{"id":301,"date":"2011-07-10T10:38:29","date_gmt":"2011-07-10T10:38:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=301"},"modified":"2011-07-10T10:38:29","modified_gmt":"2011-07-10T10:38:29","slug":"3-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=301","title":{"rendered":"3. Woche"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/DSC06961.jpg\" alt=\"DSC06961\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Samstag 10. Dezember 2011<\/span> <\/p>\n<p>Bereits die dritte Woche in Si Boya und es gilt, all die Eindr\u00fccke etwas zu verarbeiten, wozu auch dieser Blog-Beitrag dient.<\/p>\n<p>Diese Woche war es insgesamt etwas ruhiger, wenn man mal von unseren Affen absieht. Diese bev\u00f6lkerten die ganze Woche die B\u00e4ume rund um\u2019s Haus, da derzeit die Tamarind-B\u00e4ume reif sind. Die Affenart, die wir hier bei uns haben, heisst Malaken und die Leute, die schon l\u00e4nger hier sind, k\u00f6nnen sie ganz sch\u00f6n nerven, denn sie dringen auch manchmal in H\u00e4user ein und hinterlassen ein Chaos. Sie treten meist in ziemlich grossen Gruppen von mehreren Dutzend Affen auf und k\u00f6nnen dabei einen ziemlichen L\u00e4rm machen. Der Grund, wieso sie sich bevorzugt bei uns aufhalten ist, weil sie zunehmend in ihrem Lebensraum eingeengt werden. Fr\u00fcher geh\u00f6rte ihnen die ganze Insel, doch jetzt greift der Anbau von Gummib\u00e4umen dank der hohen Preise so um sich, dass g\u00f6ssere Felder des Urwalds gerodet und mit diesen B\u00e4umen best\u00fcckt wurden. Nun ist unser Teil der Insel einer der letzten nat\u00fcrlich gebliebenen Pl\u00e4tze und so teilen sich die Ausl\u00e4nder Ihren Platz mit den durchaus drolligen Affen.<\/p>\n<p>Ruhig war es auch, weil bis anfangs der Woche die Flut nicht mehr bis zum Haus kam. Immer nach Neumond bleibt die Flut ein paar Tage weit weg und so waren wir dann richtig erfreut, als sie wieder zur\u00fcckgekehrt ist. Nun sind wir langsam aber sicher in der Erwartung der Mondfinsternis, die bei uns zwischen 21.05 \u2013 21.55 Uhr total sein soll. In Europa ist sie ja nur zum Teil zu sehen.<\/p>\n<p class=\"klein\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/24112011198.jpg\" alt=\"24112011198\" width=\"364\" height=\"273\" \/><br \/>Das Meer weit entfernt<\/p>\n<p>Auch Fussball mussten wir (vor allem ich, der Schreiber) hier nicht missen und konnten uns an dem Sieg von Basel gegen Manchester United freuen. Das Spiel wurde sogar im thail\u00e4ndischen Fernsehen live \u00fcbertragen, da es in diesem Land sehr viele ManU \u2013 Fans gibt. Seit Mittwoch ist also die Schweiz auch \u00fcber den Fussball bekannt geworden, auch wenn sich die Thai\u2019s lieber einen anderen Sieger gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Der einzige Nachteil in Thailand ist nat\u00fcrlich, dass der Match mitten in der Nacht startet (02.45 Uhr&#8230;).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Nun denn kommen wir zum angek\u00fcndigten Thema, ein Portrait der Leute von Si Boya. Dieses Portrait kann ich aber nicht mit Foto\u2019s anreichern, denn ich bin eher zur\u00fcckhaltend, wenn es darum geht die Menschen hier zu fotografieren. Deshalb reichere ich den Text mit ein paar Bildern von unseren Sonnenunterg\u00e4ngen letzte Woche an.<\/p>\n<p>Allen voran ist die gute Atmosph\u00e4re hier an diesem Ort Chung und Kiau zu verdanken. Die Liebe, die sie in diesen Ort stecken ist \u00fcberall sicht- und sp\u00fcrbar, in den aufgestellten MitarbeiterInnen, in der guten K\u00fcche, in den gepflegten G\u00e4rten und in all den Stammg\u00e4sten, die seit Jahren immer wieder hierherkommen. Chung ist immer f\u00fcr einen Witz aufgelegt und eigentlich immer gut gelaunt.