{"id":372,"date":"2012-07-24T12:43:43","date_gmt":"2012-07-24T12:43:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=372"},"modified":"2012-07-24T12:43:43","modified_gmt":"2012-07-24T12:43:43","slug":"54-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=372","title":{"rendered":"54. Woche"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0398.jpg\" alt=\"Blog spirit.th - Beitragsbild\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Samstag 24. November 2012<\/span> <\/p>\n<p class=\"mittel\">Nachdem wir nun schon einige Erfahrungen mit \u00c4rzten, Zahn\u00e4rztinnen und Apothekern gemacht haben, haben wir nun auch das Notfallwesen und einen Spital kennengelernt. Denn Opa ist irgendwie am Sonntag in seinem Schlafzimmer morgens fr\u00fch um 4 Uhr gefallen und hat sich eine extrem grosse Platzwunde gleich neben der Schl\u00e4fe zugezogen. Er h\u00e4tte sich wohl keinen ung\u00fcnstigeren Zeitpunkt als 4 Uhr morgens an einem Sonntag aussuchen k\u00f6nnen, denn damit war die Herausforderung noch gr\u00f6sser als sie es so sonst schon ist. Denn aus medizintechnischer Sicht sind wir hier \u00e4hnlich wie in einem Bergdorf in der Schweiz gelegen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Denn Opa verlor Blut, sehr viel Blut in sehr kurzer Zeit und es war ein sprichw\u00f6rtlicher Kampf gegen die Zeit. Diesen haben wir, um es vorwegzunehmen, schlussendlich gewonnen, Opa geht es so weit gut, er hat nun einfach ein ziemliches Horn und eine rund 10cm lange Wunde, die mit 6 N\u00e4hten gen\u00e4ht wurde. Ansonsten ist er erstaunlich gut in Form. Er hat in den letzten Tagen sogar einiges zufriedener ausgesehen und so viel gelacht wie seit langem nicht mehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0402.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Da wir nat\u00fcrlich vom Notfall-Einsatz keine Bilder haben, folgen zwischengestreut nun ein paar Photo\u2019s von unserer Haus-Einweihungsfeier, die wir dann weiter unten beschreiben<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Allerdings haben wir, ehrlich gesagt, innerlich schon Abschied genommen, als er da am Boden lag und wir die Blutung nicht stoppen konnten. Wir wollten erst, dass ihn jemand vor Ort verarztet, doch einen Arzt gibt es nur in Laem Kruat, also am Festland und das h\u00e4tte wohl etwas gedauert bis er hier gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"mittel\">So mussten wir ihn ins n\u00e4chste Spital \u00fcberf\u00fchren und dank Sonja, Monikas Schwester, die ein paar Jahre in einer Notfallaufnahme eines Spitals gearbeitet hatte, erhielten wir telefonische Anweisungen, wie der Druckverband anzubringen ist, denn dies ist bei einer Kopfwunde nicht einfach, wenn man nicht weiss wie. Dank dieses Druckverbandes verlor er dann nur noch wenig Blut und war so transportf\u00e4hig. Der Pick-up mit Matratze hinten auf der Rampe stand schon bereit und da inzwischen schon fast alle von Chungs Familie und den MitarbeiterInnen da waren, konnten wir ihn komfortabel zu sechst aufladen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die urspr\u00fcnglich geplante und organisierte Route mussten wir dann in K\u00fcrze ab\u00e4ndern, denn die Strasse bis zum Pier im Norden ist zwar der n\u00e4here Weg, aber der Strassenzustand im Moment so schlecht, dass dies die schlechtere Alternative gewesen w\u00e4re. Bis zum Pier in Baan SiBoya, im Osten ist die Strasse aber geteert und schnell befahrbar. Das Boot wartet schon, alles wurde blitzschnell organisiert und Chung, sein Sohn Am und Low kamen mit. Die Matratze mit Opa war schnell auf dem Boot. Doch zu allem Ungl\u00fcck war es noch eine wirklich tiefe Ebbe, so dass wir Opa auf der anderen Seite eine 2.5 Meter hohe Treppe, die absolut nicht f\u00fcr solche Transporte gebaut ist, hochhieven mussten. Im ganzen Jahr mussten wir diese Treppe erst ein einziges Mal benutzen, denn so tief ist die Ebbe sonst fast nie&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0403.