{"id":464,"date":"1991-03-11T13:37:32","date_gmt":"1991-03-11T13:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=464"},"modified":"1991-03-11T13:37:32","modified_gmt":"1991-03-11T13:37:32","slug":"die-eurosuisse-vision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=464","title":{"rendered":"Die EuroSuisse Vision"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/aktuell\/eurosuisse.jpg\" alt=\"eurosuisse\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Eine Vision mit nachhaltigem Potenzial<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em>Bereits im Jahr 1991 schrieb Andreas Giger seine &#8222;EuroSuisse Vision&#8220; im damaligen deutschen &#8222;Exil&#8220;. Manche der darin enthaltenen Gedanken waren zeitgebunden, viele andere dagegen sind zeitlos und wirken nachhaltig inspirierend. Der nicht bearbeitete Text ist im damals g\u00fcltigen (deutschen) Deutsch geschrieben.<\/em><\/p>\n<p class=\"Stil10\">Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und Vorwort finden Sie nachstehend. <a href=\"Downloads\/EuroSuisse_Vision.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Den ganzen Text k\u00f6nnen Sie als PDF-Datei herunterladen.<\/a><\/p>\n<p class=\"Stil10\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"Stil10\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/aktuell\/eurosuisse_titel.jpg\" alt=\"eurosuisse_titel\" width=\"364\" height=\"729\" \/><\/p>\n<p>INHALTSVERZEICHNIS:<\/p>\n<p>VORWORT<\/p>\n<p>TEIL EINS<\/p>\n<p>In einem Land vor unserer Zeit&nbsp;oder&nbsp;Alles eine Frage des Selbst-Bewu\u00dftseins<\/p>\n<p>TEIL ZWEI<\/p>\n<p>Von der Nation zur ImagiNation&nbsp;oder&nbsp;Was w\u00e4ren wir ohne die Schweiz ?<\/p>\n<p>TEIL DREI<\/p>\n<p>Was haben wir zu bieten ?&nbsp;oder&nbsp;Wir basteln eine Europa-Initiative<\/p>\n<p>TEIL VIER<\/p>\n<p>Der Zukunfts-Kontinent&nbsp;oder&nbsp;Gucken, was l\u00e4uft<\/p>\n<p>TEIL F\u00dcNF<\/p>\n<p>Sind die Schweizer gute Liebhaber ?&nbsp;oder&nbsp;Ab durch die Nabelschaumitte !<\/p>\n<p>TEIL SECHS<\/p>\n<p>Fix is nix&nbsp;oder&nbsp;Langsam, wir haben\u00b4s eilig<\/p>\n<p>TEIL SIEBEN<\/p>\n<p>Die H\u00f6henfeuer-Vision&nbsp;oder&nbsp;Es geht aufw\u00e4rts !<\/p>\n<p>VORWORT<\/p>\n<p>Es war einmal ein braver Schweizer, der seinem Vaterland treu gedient hatte &#8211; als Arbeitskraft und Konsument, als Ehemann und Kindermacher, als Steuerzahler und Milit\u00e4rpflichtersatzleistender, als Politiker und engagierter B\u00fcrger. Dann zog es ihn in die ferne Fremde, und wenn Sie nach Gr\u00fcnden fragen, geben Ihnen die Franzosen Antwort: Cherchez la femme !&nbsp; Das hei\u00dft, die \u00d6rtlichkeiten in Bayern, die er sich zur neuen Heimstatt w\u00e4hlte, waren so fremd gar nicht und fern schon gar nicht, so sah es nur von der Schweiz aus aus.<\/p>\n<p>Da\u00df manches an der Schweiz aus einer ver\u00e4nderten Perspektive sich anders pr\u00e4sentierte als wenn man mitten drin im Kuchen steckte, erfuhr unser braver Schweizer alsbald. Vor allem realisierte er praktisch, was er vorher allenfalls theoretisch wu\u00dfte: Die Schweiz ist entgegen anderslautenden Ger\u00fcchten nicht&nbsp; der Nabel der Welt. So frohgemut von Mutter Helvetia endlich abgenabelt, glaubte er allen Ernstes, er k\u00f6nne sich jetzt Wichtigerem zuwenden.