<\/p>\n<p>Er war einer der ersten, der in der Region Krabi ein Resort betrieben hat, aber es hatte ihm nie eines geh\u00f6rt und er h\u00e4tte auch kein Geld gehabt, eines zu kaufen. So kamen seine damaligen Stammg\u00e4ste auf die Idee, dass er ja ein St\u00fcck Land kaufen k\u00f6nnte und die G\u00e4ste im bei uns sogenannten Baurecht das Land von Chung und seiner Familie f\u00fcr 60 Jahre leasen k\u00f6nnten. Da sie den Preis f\u00fcr diese Zeit gleich am Anfang zahlten, hatte Chung das Geld daf\u00fcr auf der anderen H\u00e4lfte des Landes ein Restaurant und ein paar kleine H\u00fctten zur Vermietung aufzubauen. Gleichzeitig vermietet er die unbewohnten H\u00e4user an Touristen und hat so eine weitere kleine Einnahmequelle.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/08122011342.jpg\" alt=\"08122011342\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Chung ist so liebensw\u00fcrdig, dass er eigentlich immer alles umsonst machen w\u00fcrde. Man muss ihm manchmal seinen verdienten Lohn fast aufdr\u00e4ngen. Auch ist Chung einer der wenigen Thail\u00e4nder, die ein grosses Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit haben. So besch\u00e4ftigt er alle Angestellten das ganze Jahr, was hier eigentlich sonst niemand macht, er zahlt Ihnen faire L\u00f6hne und \u00fcbergibt den Mitarbeitenden viel Selbstverantwortung. Er kauft prinzipiell in der Region ein und erm\u00f6glicht so viele Arbeitspl\u00e4tze auf der Insel. Auch hat die Familie selber weder Boot noch Auto, sondern er beauftragt damit immer seine Nachbarn, die froh sind um den Zusatzverdienst. Der Abfall wird konsequent getrennt und das Regenwasser wird gesammelt. Und h\u00e4tte er bessere Erfahrungen mit Solarzellen gemacht, w\u00e4re wohl auch die Energieversorgung erneuerbar. Leider machten ihm die damaligen Solarzellen nur Probleme und so stieg er auf den Strom vom Festland um, den es seit zwei Jahren hier gibt.<\/p>\n<p>Seine Partnerin Kiau ist der gute Engel im Hintergrund, ohne den Chung seine G\u00e4ste nicht so betreuen k\u00f6nnte. Da sie aber eher ein zur\u00fcckhaltender Charakter ist, wissen wir bis anhin noch wenig \u00fcber sie. Auch im Resort arbeitet Tochter E (ja der Name ist wirklich so kurz) und seit kurzem auch der Sohn Em, der nach einigen Turbulenzen wieder zur\u00fcck in den Schoss der Familie kehrte. Beide sind irgendwo zwischen 25 und 30 Jahre alt und engagieren sich sehr f\u00fcr das Resort.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/08122011346.jpg\" alt=\"08122011346\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Pa und Thiam ist ein Ehepaar aus dem Dorf am Festland (dort. wo die F\u00e4hre ablegt), das von der Familie besch\u00e4ftigt wird. Pa ist vor allem in der K\u00fcche, im Einkauf und an der Reception t\u00e4tig und hat sich in all den Jahren, in denen sie hier arbeitet, einen verantwortungsvollen Job erarbeitet. Ihr Mann Thiam ist Allrounder und arbeitet als Handwerker, G\u00e4rtner oder hilft im Restaurant aus.<\/p>\n<p>Lo stammt aus dem nahen Dorf und ist wie Thiam ein Allrounder. Er ist bald 30, aber noch Single und wohnt in einem der kleinen H\u00fctten im Resort. Auch er ist, wie alle anderen, immer sehr fr\u00f6hlich und immer f\u00fcr einen Schwatz bereit. Auch das Englisch bereitet allen genannten Personen keine M\u00fche und sie k\u00f6nnen sich relativ fliessend verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Etwas weniger Englisch spricht Jaja, er fragt immer danach, ob wir ihn verstehen. Jaja ist unser G\u00e4rtner, der selbstst\u00e4ndig alle G\u00e4rten der H\u00e4user der ausl\u00e4ndischen Besitzer im Schuss h\u00e4lt. Auch er ist, wie alle anderen, praktisch vom Morgen bis am Abend eigentlich jeden Tag am Arbeiten. Dies obwohl allen eigentlich die Arbeitszeiten nicht vorgegeben werden, sie k\u00f6nnen sich diese selber einteilen. Jaja wird wohl gegen die sechzig gehen und hat 4 Kinder. Er lebt im Dorf, dass 1.5km von hier weg liegt. Und auch er hat immer Zeit f\u00fcr ein paar Worte und l\u00e4chelt eigentlich den ganzen Tag.