{"id":268,"date":"2011-04-08T10:25:11","date_gmt":"2011-04-08T10:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=268"},"modified":"2020-12-17T14:04:55","modified_gmt":"2020-12-17T14:04:55","slug":"reife-schweiz-umfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=268","title":{"rendered":"Reife Schweiz &#8211; Umfrage"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reifeschweiz.jpg\" alt=\"reifeschweiz\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Die Resultat zur Studie REIFE SCHWEIZ!<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em>Hier finden Sie die Detailresultate der im M\u00e4rz 2011 durchgef\u00fchrten Studie &#8222;Reife Schweiz&#8220;.<\/em><\/p>\n<p class=\"Stil28\"><span class=\"normal\">Sie<\/span><em> k\u00f6nne die gesamte Datei auch <a class=\"jce_file\" title=\"als .pdf downloaden\" href=\"Downloads\/reife_politik_ergebnisse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"jce_icon\" style=\"border: 0px; vertical-align: middle;\" title=\"pdf\" src=\"plugins\/editors\/jce\/tiny_mce\/plugins\/filemanager\/img\/ext\/pdf_small.gif\" alt=\"\" \/>&nbsp;als .pdf downloaden<\/a> (1.2 MB).<br \/><\/em><\/p>\n<p> <strong><br \/> <\/strong> <\/p>\n<p><strong><span class=\"Titel4\">1. Einleitung<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst 2011 finden in der Schweiz Wahlen in die beiden Kammern des eidgen\u00f6ssischen Parlaments statt. In deren Vorfeld wollte die terzStiftung, die sich als Interessen<del datetime=\"2011-04-19T09:45\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/del>vertreterin der Generationen \u00fcber 50 versteht, wissen, wie gut eigentlich die Interessen von Menschen der reiferen Jahrg\u00e4nge in der schweizerischen Politik vertreten werden.<\/p>\n<p>Um das herauszufinden, analysierte die terzStiftung die Programme der acht gr\u00f6ssten schweizerischen Parteien und f\u00fchrte eine Befragung bei deren Generalsekretariaten durch. Die Ergebnisse dieser Studie wurden zusammengefasst im terzMagazin vom April 2011 und vollst\u00e4ndig im Internet publiziert. (<a href=\"http:\/\/www.terzstiftung.ch\/terzstiftung\/eidgenoessischewahlen\/terzfragt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.terzstiftung.ch\/terzstiftung\/eidgenoessischewahlen\/terzfragt<\/a>)<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Da das Papier von Parteiprogrammen jedoch geduldig ist, und da es bei Wahlen nicht darauf ankommt, was die Parteien aussenden, sondern was bei den W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern ankommt, beschloss die terzStiftung, zusammen mit der befreundeten Stiftung spirit.ch, die sich f\u00fcr Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t, vor allem auch der reiferen Jahrg\u00e4nge, einsetzt, bei den direkt Betroffenen eine Umfrage durchzuf\u00fchren, um deren Wahrnehmung kennen zu lernen. Ihr Titel sollte lauten: <em>Wie reif ist die Schweizer Politik?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;Schnell zeigte sich bei den Vorbereitungen der Umfrage, dass es bei Reifer Politik um verschiedene Facetten geht:<\/p>\n<p>&nbsp;&#8211; um spezifische Anliegen, Interessen und Werte reiferer Menschen und um deren Vertretung in der Politik \u2013 <br \/>&nbsp;&nbsp; also um reife Inhalte;<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp; um Alters-Bilder und um das Verh\u00e4ltnis zwischen den Generationen;<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp; um einen reifen politischen Stil, also um wertebasierte Umgangs-Formen in der Politik;<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp; und schliesslich um die Vorstellungen davon, was eine REIFE SCHWEIZ bedeuten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zu all diesen Facetten von Reifer Politik wurden Fragen formuliert und zu einem Online-Fragebogen mit insgesamt 43 Fragen zusammengefasst.<\/p>\n<p>Die Befragung war \u00f6ffentlich. Aufmerksam gemacht wurde darauf in den Netzwerken der Stiftungen spirit.ch und terz sowie befreundeter Organisationen. Die Befragung war vom 1. M\u00e4rz bis 4. April 2011 offen.<\/p>\n<p>&nbsp;Die ausserordentlich hohe Beteiligung an der Befragung (siehe Kapitel 3) sowie das darin ausgedr\u00fcckte Meinungsspektrum machen klar: Es gibt in der Schweiz bei den reiferen Generationen einen ebenso grossen wie unerf\u00fcllten Bedarf nach Reifer Politik, und zwar sowohl, was die Vertretung reifer Interessen (Kapitel 4) als auch, was Reife Politik als Frage der Werte (Kapitel 6) betrifft. Die Parteien decken dieses Bed\u00fcrfnis nur ungen\u00fcgend ab. Und so kann es auch wenig erstaunen, dass die VISION REIFE SCHWEIZ auf eine eindr\u00fcckliche Resonanz st\u00f6sst (Kapitel 7).<\/p>\n<p> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <span class=\"Titel4\">2. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick<\/span><\/strong> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die ausserordentlich hohe Beteiligung an einer sehr anspruchsvollen Umfrage zeigt, dass die Frage <em>Wie reif ist die Schweizer Politik?