{"id":484,"date":"2014-04-09T05:48:33","date_gmt":"2014-04-09T05:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=484"},"modified":"2020-12-17T14:04:56","modified_gmt":"2020-12-17T14:04:56","slug":"ursachen-und-folgen-des-9-februars-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=484","title":{"rendered":"Ursachen und Folgen des 9. Februars 2014"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/abstimmergebn.jpg\" alt=\"abstimmergebn\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Die Ergebnisse der Umfrage sind aufschlussreich&#8230;<\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Welches waren die Motive f\u00fcr ein JA oder ein NEIN zur Masseneinwanderungs-Initiative am 9. Februar? Und wie werden die ersten Auswirkungen dieses knappen Entscheids beurteilt? spirit.ch hat in einer Online-Umfrage danach gefragt. Die Ergebnisse lassen tiefer blicken als gewohnt.<\/em><\/p>\n<p class=\"mittel\"><em><span class=\"Titel4\">Inhaltsverzeichnis<\/span><br \/><\/em><\/p>\n<p class=\"mittel\"><a href=\"#Ausschnitt\"><em>Ein Ausschnitt aus der Bev\u00f6lkerung<\/em><\/a><br \/><a href=\"#Verhaeltnis-JA-NEIN\"><em>Ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen JA und NEIN<\/em><\/a><br \/><a href=\"#JA-Motive\"><em>Die Motive f\u00fcr ein JA<\/em><\/a><br \/><a href=\"#NEIN-Motive\"><em>Die Motive f\u00fcr ein NEIN<\/em><\/a><br \/><a href=\"#GemischteGefuehle\"><em>Gemischte Gef\u00fchle<\/em><\/a><br \/><a href=\"#Auswirkungen\"><em>Die Auswirkungen des Entscheids generell<\/em><\/a><br \/><a href=\"#Lebensstandard\"><em>Die Auswirkungen auf den Lebensstandard in der Schweiz<\/em><\/a><br \/><a href=\"#Lebensqualitaet\"><em>Die Auswirkungen auf die Lebensqualit\u00e4t in der Schweiz<\/em><\/a><br \/><a href=\"#Dialog-Bereitschaft\"><em>Bereitschaft zum weiteren Dialog<\/em><\/a><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"Ausschnitt\"><\/a>Ein Ausschnitt aus der Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Bis zum Abschluss der Umfrage am 6. April 2014 haben 189 Personen mit der Umfrage begonnen, 163 haben sie abgeschlossen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">84% der Teilnehmenden sind SchweizerInnen, und 87% leben haupts\u00e4chlich in der Schweiz. Obwohl viele ausl\u00e4ndische Netzmitglieder zur Teilnahme eingeladen wurden, haben sich weitgehend doch nur die direkt Betroffenen zu Wort gemeldet. Das l\u00e4sst darauf schliessen, dass das Interesse an der Schweiz ausserhalb der Landesgrenzen doch nicht so gross ist, wie im Inland gelegentlich vermutet wird, denn bei anderen Befragungen von spirit.ch haben wir immer eine gr\u00f6ssere Teilnehmerschaft aus dem Ausland&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Innerhalb des Kreises der direkt Betroffenen hat sich ein atypischer Ausschnitt zu Wort gemeldet. Es sind \u00fcberdurchschnittlich Gebildete vorwiegend m\u00e4nnlichen Geschlechts (71%), und vor allem sind sie wesentlich \u00e4lter als der Durchschnitt. (bis 50: 27%; 50 bis 66: 21%: 66plus: 52%). Wie die mittlerweile publizierte <a href=\"http:\/\/www.gfsbern.ch\/portals\/0\/vox-analysen\/2014-02-09_VoxD.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">offizielle Abstimmungs-Analyse<\/a> zeigt, waren die Jungen zwar weitgehend gegen die Vorlage, gingen aber kaum abstimmen, w\u00e4hrend die \u00e4ltere Generation fleissig abstimmte und eher zum Ja tendierte. Umgekehrt waren die besser Gebildeten eher f\u00fcr ein NEIN.