<\/p>\n<p>Doch die Schweiz lie\u00df ihn so leicht nicht los. Er verfolgte ihr Schicksal mal von au\u00dfen, mal, auf h\u00e4ufigen Besuchen, von innen. Und er ward nicht froh darob. Nein, es waren nicht die mit jener typisch schweizerischen Mischung aus Erschrecken und L\u00e4cherlichkeit eingef\u00e4rbten, aus der Fichen-Vergangenheit auftauchenden Fossilien, die ihm ein metaphysisches Gruseln bescherten, es war die von ihm schon fr\u00fch erkannte Identit\u00e4ts-Krise&nbsp; seines Landes, die ihn immer mehr eine Perspektiven-Krise&nbsp; zu sein deuchte.<\/p>\n<p>Und ob solcher Einsichten \u00fcberfiel unseren braven Schweizer eine seit Knabentagen nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene Woge von Patriotismus. Nicht da\u00df sie ihn etwa schnurstracks in die Schweiz zur\u00fcckgetrieben h\u00e4tte, aber er befand in seinem Herzen denn doch, da\u00df das Land, das ihn mit materieller Milch und kulturellem Honig so lange gen\u00e4hrt hatte, von ihm ein Geburtstagsgeschenk verdient h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Denn Geburtstag feierte die Schweiz gerade, und unbek\u00fcmmert um die Streitfrage, wie weit diese Feier historisch wirklich gerechtfertigt sei, fand unser braver Schweizer, solchen rituellen Gelegenheiten zur Besinnung nie abhold, sie b\u00f6te einen ungemein sinnvollen Anla\u00df, sich im berechtigten, wenn auch nicht \u00fcberheblichen Stolz auf das Erreichte freudig der Zukunft zuzuwenden.<\/p>\n<p>Nun h\u00e4tte man in einer wahren Geschichte erwarten k\u00f6nnen, da\u00df in einem Land von der Art der Schweiz sich viele gefunden h\u00e4tten, die so oder \u00e4hnlich tickten, und die frohen Herzens daran gegangen w\u00e4ren, jenseits von Selbstzweifeln und Masochismus ihre Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Doch da wir hier ein M\u00e4rchen erz\u00e4hlen, war es nicht so. Ein dicker, heimt\u00fcckischer Pesthauch von Schwarzmalerei hatte sich \u00fcber das L\u00e4ndchen und vor allem \u00fcber seine Kulturschaffenden gelegt, die gebeutelt von der Last, in einem so verkorksten Land wie der Schweiz leben zu m\u00fcssen, befanden, 700 Jahre seien genug, und zum hoffnungsvollen Blick in die Zukunft best\u00fcnde keinerlei Anla\u00df.<\/p>\n<p>Nun, darob lie\u00df sich unser braver Schweizer nicht verdrie\u00dfen, denn er sah die Sache schon ein bi\u00dfchen anders. Nat\u00fcrlich war die Schweiz alles andere als ein perfektes Paradies, aber sie hatte im Laufe der langen Jahre ihrer Geschichte doch einige ganz gute Ans\u00e4tze entwickelt, die ihr Potential noch keineswegs ausgewachsen hatten. Das galt gerade auch f\u00fcr die Frage, die zur geistigen L\u00e4hmung der Schweiz beitrug: Was sollte dieses kleine, sich bisher in seiner splendid isolation&nbsp; so wohlf\u00fchlende Land f\u00fcr eine Rolle in einem sich rasch ver\u00e4ndernden Europa spielen ?<\/p>\n<p>Da\u00df man in dieser Frage in der Schweiz so wenig Energie entwickelte, lag ganz offensichtlich an mangelndem Selbst-Bewu\u00dftsein. Auch wenn man noch so gro\u00df \u00fcber die Vorz\u00fcge des abgeschotteten Sonderz\u00fcgleins t\u00f6nte, so steckte dahinter doch das, was immer hinter gro\u00dfen Spr\u00fcchen verborgen ist: Die Schweiz f\u00fchlte sich klein und unbedeutend, unf\u00e4hig sich vorzustellen, man k\u00f6nne auch innerhalb eines zusammenwachsenden Europas als kleines Land seinen Beitrag zum Ganzen leisten &#8211; ohne seine Eigenart zu verlieren.