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Die \u201eEssensausgabe\u201c an unserer Bar<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Im Mini-Bus konnten wir dann auch die Matratze relativ gut einladen und im h\u00f6chsten Tempo ging es ins n\u00e4chste Spital nach Nua Klong. Aber auch da wieder ein neues Hindernis, an das wir nicht gedacht h\u00e4tten. Da dieser Spital klein ist und es Sonntagmorgen war, musste die Notfall-\u00c4rztin erst angerufen werden. Und obwohl eigentlich einige sehr kompetente Krankenschwestern anwesend waren, durften die aus gesetzlichen Gr\u00fcnden nicht eingreifen, denn bei einem Ausl\u00e4nder muss der Arzt erst entscheiden. Wenn Opa Thai gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten diese die Wunde problemlos n\u00e4hen k\u00f6nnen. In solchen F\u00e4llen werden dann Sekunden zu Minuten und Minuten zu Stunden.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Schlussendlich hat es dann aber geklappt und Opa wurde professionell verarztet. Die Hygiene war einwandfrei, die Ausr\u00fcstung sehr gut und die \u00c4rztin sehr kompetent. Die Krankenschwestern waren \u00e4usserst f\u00fcrsorglich und alle konnten ein paar Brocken Englisch, die \u00c4rztin sogar sehr gut. Ansonsten w\u00e4ren auch Chung, Am und Low f\u00fcr die \u00dcbersetzung da gewesen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Nach dem N\u00e4hen der Wunde war dann auch der Blutdruck in Ordnung und auch das Kardiogramm zeigte keine Unregelm\u00e4ssigkeiten, aber der Puls war langsam. Aus diesem Grund empfahl die \u00c4rztin, dass er eine Nacht zur Beobachtung bleiben soll.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0392.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Letzte Vorbereitungen f\u00fcr\u2019s Einweihungsfest<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">In Nua Klong hatte es aber keine freien Einzelzimmer und in einem Mehrbett-Zimmer h\u00e4tten wir nicht auch noch \u00fcbernachten k\u00f6nnen. Dies war klar notwendig, denn einerseits w\u00e4re er komplett verwirrt gewesen, w\u00e4re er in einem Spital in der Nacht aufgewacht und da er kein Englisch kann, h\u00e4tte er auch seine Bed\u00fcrfnisse nicht \u00e4ussern k\u00f6nnen. Daher fuhren wir in eine Privatklinik nach Krabi, wo sie dann nach rund zwei Stunden Wartezeit in der Notfallaufnahme auch tats\u00e4chlich einen privaten Raum hatten. Chung, Am und Low sind nicht von unserer Seite gewichen, bis sie wussten, dass es klappt, obwohl sie aufgrund der letzten Tage der Fertigstellung der Umbauarbeiten eigentlich auf SiBoya gen\u00fcgend zu tun gehabt h\u00e4tten. Da halfen auch unsere mehrfachen Interventionen nichts, denn eigentlich sprachen im Spital alle etwas englisch und wir h\u00e4tten problemlos die weitere Organisation regeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Das Spital war in allen Belangen, bis auf zwei Punkte, auf einem Top-Niveau. Kompetentes und sehr nettes Pflegepersonal, gen\u00fcgend kompetente \u00c4rzte, Top-Ausr\u00fcstung, sogar ein CT (Computer-Tomograph) war vorhanden. Im Zimmer gab es sogar TV, einen K\u00fchlschrank und einen Kaffee-Kocher.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0443.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\"> Auch die n\u00e4chste Generation nahm am Einweihungsfest teil (hier die beiden T\u00f6chter von Tiu)<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Einzig der Raum war ziemlich abgenutzt und w\u00fcrde seit Jahren eine Renovation ben\u00f6tigen. Und der Besucher-Couch war zum Schlafen nicht wirklich geeignet, das R\u00fcckenweh am n\u00e4chsten Tag war extrem. Allerdings konnten wir ehrlich gesagt auch kaum eine halbe Stunde schlafen, denn kaum waren wir eingenickt, rief Opa schon wieder nach dem Urinal. Und das so ca. mindestens jede Stunde einmal. Und obwohl er sonst derzeit rund 16 Stunden am Tag schl\u00e4ft, hat er kein Auge zugetan.