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Wie haben sich nun diese unterschiedlichen Zusammenh\u00e4nge auf das Abstimmungsverhalten der Umfrage-Teilnehmer ausgewirkt? Da 81 Prozent der Teilnehmenden tats\u00e4chlich abgestimmt haben, l\u00e4sst sich diese Frage beantworten:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"Verhaeltnis-JA-NEIN\"><\/a>Ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen JA und NEIN<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/ja_nein.jpg\" alt=\"ja_nein\" width=\"600\" height=\"368\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Nehmen wir die angesichts der eher kleinen Zahlen betr\u00e4chtliche statistische Unsicherheitsspanne hinzu, ergibt sich genau dasselbe Bild wie bei der &#8222;richtigen&#8220; Abstimmung: Zwei genau gleich grosse Lager stehen sich gegen\u00fcber. Im Segment jener erfahrenen Menschen, das unsere Umfrage abbildet, herrscht also ebenfalls ein Patt. Dies erlaubt es uns, alle folgenden Fragen nach Ursachen und Auswirkungen der Abstimmung jeweils nach den beiden Lagern zu differenzieren.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"JA-Motive\"><\/a>Die Motive f\u00fcr ein JA<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Anders als in der erw\u00e4hnten <a href=\"http:\/\/www.gfsbern.ch\/portals\/0\/vox-analysen\/2014-02-09_VoxD.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VOX-Analyse<\/a> haben wir nicht nach einer einzigen spontanen Begr\u00fcndung f\u00fcr den Entscheid gefragt, sondern jeweils eine Liste von zw\u00f6lf m\u00f6glichen Motiven f\u00fcr ein JA bzw. ein NEIN vorgelegt, und diese Motive nach ihrer Bedeutung einstufen lassen, mit einer Zahlenskala von 1 (keinerlei Bedeutung) bis 10 (extrem hohe Bedeutung). Zudem haben wir zweifach gefragt, n\u00e4mlich zun\u00e4chst nach der Einsch\u00e4tzung der Bedeutung jedes Motivs beim Stimmvolk (also dass, was man denkt, warum die anderen so gestimmt haben), und sp\u00e4ter nach der pers\u00f6nlichen Bedeutung des Motivs bei der eigenen Entscheidung.&nbsp;<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das ergab bei den Motiven f\u00fcr ein JA folgende Rangierung:<\/p>\n<p class=\"klein\">(Lesebeispiel: Die TeilnehmerInnen gaben dem Motiv \u201eAllgemeines Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen\u201c die Bedeutung von durchschnittlich 8.3 auf einer Skala von 10 (gelb). Dabei hatten die JA-Stimmenden den Eindruck, f\u00fcr das Stimmvolk sei dieses Motiv mit einem Wert von 8.6 (gr\u00fcn) am wichtigsten f\u00fcr die JA-Stimmabgabe gewesen, w\u00e4hrend dem die NEIN-Stimmenden diesem Motiv \u201enur\u201c eine 7.9 (rot) in der Wichtigkeit gaben. Effektiv gaben die wirklich JA-Stimmendem diesem Motiv dann eine 8.3 (hell-gr\u00fcn) in der Wichtigkeit, das damit auch zum Hauptmotiv wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/motive_ja-1.jpg\" alt=\"motive_ja-1\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/motive_ja-2.jpg\" alt=\"motive_ja-2\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p class=\"mittel\">An erster Stelle steht &#8222;Allgemeines Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen&#8220;. Das ist auch das wichtigste eigene Motiv der JA-Stimmenden. Es ging also prim\u00e4r um eine emotionale Grundbefindlichkeit. Und diese wird gleich noch konkreter: Man hat Angst vor zu viel Verkehr, zu viel Zersiedelung, zu viel Umweltbelastung, und erst dann vor zu vielen Ausl\u00e4ndern (&#8222;\u00dcberfremdung&#8220;). Letzteres Motiv schwang in der VOX-Analyse obenauf, doch in unseren Ergebnissen zeigt sich, dass die Angst vor \u00dcberfremdung zumindest auch symbolisch zu verstehen ist: Man hat Angst, es w\u00fcrde alles zu viel.