<\/p>\n<p>Unser braver Schweizer sah das alles und wu\u00dfte, da\u00df er daran nicht viel ver\u00e4ndern konnte. Weil aber die Entwicklung von Visionen sein Beruf war, und weil er wu\u00dfte, da\u00df manchmal auch sanfte Anst\u00f6\u00dfe etwas in Gang bringen k\u00f6nnen, gestaltete er sein Geburtstagsgeschenk an Mutter Helvetia als eine Vision von einer k\u00fcnftigen Schweiz in einem gewandelten Europa. Es ging ihm dabei nicht um gro\u00dfe Utopien, sondern um den Kern dessen, was die Schweiz ausmacht. Und dies ist nicht Sprach- oder Volkszugeh\u00f6rigkeit, sondern ein Vorrat an ein paar gemeinsamen Ideen. Sein Buch sollte eine Einladung werden, sich die Ideen von und \u00fcber die Schweiz wieder einmal anzugucken, nicht bierernst patriotisch oder kulturkritisch, sondern spielerisch und locker.<\/p>\n<p>Diese Idee, die Sache in einer zukunftsorientierten Form anzugehen, gefiel einem Verlag, dem unser braver Schweizer vom Projekt erz\u00e4hlte, ganz gut, &#8222;&#8230;, jedoch inhaltlich stehen wir einer positiven Utopie Schweiz doch sehr fern&#8220;. Das h\u00e4tte einen weniger braven Schweizer vielleicht davon abgehalten, die Idee weiter zu verfolgen, doch unser braver Schweizer lie\u00df sich nicht entmutigen. Wenn ich schon positive Ans\u00e4tze sehe, f\u00fcr die andere blind sind, so sagte er zu sich selbst, dann sollte ich davon erz\u00e4hlen. Vielleicht k\u00f6nnen ja wenigstens ein paar Schweizerinnen und Schweizer etwas damit anfangen, Menschen, die lieber danach Ausschau halten, was die Zukunft auch an Erfreulichem zu bieten hat, als resignierend die Flinte ins Korn zu werfen.<\/p>\n<p>Und weil der brave Schweizer auch wu\u00dfte, da\u00df seine Landsleute ebenso gerne wie alle anderen Europ\u00e4er lieber vor der Glotze sitzen als ein Buch zu lesen, beschlo\u00df er, ihnen entgegenzukommen und sein Buch als eine Art Drehbuchskizze zu gestalten. Daraus geworden ist die Beschreibung einer (bisher fiktiven) Fernsehserie namens Die EurosSuisse Vision,&nbsp; bestehend aus sieben Folgen zu (jedenfalls ungef\u00e4hr) 700 Zeilen &#8211; f\u00fcr jedes Jahrhundert eine. Sie k\u00f6nnen dieses &#8222;Drehbuch&#8220; lesen und sich gleichzeitig vorstellen, wie es auf dem Bildschirm auss\u00e4he. Sowohl Visionen&nbsp; als auch Perspektiven&nbsp; sind Begriffe aus der Welt des Sehens.&nbsp; Und das sollte sein Buch auch werden: Eine Einladung an Sie, sich vielleicht im ersten Moment etwas seltsam anmutende, aber durchaus denkbare spannende und begl\u00fcckende Rollen der Schweiz in Gegenwart und Zukunft einfach mal f\u00fcr einen Moment spielerisch anzusehen und darauf zu achten,was dann passiert.<\/p>\n<p>Da\u00df es anregende und mutmachende eigene Ideen sind, die durch die Impulse dieses Lese-Spiels ausgel\u00f6st werden, w\u00fcnscht Ihnen von Herzen<\/p>\n<p>Andreas Giger<\/p>\n<p><a href=\"Downloads\/EuroSuisse_Vision.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Den ganzen Text k\u00f6nnen Sie als PDF-Datei herunterladen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/aktuell\/eurosuisse_kl.jpg\" alt=\"eurosuisse_kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Eine Vision mit nachhaltigem Potenzial<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=464"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/464\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}