Die Idee, die mit dem brieflichen Fernschach angefangen hat, findet hier ihre Vollendung: Unabh\u00e4ngig von Zeit und Raum kann jede(r) sich aktiv oder passiv am Spielgeschehen beteiligen und ist so Teil einer virtuellen Gemeinschaft. Alle Beteiligten profitieren von den Lerneffekten dieser Bewusstseinsschule.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Zudem ist das Ganze nicht einfach esoterischer Selbstzweck. Vielmehr sind die Glasperlenspiele auch ein Ideenlabor, in dem Ideen entwickelt werden, untereinander agieren k\u00f6nnen, auf ihre \u00dcberlebensf\u00e4higkeit hin getestet werden und so auch neue Impulse schaffen, die nach aussen abstrahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Andreas Giger, 9.12.99<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien7.jpg\" alt=\"kastalien7\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Wenn Sie interessiert sind, an der Weiterentwicklung dieser Vision mitzuwirken, nutzen Sie am besten die Kommentarfunktion am unteren Rand dieser Seite!<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/kastalien_kl.jpg\" alt=\"kastalien_kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Alte Vision &#8211; neues Leben?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-489","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=489"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":737,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions\/737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}