<\/em> bei den reiferen Generationen einen Nerv getroffen hat, und dass sich diese Generationen in der Schweizer Politik verst\u00e4rkt Geh\u00f6r verschaffen und sich eine Stimme geben wollen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Es handelt sich dabei um die Stimme der reifen Citoyens, also der politisch interessierten und engagierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der Generationen \u00fcber 50. In der Stichprobe sind naturgem\u00e4ss M\u00e4nner und Akademiker \u00fcbervertreten, doch hat dies im Allgemeinen kaum Einfluss auf die Ergebnisse.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Der Anteil an generationenspezifischen Anliegen in der Politik wird als \u201emittelhoch\u201c eingesch\u00e4tzt. Deutlich h\u00f6her liegt dieser Anteil in den Politik-Feldern \u201eGesundheit\u201c und \u201eSoziale Sicherheit\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die pers\u00f6nliche Bedeutung der generationenspezifischen Anliegen liegt hoch, und zwar in allen Politik-Feldern. Entsprechend wichtig ist eine st\u00e4rkere und bessere Vertretung der Interessen reifer Menschen in der Politik.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Diese hohen Erwartungen sind in der letzten Legislaturperiode nicht eingel\u00f6st worden. Und die Erwartungen an die n\u00e4chste Legislaturperiode sind nicht viel besser.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Vierzig Prozent der Teilnehmenden finden, keine Partei vertrete die Interessen reifer Menschen gut. Am h\u00e4ufigsten genannt werden die SP vor der CVP und SVP.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die reifen Generationen sehen sich mehrheitlich als Bereicherung f\u00fcr die Gesellschaft, glauben jedoch, die Politik n\u00e4hme sie vorwiegend als Last wahr. Zwischen Selbst<ins datetime=\"2011-04-19T09:50\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">&#8211;<\/ins> und Fremdbild klafft hier eine enorme L\u00fccke.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die reifen Generationen sehen keine zunehmenden Generationenkonflikte voraus, sondern im Gegenteil eine gemeinsame gedeihliche Zukunft.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Meinungen dazu, ob es ein spezielles Gesetz gegen Altersdiskriminierung brauche, sind geteilt, wobei die Frauen und das rot-gr\u00fcne Lager mehrheitlich daf\u00fcr sind, M\u00e4nner und das b\u00fcrgerliche Lager dagegen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Eine verst\u00e4rkte Beteiligung \u00e4lterer Menschen an der Politik w\u00fcrde<del datetime=\"2011-04-19T09:50\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">n<\/del> diese nach Meinung der Befragten besonnener, reifer, menschlicher und gelassener machen. <\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Zu einer Reifen Politik im Sinne eines bestimmten Politik-Stils geh\u00f6ren ein respektvoller Umgang miteinander, gemeinsame Verantwortung statt Schuldzuweisungen, Offenheit und Lernf\u00e4higkeit, allgemeine Interessen st\u00e4rker zu gewichten als eigen<ins datetime=\"2011-04-19T09:51\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">e<\/ins>, keine pers\u00f6nlichen Verunglimpfungen sowie zu integrieren statt auszugrenzen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Der Bedarf nach solcher Reifer Politik ist ausgepr\u00e4gt, wird jedoch h\u00f6chst ungen\u00fcgend abgedeckt. Und auch die entsprechenden Zukunftserwartungen sind nicht rosig.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Keine Partei entspricht den Kriterien eines reifen politischen Stils. Hingegen wird die SVP von einer deutlichen Mehrheit als unreife Partei empfunden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die VISION REIFE SCHWEIZ, die auf zehn zentralen Werten beruht, st\u00f6sst bei der H\u00e4lfte der <ins datetime=\"2011-04-19T09:51\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">B<\/ins><del datetime=\"2011-04-19T09:51\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">b<\/del>efragten auf ungeteilte Zustimmung und hat so gut wie keine Gegner. Das Interesse an ihr und die Bereitschaft, die Vision zu unterst\u00fctzen, sind hoch.<\/li>\n<\/ul>\n<p> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p> <strong>&nbsp;                    <!--nextpage--> <\/strong><span class=\"Titel4\">3. Stichprobe und Repr\u00e4sentativit\u00e4t <\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt haben zwischen dem 1. M\u00e4rz und dem 4. April 2011 weit \u00fcber 500 Menschen den Fragebogen <em>Wie reif ist die Schweizer Politik?<\/em> vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllt, n\u00e4mlich genau 564<del datetime=\"2011-04-19T09:52\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/del>. Das ist aus mehreren Gr\u00fcnden eine mehr als respektable Zahl:<\/p>\n<p>&#8211; Die Befragung fand nur online statt, und ein Internet-Zugang ist bei den reiferen Generationen noch l\u00e4ngst <br \/>&nbsp; nicht \u00fcberall vorhanden.