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Dementsprechend froh waren wir nach der Visite, dass er nach ein paar weiteren positiv verlaufenen Checks dann am Nachmittag gehen durfte. Der R\u00fccktransport verlief problemlos, Opa hatte allerdings unter \u201eHeimgehen\u201c zuerst verstanden, dass wir in der Schweiz gehen und fand, dass der Weg zum Flughafen doch ziemlich lange ist. Er freute sich aber sichtlich \u00fcber die an ihm vorbei ziehende Palmen-Landschaft, denn seit einem Jahr war er nicht mehr weiter vom Haus entfernt als einen knappen Kilometer. Am Pier angekommen stand die F\u00e4hre schon bereit mit dem f\u00fcr Opa gerichteten Stuhl. Und einem F\u00e4hrmann, der Opa spontan so aufhob und alleine aufs Boot trug, dass alle Anwesenden \u00fcber Opa\u2019s und unsere erstaunte Reaktionen lachten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0404.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Das Essen, wenn auch f\u00fcr europ\u00e4ische Augen weniger schmackhaft, war wirklich sehr k\u00f6stlich<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Die \u00dcberfahrt zauberte dann Opa ein richtig zufriedenes L\u00e4cheln ins Gesicht und der Heimflug war schon vergessen. Und wir dann nach rund 40 Stunden Einsatz hundem\u00fcde. Ann und Bao, die tags zuvor uns schon mit Tiu und Ihrer Familie in Krabi besucht hatten (obwohl Ann eigentlich frei gehabt h\u00e4tte und Bao bei der Arbeit war), schliefen dann \u00fcber Nacht in Opa\u2019s Raum, damit wir uns von den Strapazen etwas erholen konnten und in der Nacht nicht immer ein Ohr offen haben mussten.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Die n\u00e4chste Nacht \u00fcbernahm dann Tiu und dann waren wir wieder zwei N\u00e4chte in Charge, denn Opa kann noch nicht selber auf die Toilette gehen. Auch eine Art Spitex gibt es hier. Ing, eine Krankenschwester vom Festland, arbeitet mit Ihren zwei Arbeitskolleginnen im ambulanten Zentrum von SiBoya und kam ihn nun an ein paar Tagen besuchen, pflegte die Wunde, nahm den Blutdruck und Puls und k\u00fcmmerte sich f\u00fcrsorglich um ihn.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0425.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Gruppenbild mit Blume: Ann, Pa, Tiu, Monika und Tiu\u2019s Mutter (letztere eine wahre Stimmungskanone)<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Insgesamt hinterl\u00e4sst der ganze Notfall-Einsatz mehrere Eindr\u00fccke bei uns. Am pr\u00e4gendsten sind sicherlich all die mehr als hilfsbereiten Menschen auf SiBoya, die bereits am fr\u00fchesten Morgen Ihren vollsten Einsatz lieferten. Dies ist f\u00fcr uns mehr als wertvoll und gibt ein sehr gutes Gef\u00fchl. Auch die professionelle Behandlung und Ausr\u00fcstung in den Spit\u00e4lern hinterliess einen guten Eindruck und das Pflegepersonal war durchwegs liebenswert und f\u00fcr uns \u00fcberraschend, konnten alle ein paar Brocken Englisch.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Optimierbar sind noch etwas die Abl\u00e4ufe bei einem Notfall, denn solche Eins\u00e4tze hat es hier bis jetzt schlicht und einfach noch nie gegeben. Da Chung aber ein Organisationsprofi ist, wurden die Probleme kurzerhand und schnell gel\u00f6st. Und ein Problem l\u00f6st sich in K\u00fcrze von selber, denn demn\u00e4chst wird das neu gebaute internationale Spital in Krabi ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0409.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Der \u201eAusl\u00e4ndertisch\u201c an unserem Einweihungsfest mit Chung<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Diese Erfahrungen k\u00f6nnen wir auch auf das ganze Gesundheits-System hier in der Region anwenden. Bei allen drei bis jetzt notwendigen Arztbesuchen und den bis jetzt drei Zahnarztbesuchen waren die \u00c4rzte kompetent und sprechen fliessend Englisch, das Pflegepersonal zuvorkommend und ebenfalls etwas englischsprachig und auch die Apotheker hier verf\u00fcgen alle \u00fcber eine mehrj\u00e4hrige Ausbildung mit Abschluss und sehr guten Englisch-Kenntnissen. Und auch die Infrastruktur ist auf einem modernen Niveau, unsere Zahn\u00e4rztin verf\u00fcgt beispielsweise \u00fcber einen Zahnarztstuhl, wie er auch in vielen schweizerischen Praxen noch im Einsatz ist.