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Das wird noch best\u00e4tigt durch den Umstand, dass in unserer Umfrage die Angst vor \u00dcberfremdung von den JA-Stimmenden nicht zu ihren Hauptmotiven gez\u00e4hlt wird. Das allgemeine Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen, ein grunds\u00e4tzliches Misstrauen gegen\u00fcber Regierung und Politik sowie der Zweifel am Sinn ungebremsten (Wirtschafts-)Wachstums, sind wesentlich wichtiger gewesen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Die weiteren Motive spielen eine weniger wichtige, doch immer noch bedeutsame Rolle: Der JA-Entscheid beruhte auf einem Mix von Motiven. Nur &#8222;schlechte Erfahrungen mit Ausl\u00e4ndern&#8220; geh\u00f6rt nicht dazu, und schon gar nicht eine generelle &#8222;Ausl\u00e4nderfeindlichkeit&#8220;.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Dazu kurz die jeweils Top3 \u2013 platzierten Ranglisten:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Von den JA-Stimmenden vermutetes Motiv f\u00fcr das JA des Stimmvolks <\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">1. Allgemeines Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen \u2013 8.6<br \/> 2. Angst vor \u201ezu viel\u201c (Verkehr, Zersiedelung, Umweltbelastung) \u2013 8.5<br \/> 3. Zweifel am Sinn ungebremsten (Wirtschafts-)Wachstums &#8211; 8.0<br \/>3. Misstrauen gegen\u00fcber Regierung und Politik \u2013 8.0<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Von den NEIN-Stimmenden vermutetes Motiv f\u00fcr das JA des Stimmvolks<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">1&nbsp; Angst vor \u00dcberfremdung \u2013 8.3<br \/> 2. Allgemeines Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen \u2013 7.9<br \/> 3. Angst vor \u201ezu viel\u201c (Verkehr, Zersiedelung, Umweltbelastung) \u2013 7.7<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><em>Effektives Motiv f\u00fcr die JA-Stimme<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">1. Allgemeines Gef\u00fchl, so k\u00f6nne es nicht weitergehen \u2013 8.3<br \/> 2. Zweifel am Sinn ungebremsten (Wirtschafts-)Wachstums &#8211; 8.0<br \/> 2. Misstrauen gegen\u00fcber Regierung und Politik \u2013 8.0<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Vor allem sticht bei der Rangliste ins Auge, dass der von Nein-Stimmenden vermutete Hauptgrund f\u00fcr das JA \u201eAngst vor \u00dcberfremdung\u201c bei den effektiven JA-Stimmenden mit einer Wichtigkeit von 6.6 erst mit 1.7 Punkten abgeschlagen auf dem 6. Platz folgt. Interessant ist hier auch vor allem, dass viele, vor allem ausl\u00e4ndische Medien dies ebenfalls als Hauptgrund sahen und dies so auch munter publizierten.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"NEIN-Motive\"><\/a>Die Motive f\u00fcr ein NEIN<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Auch hinter den NEIN-Stimmen steckt ein B\u00fcndel von Motiven, wie die Ergebnisse der analogen Frage zu den NEIN-Motiven zeigt:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/motive_nein_1.jpg\" alt=\"motive_nein_1\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/motive_nein_2.jpg\" alt=\"motive_nein_2\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Auch hinter dem NEIN steckt laut Einsch\u00e4tzung aller Befragten ein breiter F\u00e4cher h\u00f6chst unterschiedlicher Motive. Auf der einen Seite Angst-Motive, wie vor allem jene vor der Gef\u00e4hrdung des wirtschaftlichen Wohlergehens und vor einer Tr\u00fcbung des Verh\u00e4ltnisses zur EU, aber auf der anderen Seite auch positive Motive wie \u201eEin Zeichen f\u00fcr Weltoffenheit setzen\u201c und \u201eDen Austausch mit anderen als Gewinn betrachten\u201c.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Die NEIN-Stimmenden selber sehen in Ihrem Entscheid prim\u00e4r ein Bekenntnis zur Offenheit und zum Austausch, vor allem f\u00fcr die Jugend. Danach folgen die beiden oben genannten positiven Motive. Nicht unwichtig dabei sind positive Erfahrungen mit Ausl\u00e4ndern, das an vierter Stelle folgt.