<\/p>\n<p>&#8211; Das Ausf\u00fcllen des Fragebogens beanspruchte schnell mal eine halbe Stunde, die Mitwirkenden mussten also <br \/>&nbsp; eine betr\u00e4chtliche Zeit-Menge investieren.<\/p>\n<p>&#8211; Die Fragen der Umfrage waren differenziert und gingen in die Tiefe, zu ihrer Beantwortung brauchte es also<br \/>&nbsp; einigen Denkaufwand.<\/p>\n<p>&#8211; F\u00fcr die Teilnahme an der Umfrage wurde nur in den Medien der beiden sie tragenden Stiftungen terz und <br \/>&nbsp; spirit.ch geworben, sowie auf einigen befreundeten Plattformen, es gab keine Unterst\u00fctzung durch ein <br \/>&nbsp; Medium mit grosser Auflage.<\/p>\n<p>Dass trotz dieser Hindernisse so viele Menschen vorwiegend der reiferen Jahrg\u00e4nge an der Umfrage mitgewirkt haben, zeigt zweierlei:<\/p>\n<ol>\n<li>Das Thema Reife      Politik hat bei vielen reiferen Menschen einen Nerv getroffen.<\/li>\n<li>Viele Menschen der      reiferen Jahrg\u00e4nge haben ein starkes Bed\u00fcrfnis, ihren spezifischen      Interessen, Anliegen und Werten das geb\u00fchrende Geh\u00f6r zu verschaffen. <\/li>\n<\/ol>\n<p>Wer aber sind die Menschen, die sich an der Umfrage beteiligt haben? Eine erste Antwort ergibt sich aus den statistischen Angaben.<\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.1. Statistische Struktur der Stichprobe<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><span class=\"Titel4\">3.1.1. Geschlecht<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/311.jpg\" alt=\"311\" width=\"539\" height=\"331\" \/><\/p>\n<p>Wie bei den meisten Online-Umfragen gibt es auch hier ein krasses \u00dcbergewicht der M\u00e4nner. Offenbar liegt es M\u00e4nnern immer noch n\u00e4her, ihre Meinung auf diese Weise zu \u00e4ussern. Dazu kommt, dass das politische Interesse bei Frauen immer noch kleiner ist als bei M\u00e4nnern, vor allem bei jenen f\u00fcr unsere Stichprobe relevanten Jahrg\u00e4ngen, die noch ohne Frauenstimmrecht aufgewachsen sind.<\/p>\n<p>Dramatisch ist dieses Ungleichgewicht nicht, so lange wir daran denken, bei allen wichtigen Fragen zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dort, wo Frauen deutlich anders denken als M\u00e4nner, muss dies bei der Betrachtung des Gesamtbilds ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">3.1.2. Alter<\/span> <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/312.jpg\" alt=\"312\" width=\"400\" height=\"266\" \/><\/p>\n<p>Reife ist zwar theoretisch keine Frage des Alters \u2013 praktisch dagegen offenbar schon. Auf das Stichwort <em>Reife Politik<\/em> sind nur wenige unter 50-J\u00e4hrige angesprungen. Die 65 bis 79-J\u00e4hrigen dagegen bilden den Hauptharst der Teilnehmenden. Bemerkenswert ist, dass auch etliche Befragungsteilnehmer schon \u00fcber 80 sind.<\/p>\n<p>Weil die j\u00fcngsten und \u00e4ltesten Altersgruppen zu klein sind, um statistisch sinnvolle Aussagen machen zu k\u00f6nnen, teilen wir die Befragten bei k\u00fcnftigen Auswertungen in die beiden Gruppen der unter und \u00fcber 65-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.1.3. Bildung<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/313.jpg\" alt=\"313\" width=\"400\" height=\"266\" \/><\/p>\n<p>Eines f\u00e4llt sofort auf: Es gibt in der Stichprobe einen deutlichen Akademiker-\u00dcberschuss. Das erstaunt nicht weiter, gilt doch, dass eine h\u00f6here Bildung den Zugang zu einem anspruchsvollen Fragebogen wie dem unsrigen erleichtert. Immerhin gibt es in der Stichprobe gen\u00fcgend Nichtakademiker, um testen zu k\u00f6nnen, ob sich deren Meinung von jener der Akademiker unterscheidet. Gebildet werden f\u00fcr solche Tests drei Gruppen:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; einfache Bildung: Volksschule, Berufslehre<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; mittlere Bildung: Matura, Fachhochschule<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Universit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.1.4. Materielle Lebensverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/314.jpg\" alt=\"314\" width=\"400\" height=\"267\" \/><\/p>\n<p>Wie nicht anders zu erwarten,<ins datetime=\"2011-04-19T09:56\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins> rechnet sich die grosse Mehrheit der Befragungsteilnehmenden zur mittleren Gruppe, wenn es um die materiellen Lebensverh\u00e4ltnisse geht. Und wenig erstaunt auch, dass es doppelt so viele mit einem gehobenen Lebensstandard gibt wie<ins datetime=\"2011-04-19T09:55\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins>solche mit einem einfachen: Wo es so viele Menschen mit einer gehobenen Bildung gibt, schl\u00e4gt sich das auch bei den materiellen Lebensverh\u00e4ltnissen nieder.