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Das einzige was uns etwas auff\u00e4llt, ist das die \u00c4rzte f\u00fcr unseren Geschmack etwas zu viel auf westliche Pharma-Medikamente zur\u00fcckgreifen und das Wissen \u00fcber \u00f6stliche alternative Heilmethoden anscheinend etwas verloren gegangen ist. Und zum Schluss: Die Kosten sind hier schon fast l\u00e4cherlich tief. Thais haben eine staatliche Versicherung, die alle Behandlungen abdeckt und wir mussten auch als Ausl\u00e4nder nicht wirklich tief in die Tasche greifen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0435.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Gruppenbild: links Mo, eine Schw\u00e4gerin von Tiu, Jade die Schwester, daneben die Mutter von Tiu, Tiu und Ihre Tochter Nun im Arm und Ann<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Die Notfallbehandlung in Nua Klong mit drei Krankenschwestern und einer \u00c4rztin, die mit allen Checks \u00fcber eine Stunde dauerte kostet CHF 15.-. Und die \u00dcbernachtung im Spital mit Privatzimmer, Vollpension, st\u00fcndlichen Test und Checks auch in der Nacht, den \u00e4rztlichen Visiten sowie allen Medikamenten f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage kostet nicht mal ganze 180 Schweizer Franken&#8230;.<\/p>\n<p class=\"mittel\">So, nun genug \u00fcber das eigentlich schwierige Thema geschrieben leiten wir \u00fcber zu unserem Hauseinweihungsfest, das schon lange auf diesen Mittwoch geplant war. Zwar haben wir das Haus ja nicht neu gebaut, sondern nur intensiv renoviert, aber dies war ein Anlass all den Arbeitern, die sich seit nunmehr 15 Monaten irgendwie an den Renovationen beteiligten, zu danken. Irgendwie \u00e4hnlich wie bei uns bei der \u201eAufrichte\u201c werden alle beteiligten Arbeiter dazu eingeladen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0391.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\"> Die ersten G\u00e4ste: Hinten neben mir Marco und Mam, vorne Ro und Pa <\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Damit hat es sich aber auch schon mit den \u00c4hnlichkeiten, ausser dass es Essen gibt. Erster augenf\u00e4lliger Unterschied: Die Party findet am Mittag statt. Zweiter grosser Unterschied: es gibt keinen Alkohol (sind ja alle Muslims). Dritter grosser Unterschied: die Frauen sind auch eingeladen und vierter grosser Unterschied: Es wird kombiniert mit einer Zeremonie.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Lusseli, der Schwager von Tiu (und Mann von Jade), der ja unseren Umbau geleitet hatte, kann auch arabisch und ist legitimiert ein Ritual abzuhalten. In eigentlich kleinem Kreise (ca. 15 der rund 40 G\u00e4ste) wurde dann im oberen Stockwerk der Segen \u00fcber das Haus von ihm ausgesprochen. Dabei wurde irgendwie auch das Essen gesegnet und mantra-artig S\u00e4tze gemurmelt. Die Teilnehmer sitzen im Kreis und von Zeit zu Zeit werden die H\u00e4nde abwechslungsweise gegen oben ge\u00f6ffnet, vor der Brust zusammengefaltet und zum Gesicht gef\u00fchrt. Zum Gl\u00fcck waren wir vorher informiert, dass wir diese Bewegungen nicht mitmachen m\u00fcssen, denn irgendwie f\u00fchlt man sich bei einem solchen unbekannten Ritual schon unsicher.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0397.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Lusseli in einer Art Meditation<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Danach folgte ein Festschmaus, der anscheinend f\u00fcr die Leute hier nicht allt\u00e4glich ist. Gekr\u00f6nt von einem echten Thai-Dessert schienen die Leute wirklich happy. Die verwendeten Teller stammten \u00fcbrigens aus der Moschee&#8230; Getrunken wird Fanta rot oder gr\u00fcn, hier in Thailand der absolute Renner, f\u00fcr uns Westler ein schon fast ekelhaft gef\u00e4rbtes und chemisch-s\u00fcsses Getr\u00e4nk. Die Leute hier aber lieben es.