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Gr\u00f6ssere Unterschiede zwischen den beiden Lagern gibt es bei zwei spezifischen Angst-Motiven: Die Bef\u00fcrworter unterstellen den Gegnern weitaus mehr Angst vor einem schlechten Image der Schweiz und vor Bestrafung durch die EU, als diese selber empfinden. Nicht unwichtig ist schliesslich ein Gef\u00fchl grunds\u00e4tzlichen Vertrauens in den Weg der Schweiz f\u00fcr ein NEIN zur Initiative gewesen.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"GemischteGefuehle\"><\/a>Gemischte Gef\u00fchle<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die in unserer Befragung ermittelte Motivlage ist nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Gesamtabstimmung und erkl\u00e4rt also deren Begr\u00fcndung keineswegs vollst\u00e4ndig. Doch aufgrund der Ausgeglichenheit der Ja- und Nein-Stimmenden bei unserer Befragung zeigt sie sicherlich eine klare Tendenz auf. &nbsp;Die Ergebnisse zeigen ebenfalls auf, dass auch bei den gut gebildeten reifen Menschen, die an der Befragung teilgenommen haben, ein ziemlich wilder Mix aus unterschiedlichen Gef\u00fchlen und \u00dcberlegungen f\u00fcr den jeweiligen Entscheid wirksam war. Vorschnelle Erkl\u00e4rungsmodelle greifen ins Leere.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die chaotische Motivlage hat also auch bei unserem Segment der Abstimmenden letztlich zu einem praktisch ausgeglichenen Ergebnis gef\u00fchrt. Diese beiden Lager stehen sich aber nicht unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcber. Letztlich sp\u00fcren die meisten, dass auch einige Argumente des jeweils anderen Lagers Hand und Fuss haben. Man kann sich also noch ins andere Lager einf\u00fchlen, und das ist gut so. Von einigen Ausnahmen abgesehen vermuten die jeweils Anderen beim Gegen\u00fcber einigermassen die richtigen Motive. Eine Voraussetzung f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Dialog ist also gegeben, auch wenn beide Lager vorher noch einige Vorurteile \u00fcber den jeweiligen Gegner auszur\u00e4umen haben&#8230;<\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"Auswirkungen\"><\/a>Die Auswirkungen des Entscheids generell<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Als erstes wurde in der Umfrage nach einer generellen Beurteilung des Abstimmungsentscheids gefragt:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/urteil.jpg\" alt=\"urteil\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Obwohl beide Lager gleich gross sind, \u00fcberwiegt insgesamt eine eher skeptische Bewertung der Folgen dieses Abstimmungsentscheids. Das r\u00fchrt daher, dass auch ein Drittel der JA-Stimmenden eher negative Folgen sieht. Das best\u00e4tigt ein Ergebnis der VOX-Analyse: Ein wesentlicher Teil hat im vollen Bewusstsein m\u00f6glicher negativer Folgen JA gesagt.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Trotzdem antworteten nur gerade zwei Personen (!), dass sie heute mitunter nach Bekanntwerden der heftigen Reaktionen aus dem Ausland, anders stimmen w\u00fcrden. Eine Person w\u00fcrde vom JA zum NEIN wechseln und eine andere vom NEIN zum JA&#8230;. Fast 99% der TeilnehmerInnen, die auch wirklich abgestimmt haben, halten Ihren Entscheid also f\u00fcr nach wie vor richtig.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><a name=\"Lebensstandard\"><\/a><span class=\"Titel4\">Die Auswirkungen auf den Lebensstandard in der Schweiz<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Differenzierter haben wir nach den Auswirkungen des Entscheids auf den Lebensstandard bzw. die Lebensqualit\u00e4t in der Schweiz gefragt:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/lebensstandard.jpg\" alt=\"lebensstandard\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Auch hier \u00fcberwiegen die skeptischen Stimmen leicht, denn auch hier gibt es zwar JA-Sager, die negative Folgen vorhersehen, aber (fast) keine NEIN-Sager, die positive Folgen sehen.