<\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.1.5. Wohnumgebung<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/315.jpg\" alt=\"315\" width=\"400\" height=\"266\" \/><\/p>\n<p>Die Befragten verteilen sich sch\u00f6n gleichm\u00e4ssig auf Wohngemeinden aller Gr\u00f6ssen. Um herauszufinden, ob die Gr\u00f6sse der Wohnortsgemeinde einen Einfluss auf die Einstellungen hat, bilden wir vier Kategorien:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; bis 5&#8217;000 Einwohner<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 5&#8217;000 bis 10&#8217;000 Einwohner<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10&#8217;000 bis 50&#8217;000 Einwohner<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; mehr als 50&#8217;000 Einwohner<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">3.2. Politisches Interesse<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Nach dem politischen Interesse wurde so gefragt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/32.jpg\" alt=\"32\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p><em>Es gibt ja eher unpolitische und eher politische Menschen. Wo w\u00fcrden Sie sich selbst auf einer Skala von 1 ( = v\u00f6llig unpolitisch) bis 10 ( = hochgradig politisch) einstufen?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Das durchschnittliche Interesse liegt mit fast sieben Punkten deutlich \u00fcber dem rechnerischen Durchschnitt. Zwischen den Geschlechtern und den Bildungsgraden gibt es zwar die erwarteten Unterschiede, doch in einem so geringen Mass, dass wir getrost die Aussage wagen k\u00f6nnen: Wer sich an dieser Umfrage beteiligt hat, verf\u00fcgt \u00fcber ein gehobenes politisches Interesse.<\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.3. Parteipr\u00e4ferenzen<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Um herauszufinden, ob die Parteienorientierung einen Einfluss auf die Meinungen zu reifer Politik hat, haben wir nat\u00fcrlich auch nach den Parteipr\u00e4ferenzen gefragt. Allerdings haben wir keine direkte Wahlabsicht erhoben, sondern nach den Sympathien f\u00fcr die acht gr\u00f6ssten Schweizer Parteien gefragt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/33.jpg\" alt=\"33\" width=\"400\" height=\"266\" \/><\/p>\n<p><em>Hier stehen die acht wichtigsten Parteien der Schweiz. Bitte ordnen Sie diese nach dem Rang Ihrer pers\u00f6nlichen Sympathie. Zuoberst kommt die Partei, die Ihnen am sympathischsten ist, zuunterst jene, die Ihnen am wenigsten sympathisch ist.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigen wir zun\u00e4chst nur die Nennungen f\u00fcr den ersten Rang, also f\u00fcr die sympathischste Partei, ergibt sich in der Stichprobe dieses Bild:<\/p>\n<p>Das Bild entspricht nicht genau den W\u00e4hleranteilen, wie sie im Vorfeld der Wahlen durch Umfragen repr\u00e4sentativ ermittelt werden. Vor allem erscheint die Anh\u00e4ngerschaft der SVP etwas unterrepr\u00e4sentiert. Das kann an der ver\u00e4nderten Fragestellung liegen (man kann eine Partei w\u00e4hlen, auch ohne sie sympathisch zu finden), oder auch daran, dass SVP-Anh\u00e4nger weniger Interesse am Thema Reife Politik haben (wof\u00fcr es Anzeichen gibt \u2013 siehe Kapitel 6).<\/p>\n<p>Wichtiger jedoch ist, dass in der Stichprobe Anh\u00e4nger aller gr\u00f6sseren Parteien zu finden sind. Sie ist also parteipolitisch ausgewogen zusammengesetzt. Damit k\u00f6nnen wir f\u00fcr alle Parteien mit Ausnahme der EVP, deren Anh\u00e4ngerschaft zu klein ist, auch die Distanz der Befragungsteilnehmenden zu dieser Partei erfassen. Nahe ist man einer Partei, wenn man sie bei der Rangierung nach Sympathien auf die Pl\u00e4tze eins oder zwei gesetzt hat. In einer mittleren Distanz lebt man mit den R\u00e4ngen drei bis 5. Und fern ist man einer Partei, wenn man sie auf die<ins datetime=\"2011-04-19T10:01\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins>hintersten R\u00e4nge sechs bis acht gesetzt hat.<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich f\u00fcr die sieben gr\u00f6ssten Parteien folgendes Bild:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/332.jpg\" alt=\"332\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Man kann sich also offenbar nicht nur einer Partei nahe f\u00fchlen, sondern zugleich auch einer anderen, was beispielsweise zwischen den Anh\u00e4ngern von SP und Gr\u00fcnen oft der Fall ist. Die SVP dagegen ist ziemlich isoliert, N\u00e4he zu ihr empfinden nur wenige Anh\u00e4nger der anderen Parteien.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, wie unterschiedlich stark die einzelnen Parteien polarisieren. W\u00e4hrend bei CVP und GLP das Mittelfeld eine Mehrheit bildet, schrumpft dieses bei der SVP auf einen kleinen Rest: Man ist f\u00fcr sie oder gegen sie, eine mittlere Position gibt es kaum.<\/p>\n<p>Bei den wichtigen Fragen werden wir kl\u00e4ren, ob die Distanz zu den Parteien die Meinungen beeinflusst, und verwenden dabei beide Kriterien (eigentliche Anh\u00e4nger = Rang 1 \/ Sympathisanten = R\u00e4nge 1 oder 2).