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Nach dem Essen segnete dann Lusseli und die Mutter von Tiu das Haus mit dem Verspr\u00fchen von geweihtem Wasser mit einer Art F\u00e4cher. Dass scheint hier sehr wichtig zu sein, denn erst damit ist der Segnungsprozess abgeschlossen. Die Ernsthaftigkeit mit der dies ausgef\u00fchrt wurde, unterstrich die Bedeutung. Gleichzeitig am\u00fcsierte uns dies auch ein wenig, denn Lusseli ist f\u00fcr uns irgendwie eher ein Freak, denn ein religi\u00f6ser Mann. Aber er scheint im Dorf anerkannt zu sein f\u00fcr seine religi\u00f6se Haltung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0413.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Lusseli bei der Weihwasser-Verspr\u00fchung<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Nach diesem Ritual ist dann nach ca. 1 \u00bd Stunden schon Aufbruch angesagt. H\u00e4tten wir nicht durch unsere Teilnahme an zwei vorhergehenden Hauseinweihungsfesten gewusst, dass diese fast etwas abrupt abrechen, dann h\u00e4tten wir schon gedacht, es sei den Leuten hier nicht wohl gewesen. Dem ist aber nicht der Fall, es gehen schlichtwegs wieder alle zur\u00fcck an die Arbeit. Alle ausser der ganz enge Kreis, der noch etwas bleibt.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Und genau da haben wir dann das Drehbuch etwas abge\u00e4ndert und die Petanque \u2013 Kugeln hervorgeholt. Denn wir wussten bereits, dass die Mutter von Tiu eine passionierte Petanque-Spielerin ist. Denn Petanque ist, selbst f\u00fcr Thailand-Kenner Marco \u00fcberraschend, eine der weitverbreitetsten \u201eSport\u201c-Arten hier und ist sogar eine der 4 Sportarten, die am Turnier im Juni in Koh Jum gespielt wurden (neben Volleyball, Takraw und Fussball).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0450.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Beim Petanque<\/span><\/p>\n<p class=\"mittel\">Das haben wir dann auch deutlich gemerkt, denn alle Thais in der Runde spielten wirklich sehr gut und man sah deutlich, dass sie \u00f6fters trainieren. Auch die Emotionen gingen beim Spiel hoch und her und so war wohl schon das Zuschauen bei diesem Spiel ein richtiger Genuss. F\u00fcr uns war es die gelungene Abrundung einer gelungenen Hauseinweihungsparty und alle strahlten, als sie uns verabschiedeten. Einmal mehr sind wir dem Dorf hier etwas n\u00e4her gekommen und haben anhand der R\u00fcckmeldungen anscheinend einen positiven Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p class=\"mittel\">Gut und nun m\u00f6chten wir den Beitrag auch beschliessen. Mein Vater und seine Frau Irmgard sind gestern angekommen und besuchen uns f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Tage hier. N\u00e4chste Woche werden wir Euch dann auf jeden Fall von Loi Khratong, dem Lichterfest, einem wichtigen Fest hier in Thailand, das am Mittwoch stattfindet, berichten. Zudem werden wir wohl auch noch einen weiteren Ausflug machen und sicherlich wieder etwas dar\u00fcber zu berichten haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0232.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Zum Schluss noch ein Foto von Meau beim Vergn\u00fcgen mit einem neuen Spielzeug&#8230;<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0210.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">&#8230;und wieder einer neu entdeckten Insekte, diesmal eine Gottesanbeterin<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0378.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">Und Chai befreit einmal mehr als waghalsig unsere Palmen von den Kokosn\u00fcssen&#8230;<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0385.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"600\" height=\"450\" \/><br \/><span class=\"klein\">&#8230; da stockt einem nur der Atem, denn dies ist auf rund 20 Meter H\u00f6he<\/span><\/p>\n<p><span class=\"klein\"><br \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-thai4\/IMGP0398-thumb.jpg\" alt=\"Blog spirit.th - Bild klein\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Das Gesundheitswesen in Thailand und unsere Einweihungsparty.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-372","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorised"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=372"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}