<\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"Lebensqualitaet\"><\/a>Die Auswirkungen auf die Lebensqualit\u00e4t in der Schweiz<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/lebensqual.jpg\" alt=\"lebensqual\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Anders als beim Lebensstandard werden die Folgen des Abstimmungsentscheids auf die Lebensqualit\u00e4t ziemlich ausgewogen betrachtet. Hier n\u00e4mlich sind sich jetzt die JA-Sager ziemlich einig dar\u00fcber, dass die Folgen positiv sein werden, und kompensieren damit die Bef\u00fcrchtungen der NEIN-Sager.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Insgesamt werden die Folgen des 9. Februars unterschiedlich gesehen, je nachdem, zu welchem Lager man geh\u00f6rt. Die Auswirkungen generell und jene auf den Lebensstandard werden insgesamt eher skeptisch betrachtet, bei den Folgen f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t ist man sich nur einig dar\u00fcber, dass man sich nicht einig ist.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Dies gilt generell f\u00fcr die Zukunftsperspektiven der Schweiz. Und das k\u00f6nnte zum ernsthaften Problem werden: Wie soll man sich \u00fcber die Zukunft der Schweiz einig werden, wenn man derart unterschiedliche Erwartungen, Hoffnungen und \u00c4ngste zu dieser Zukunft hat?<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Immerhin: in einem sind sich die Befragten weitgehend einig: In der Schweiz gibt es eine hohe Lebensqualit\u00e4t. Der Durchschnitt der Einsch\u00e4tzung der eigenen Lebensqualit\u00e4t lag bei dieser Befragung auf der Skala von 1 bis 100 bei rekordverd\u00e4chtigen 82! Fast ebenso hoch ist der Mittelwert bei der Frage nach dem pers\u00f6nlichen Zukunfts-Optimismus, n\u00e4mlich 75. Interessant dabei: Jene, die an der Abstimmung teilgenommen haben, sind insgesamt deutlich optimistischer als die \u00fcbrigen: Bei den JA-Sagern liegt der Mittelwert bei 80, bei den NEIN-Sagern bei 77.<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\"><a name=\"Dialog-Bereitschaft\"><\/a>Bereitschaft zum weiteren Dialog<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Eine Mehrheit der Teilnehmenden an dieser Befragung ist zur Teilnahme an weiteren Befragungen bereit:<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/bereitschaft.jpg\" alt=\"bereitschaft\" width=\"700\" height=\"429\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Dass beide Lager in \u00e4hnlichem Ausmass zur Fortsetzung des Dialogs bereit sind, stimmt optimistisch. Wir hoffen nat\u00fcrlich, dass Sie beim n\u00e4chsten Mal ebenfalls dabei sein werden und danken allen TeilnehmerInnen dieser Befragung ganz herzlich!<\/p>\n<p class=\"mittel\">9. April 2014 &#8211; die Verfasser des Artikels: Dr. Andreas Giger, Christian Engweiler<\/p>\n<p class=\"mittel\">Wir freuen uns auf Ihre Meinung zu den Resultaten dieser Befragung! Nutzen Sie dazu die Kommentar-Funktion unten oder senden Sie uns Ihre Stimme als <a href=\"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=483\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leserbrief<\/a>!<\/p>\n<p> <span class=\"mittel\"> <\/span> <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/fragen\/abstimmergebn_kl.jpg\" alt=\"abstimmergebn_kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Umfrage sind aufschlussreich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=484"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":734,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions\/734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}