<\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.4. Wahlabsicht<\/p>\n<p>95 % der Befragten wollen sicher an den n\u00e4chsten CH-Wahlen teilnehmen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p class=\"Titel4\">3.5. Fortdauerndes Interesse<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Rund 80 Prozent aller Befragten geben ihre E-Mail-Adresse an und bekunden damit nebst einem grossen Vertrauen auch ein starkes Interesse an den Ergebnissen.<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">3.6. F\u00fcr wen spricht die Stichprobe?<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die Stichprobe ist nat\u00fcrlich kein repr\u00e4sentatives Abbild der gesamtschweizerischen Bev\u00f6lkerung, denn<\/p>\n<ol>\n<li>Wurde die Umfrage      nur in der Deutschschweiz durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Fehlen die unter      50-J\u00e4hrigen weitgehend.<\/li>\n<li>Sind die M\u00e4nner      und die Akademiker \u00fcbervertreten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wegen des dritten Punktes bildet die Stichprobe auch kein repr\u00e4sentatives Abbild der Bev\u00f6lkerung \u00fcber f\u00fcnfzig.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir nun die Teilnehmenden charakterisieren? Es handelt sich dabei um<\/p>\n<p>&#8211; Angeh\u00f6rige der reiferen Generationen<\/p>\n<p>&#8211; Politisch interessierte Menschen<\/p>\n<p>&#8211; Menschen, die bereit sind, Zeit und Gehirnschmalz in eine Debatte mit Themen von \u00f6ffentlichem Interesse zu <br \/>&nbsp; investieren<\/p>\n<p>Kurzum:<del datetime=\"2011-04-19T10:03\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/del> Die Teilnehmenden an der Befragung verstehen sich als B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Sinne von <em>Citoyens<\/em>, also von Menschen, die Anteil am \u00f6ffentlichen Leben nehmen und sich daf\u00fcr engagieren. Genau von diesen Citoyens lebt eine Demokratie. Sie bilden gleichsam den demokratischen Sauerteig, aus dem neue Ideen und Entwicklungen wachsen.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Gruppe reifer Citoyens spricht unsere Stichprobe. Und zwar mit lauter und klarer Stimme. Das zeigt sich darin, dass die Antworten innerlich sehr stabil sind: Die Antworten der zuletzt Teilnehmenden unterscheiden sich nicht von jenen der Erstteilnehmer.<\/p>\n<p>Die hohe Teilnehmerzahl und die klaren Antworten zeigen: Diese Stimme der reifen Citoyens hat Gewicht. Und zwar so viel, dass sie von keinem politischen Akteur weiterhin \u00fcberh\u00f6rt werden kann.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <\/strong><span class=\"Titel4\">4. Reife Interessenvertretung in der Schweizer Politik<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>In diesem Kapitel geht es um reife Politik im inhaltlichen Sinne, also um die Vertretung reifer Anliegen und Interessen in den politischen Entscheidungsprozessen. Dazu ergeben sich diese Fragestellungen: Gibt es \u00fcberhaupt generationenspezifische politische Anliegen und Interessen \u2013 und wie gross ist ihr Anteil an allen politischen Fragen? Wie wichtig sind diese Anliegen den reiferen Generationen? Werden sie ausreichend vertreten? Wie gut betreiben die schweizerischen Parteien die Vertretung reifer Interessen?<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">4.1. Reife Interessen und ihre Bedeutung<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Gibt es in der Politik \u00fcberhaupt so etwas wie generationenspezifische Anliegen der \u00e4lteren Generationen? Zun\u00e4chst wurde danach ganz pauschal gefragt:<\/p>\n<p><em>Haben Menschen im reiferen Alter \u00fcberhaupt andere politische Interessen, Anliegen und Werte als j\u00fcngere?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Antwort ist eindeutig:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/41.jpg\" alt=\"41\" width=\"400\" height=\"249\" \/><\/p>\n<p><ins datetime=\"2011-04-19T10:06\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins><\/p>\n<p>Die beiden Extrempositionen, wonach es nur oder gar keine altersspezifischen Anliegen g\u00e4be, werden kaum geteilt. Man ist sich vielmehr (\u00fcbrigens in allen statistischen und politischen Lagern) dar\u00fcber einig, es g<ins datetime=\"2011-04-19T10:07\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">e<\/ins><del datetime=\"2011-04-19T10:07\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">\u00e4<\/del>be generationen-spezifische Anliegen, aber nur in Teilbereichen.<\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung wird von den Antworten auf eine weitere Frage gest\u00fctzt:<\/p>\n<p> <em>M\u00f6glicherweise gibt es politische Fragen, bei denen reife Menschen andere Anliegen, Interessen und Werte haben als j\u00fcngere. Wie hoch sch\u00e4tzen Sie den Anteil solcher Fragen, in denen sich die Generationen deutlich unterscheiden, ein?