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/09122011363.jpg\" alt=\"09122011363\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Neben dem Stammpersonal bewegen sich einige weitere \u00f6fters auf dem Gel\u00e4nde. Sen, der Handwerker und Vater von Lo, hat unser Haus umgebaut. Ein zuverl\u00e4ssiger Mann, der sofort kommt, wenn etwas ben\u00f6tigt wird. Ebenso sieht man Tschai, den \u201eRock-men\u201c und Palmenkletterer, den wir letztes Mal vorgestellt haben, fast t\u00e4glich hier. Beide haben Ihre Assistenten, deren Namen wir aber bis anhin nicht kennen.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich nicht zu vergessen unsere beiden Helferinnen Ann und Tiu. Beide sind um die 30 und Ann\u2019s Ehemann ist der Bruder von Tiu. Ann stammt aus dem Norden und hat sich in die Insel eingeheiratet. Da hier auf der Insel alle Muslims sind (ausser Chung und seine Familie, die Buddhisten sind) hat sie konvertiert. Die Art des Muslimtums hier ist aber nicht radikal, die Leute sind sehr angenehm und weltoffen. Ann\u2019s Mann ist Fischer und die beiden leben wie auch Tiu und Ihre Familie im Dorf. Tiu\u2019s Mann arbeitet auf einer Gummiplantage und die beiden haben ein einj\u00e4hriges Kind, das sie gemeinsam betreuen, da er am fr\u00fchen Morgen arbeitet und sie sich so gut abl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/09122011367.jpg\" alt=\"09122011367\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Noch ein paar Worte zur Insel und deren Bewohnern. Insgesamt leben rund 1500 Menschen auf der Insel. Viele davon leben im nahen Dorf, der Rest ist verteilt \u00fcber eine Art Streu-Siedelung, wie wir sie im Appenzellerland kennen (immer so rund 3-6 H\u00e4user zusammen). Es gibt auf der Insel rund 1 km geteerte Strasse, alles andere sind staubige Strassen. Trotzdem sind immer mehr doch recht komfortable H\u00e4user zu sehen, der Gummipreis machte einige Familien ziemlich reich. Vom Gummi leben auch die meisten Menschen auf der Insel. Einige haben noch Palm\u00f6l-Palmen und ein paar wenige verdienen sich ihr Geld noch mit der Fischerei. Leider sind die Fischgr\u00fcnde zunehmend ausgefischt, so dass nur noch wenige wirklich davon leben k\u00f6nnen. Und vom Tourismus leben nur noch die oben beschriebenen Personen, denn das einzige andere Resort auf der Insel hat geschlossen.<\/p>\n<p>Es gibt eine Grundschule hier, aber in die weiterf\u00fchrende Schule m\u00fcssen die Kinder ans Festland, was einen doch recht beschwerlichen Schulweg ergibt. Viele der Jungen kehren dann nach abgeschlossener Schule der Insel auch den R\u00fccken, \u00e4hnlich wie in unseren Alpent\u00e4lern. Denn es gibt hier praktisch nichts f\u00fcr die Jungen und abgesehen von unserem Restaurant gibt es kein anderes auf der Insel. Im Dorf gibt es ein paar L\u00e4den und eine medizinische Erstversorgung. Des weiteren gibt es drei Moscheen, doch die Leute hier sind nicht streng gl\u00e4ubig. Da Chung das Geld, das er von den Ausl\u00e4ndern nach dem Tsunami gespendet erhielt und nur zum Teil selber ben\u00f6tigte, ins Dorf gab, haben die Ausl\u00e4nder einen guten Ruf hier. Zudem sind hier nat\u00fcrlich auch keine Sex- oder Partytouristen, die die Einheimischen wie an anderen Orten verderben. Geht man ins Dorf sp\u00fcrt man diese Offenheit \u2013 so wurden wir schon spontan zu einem Dorffest eingeladen, als wir im August hier waren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/09122011369.jpg\" alt=\"09122011369\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Nun habe ich bereits so viel geschrieben, dass ich die Vorstellung der Ausl\u00e4nder, die hier im internationalen Dorf leben bzw. ihr Haus haben auf den n\u00e4chsten Blog-Eintrag verschieben.<\/p>\n<p>Wir senden Euch alle viele sonnige und warme Gr\u00fcsse aus dem fernen&nbsp; Osten!<\/p>\n<p class=\"Stil28\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/spirit-th\/DSC06961-thumb.jpg\" alt=\"DSC06961-thumb\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Die Leute von Si Boya und ein paar weitere Geschichten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorised"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=301"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}