<\/em> <\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><ins datetime=\"2011-04-19T10:09\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/412.jpg\" alt=\"412\" width=\"400\" height=\"249\" \/><\/p>\n<p>Die meisten sch\u00e4tzen den Anteil auf \u201emittel\u201c ein, der Durchschnitt liegt zwischen \u201emittel\u201c und \u201eziemlich hoch\u201c. Der Anteil an generationenspezifischen Fragen wird also als bedeutsam, nicht aber als dramatisch eingesch\u00e4tzt. Zur Einordnung dieses Befunds ist auch die folgende Frage wichtig:<\/p>\n<p><em>Gilt nach Ihrer Ansicht der Grundsatz \u201eWas \u00c4lteren n\u00fctzt, kann J\u00fcngeren nichts schaden\u201c auch f\u00fcr die Politik?<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/413.jpg\" alt=\"413\" width=\"500\" height=\"332\" \/><\/p>\n<p>Die Meinungen zu dieser Frage sind geteilt, auch wenn eine Mehrheit dazu neigt, den Grundsatz zu bejahen. Interessant ist die Differenzierung nach Parteipr\u00e4ferenzen \u2013 unterschieden werden die eindeutigen Anh\u00e4nger der Parteien, welche diese auf den ersten Rang der Sympathiewertung gesetzt haben. Dabei zeigt sich, dass das Mitte-Rechts-Lager eher zu einem harmonischen Bild des Verh\u00e4ltnisses zwischen \u00c4lteren und J\u00fcngeren neigt, w\u00e4hrend Rot-Gr\u00fcn offenbar von einem st\u00e4rker konfliktbeladenen Bild ausgeht.<\/p>\n<p>Was sind nun die speziellen politischen Anliegen und Interessen von reifen Menschen genau? Wir haben dazu gefragt, welche Anliegen einem spontan in den Sinn k\u00e4men. Fast alle Befragten haben geantwortet, was bedeutet, dass eine lange Liste vielf\u00e4ltiger Anliegen entstanden ist, die hier im Einzelnen aufzuf\u00fchren den Rahmen dieses Berichts sprengen w\u00fcrde. Immerhin kann festgestellt werden, dass sich diese Anliegen thematisch und schwerpunktm\u00e4ssig \u00e4hnlich gruppieren wie die Herausforderungen durch den demographischen Wandel (siehe Kapitel 5.1.).<\/p>\n<p>Wesentlich sind bei dieser Frage nicht die Details, sondern die Gesamtheit der generationenspezifischen Anliegen. Wie bedeutsam diese f\u00fcr die Befragten sind, wurde so erfasst:<\/p>\n<p><em>Wie wichtig sind Ihnen diese von Ihnen eben eingetragenen \u201ereifen\u201c politischen Anliegen in Ihrer Gesamtheit? Bitte w\u00e4hlen Sie als Antwort eine Zahl zwischen <\/em><\/p>\n<p><em>1 ( = \u201etotal unwichtig\u201c) bis 10 ( = \u201ehochgradig wichtig\u201c). <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/414.jpg\" alt=\"414\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Mit einem Durchschnittswert von fast acht liegt die Bedeutung der \u201ereifen\u201c Anliegen sehr hoch. Zwischen den Anh\u00e4ngern der verschiedenen Parteien gibt es dabei zwar interessante Unterschiede, die nichts mit den politischen Lagern zu tun haben, doch der Gesamtbefund bleibt: Reife politische Anliegen haben eine grosse Bedeutung f\u00fcr die Generationen 50plus.<\/p>\n<p>Dieses Gesamtbild wollten wir nach einzelnen Politik-Feldern differenzieren, ist doch davon auszugehen, dass der Anteil der generationenspezifischen Fragen an der Gesamtheit aller Themen sowie die subjektive Bedeutung dieser reifen Anliegen nicht in allen politischen Feldern gleich hoch ist. Deshalb haben wir diese beiden Fragen gestellt:<\/p>\n<p><em>Jetzt m\u00f6chten wir diese Fragen noch etwas differenzierter betrachten: Bitte tragen Sie bei jedem der angef\u00fchrten Politik-Felder ein, wie hoch Sie den Anteil jener Fragen einsch\u00e4tzen, in denen sich die Anliegen und Interessen reifer Menschen deutlich von jenen j\u00fcngerer unterscheiden.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Wenn Sie jetzt jeweils nur an die spezifischen Interessen der \u00e4lteren Generationen denken: Wie wichtig sind Ihnen pers\u00f6nlich diese Anliegen in den einzelnen Politik-Feldern? (1 = total unwichtig, 10 = hochgradig wichtig)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Antworten auf die beiden Fragen sind in der folgenden Grafik zusammengefasst, wobei die Zehner-Skala der zweiten Frage aus Vergleichsgr\u00fcnden in eine Hunderter-Skala umgerechnet wurde. Der Balken \u201eAnteil <del datetime=\"2011-04-19T10:13\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">\u201e<\/del>hoch\u201c fasst die Antworten \u201eziemlich hoch\u201c und \u201esehr hoch\u201c zusammen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/415.jpg\" alt=\"415\" width=\"500\" height=\"308\" \/><\/p>\n<p> Auff\u00e4llig zun\u00e4chst: In allen Politik-Feldern wird der Anteil an generationen-spezifischen Fragen deutlich h\u00f6her eingesch\u00e4tzt als bei der generellen Frage. Offenbar bringt eine vertiefte Besch\u00e4ftigung zun\u00e4chst \u00fcbersehene reife Anliegen zum Vorschein&#8230;  <\/p>\n<p>Anders ist es bei der Frage nach der pers\u00f6nlichen Wichtigkeit dieser Anliegen. Hier erreichen nur zwei Felder, n\u00e4mlich \u201eGesundheit\u201c und \u201eSoziale Sicherheit\u201c die Werte der generellen Frage. Die reifen Anliegen in den anderen Politik-Feldern sind nicht ganz so wichtig \u2013 aber immer noch bedeutsam genug. Klar ist: Soziale Sicherheit und Gesundheit stehen im Zentrum reifer Anliegen.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">4.2. Reife Interessenvertretung: Wunsch und Realit\u00e4t<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Es gibt offenbar einen starken Wunsch nach einer Vertretung reifer Interessen in der schweizerischen Politik, wie diese Frage zeigt:<\/p>\n<p><em>Zun\u00e4chst ganz pauschal gefragt: Ist eine st\u00e4rkere und bessere Vertretung der Interessen reifer Menschen in der schweizerischen Politik n\u00f6tig?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/42.jpg\" alt=\"42\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Wohlgemerkt: Die Forderung lautet <em>eine st\u00e4rkere und bessere Vertretung der Interessen reifer Menschen. <\/em>Dieser Forderung schliessen sich exakt drei Viertel aller Teilnehmenden an der Befragung an. Und exakt ein Drittel h\u00e4lt sie sogar f\u00fcr unbedingt n\u00f6tig und dringend.<\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung wird von allen politischen Lagern geteilt. Unterschiede gibt es dagegen zwischen den Altersgruppen (die \u00fcber 65-J\u00e4hrigen unterst\u00fctzen die Forderung deutlich st\u00e4rker als die unter 65-J\u00e4hrigen) sowie zwischen den Lebensstandards (Angeh\u00f6rigen der einfacheren Schichten erscheint die Forderung dringlicher als solchen der mittleren und gehobenen).<\/p>\n<p>Eines ist klar: Die Citoyens der Generationen 50plus w\u00fcnschen sich klar eine st\u00e4rkere und bessere Vertretung ihrer Interessen in der schweizerischen Politik.<\/p>\n<p>Hat sich auf diesem Gebiet in der letzten Legislaturperiode etwas getan? Und wird sich in der n\u00e4chsten etwas tun? Um die entsprechenden Einsch\u00e4tzungen der direkt Betroffenen zu erfahren, haben wir diese beiden Fragen gestellt:<\/p>\n<p><em>R\u00fcckblick: Wenn Sie einmal die letzten vier Jahre (Legislaturperiode) \u00fcberblicken: Wurden in dieser Zeit von der Schweizer Politik die speziellen Anliegen und Interessen der reifen Menschen st\u00e4rker oder schw\u00e4cher vertreten als zuvor?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Vorschau: Noch ein Blick voraus: Werden nach Ihrer Einsch\u00e4tzung die speziellen Anliegen, Interessen und Werte der reifen Menschen im Parlament st\u00e4rker oder schw\u00e4cher vertreten sein?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Hier die zusammengefassten Antworten auf beide Fragen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/422.jpg\" alt=\"422\" width=\"450\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Sowohl im R\u00fcckblick wie in der Vorschau dominieren jene Stimmen, die keinerlei Ver\u00e4nderung feststellen bzw. vorhersagen. Im R\u00fcckblick dominiert ansonsten der pessimistische Blick: Nur 14 Prozent haben eine Verbesserung festgestellt, 25 Prozent dagegen eine Verschlechterung. In der Vorschau dagegen halten sich die beiden Lager genau die Waage.<\/p>\n<p>Dieses Gesamtbild findet sich nicht in allen statistischen und politischen Untergruppen gleichm\u00e4ssig (siehe Grafik n\u00e4chste Seite). So haben die \u00fcber 65-J\u00e4hrigen, denen die Vertretung der reifen politischen Interessen ohnehin \u00fcberdurchschnittlich wichtig ist, sowohl beim R\u00fcckblick als auch in der Vorschau einen deutlich pessimistischer<ins datetime=\"2011-04-19T10:22\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">e<\/ins>n Blick als die etwas J\u00fcngeren.<\/p>\n<p>Auch die Anh\u00e4nger der Parteien (Auswertung nach erster Sympathie-Wahl) unterscheiden sich teils deutlich in ihren Einsch\u00e4tzungen. So sind in der Vorschau die SVP-Anh\u00e4nger extrem optimistisch, w\u00e4hrend die SP-Anh\u00e4nger die Zukunft in dieser Beziehung eher d\u00fcster sehen.<\/p>\n<p>Insgesamt jedoch gilt eindeutig: Die hohen Erwartungen an eine st\u00e4rkere und bessere Vertretung der Interessen reifer Menschen in der schweizerischen Politik sind in der j\u00fcngeren Vergangenheit nicht eingel\u00f6st worden. Und sie werden auch in der nahen Zukunft h\u00f6chstens marginal erf\u00fcllt werden. Hier liegt ein weites Feld weitgehend brach.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/423.jpg\" alt=\"423\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">4.3. Parteien als Vertreter reifer Interessen<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die politischen Parteien beziehen einen wesentlichen Teil ihrer Legitimation aus dem Anspruch, die Interessen bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen zu vertreten. Wir haben deshalb gefragt, welche Partei die reifen Interessen vertritt:<\/p>\n<p><em>Gibt es nach Ihrer Ansicht in der Schweiz eine Partei, welche die speziellen Anliegen, Interessen und Werte reifere<ins datetime=\"2011-04-19T10:24\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">r<\/ins> Menschen besonders gut vertritt? Wenn ja: welche? (Sie k\u00f6nnen auch mehrere Parteien anklicken.)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Hier die Antworten zun\u00e4chst grob geordnet und nach Altersgruppen bzw. Parteianh\u00e4ngern differenziert:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/43.jpg\" alt=\"43\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist zun\u00e4chst: 15 Prozent enthalten sich jeden Urteils, weil sie die Frage nicht beurteilen k\u00f6nnen. 5 Prozent sagen, dass alle Parteien reife Anliegen gleich gut vertreten. 35 Prozent sagen, keine Partei vertrete reife Anliegen gut.<\/p>\n<p>Dieser Anteil liegt bei den \u00fcber 65-J\u00e4hrigen sogar bei 40 Prozent. Diese Gruppe stellt den Parteien ein sehr schlechtes Zeugnis aus, h\u00e4lt sie doch keine Partei f\u00fcr willens oder f\u00e4hig, ihre generationenspezifischen Interessen gut zu vertreten. Das ist eine erneute Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass bei der Vertretung reifer Interessen ein grosser ungedeckter Bedarf existiert.<\/p>\n<p>Das ist nicht in allen Partei-Lagern so. Die Gruppe der extrem Unzufriedenen ist bei den BDP-Anh\u00e4ngern fast dreimal so gross wie bei den SVP-Anh\u00e4ngern. Eine politische Systematik ist bei diesen unterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen allerdings nicht auszumachen.<\/p>\n<p>45 Prozent aller Befragten sehen eine oder mehrere Parteien, welche reife Interessen besonders gut vertreten. Im Schnitt nennt diese Gruppe fast zwei Parteien, die dieses Pr\u00e4dikat verdienen. Deshalb addieren sich die Werte in der vorderen Reihe der folgenden Grafik auch auf \u00fcber 100 Prozent.<\/p>\n<p>Die hintere Reihe zeigt den Anteil jener Partei-Anh\u00e4nger, welche ihrer eigenen Partei das G\u00fctesiegel \u201ebesonders gute Vertretung reifer Interessen\u201c verleihen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/432.jpg\" alt=\"432\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Unter den insgesamt genannten Parteien schwingt die SP deutlich obenauf, gefolgt von CVP und SVP. Die FDP liegt noch hinter den Gr\u00fcnen, w\u00e4hrend die kleinen und neuen Parteien BDP und GLP erwartungsgem\u00e4ss etwas zur\u00fcck liegen.<\/p>\n<p>Interessant sind die Unterschiede im Selbst-Bewusstsein der Parteianh\u00e4nger: Bei CVP, SP und SVP sind alle Anh\u00e4nger ausnahmslos \u00fcberzeugt, ihre Partei vertrete reife Interessen besonders gut. Bei den BDP-Anh\u00e4ngern dagegen glaubt das nur etwas mehr als jeder Zweite&#8230;<\/p>\n<p>Wie bereits bei der Frage nach der Bedeutung reifer Interessenvertretung in der Politik haben wir auch hier nach den einzelnen Politik-Feldern differenziert:<\/p>\n<p><em>Welche Partei vertritt nach Ihrer Einsch\u00e4tzung in den einzelnen Politik-Feldern die Anliegen und Interessen der reifen Menschen am besten? (Bitte nur eine Antwort pro Politik-Feld)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Auch hier k\u00f6nnen l\u00e4ngst nicht alle Befragten eine Partei ausw\u00e4hlen, die Quote der Nicht-Antwortenden liegt je nach Politik-Feld zwischen 31 und 39 Prozent. Zu Vergleichszwecken wurden die Mehrfach-Antworten der generellen Frage (siehe oben) ebenfalls auf 100 Prozent umgerechnet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/433.jpg\" alt=\"433\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p> Die Grafik zeigt klar, dass auch die reiferen W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler bei den einzelnen Parteien weitgehend die klassischen Kernthemen und Kernkompetenzen sehen. Und diese Kern-Felder wiederum verkn\u00fcpfen sie mit der Wahrnehmung (oder eher Hoffnung?), diese Partei sei f\u00e4hig, auch die spezifisch reifen Interessen in diesem Feld besonders gut zu vertreten.  <\/p>\n<p>Besonders ausgepr\u00e4gt gilt dies f\u00fcr die FDP im Feld von Finanzen und Wirtschaft, f\u00fcr die GP bei Infrastruktur, Verkehr und Umwelt, f\u00fcr die SVP bei Sicherheit und Justiz, sowie f\u00fcr die SP in den Feldern Gesundheit und Soziale Sicherheit. Da exakt diese beiden Politik-Felder jene mit der h\u00f6chsten Bedeutung f\u00fcr die Vertretung reifer Interessen sind, erstaunt es wenig, dass die gute Bewertung der SP in diesen Feldern auch auf die Gesamtbewertung durchschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>In den anderen Feldern gibt es zwei oder mehrere Parteien, die herausragen: Bei den Aussenbeziehungen FDP und SP, bei Bildung, Forschung und Kultur SP, FDP und teilweise CVP, sowie bei \u201eGenerationen\u201c SP und CVP.<\/p>\n<p>Erinnert sei daran, dass bei dieser Frage nicht gefragt wurde, welche Partei reife Interessen \u201ebesonders gut\u201c vertrete, sondern nur, welche sie \u201eam besten\u201c vertrete, und unter lauter Schlechten ist auch der Beste nicht gut&#8230; Zudem konnten jeweils nur rund 60 Prozent die Frage \u00fcberhaupt beantworten. All das verst\u00e4rkt den Gesamteindruck, wonach alle Parteien bei der Vertretung reifer Interessen betr\u00e4chtliche Defizite aufweisen. Oder, positiver formuliert, enorme Entwicklungs-Potenziale.<\/p>\n<p> <strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <\/strong><span class=\"Titel4\">5. Politische Stimmungslage der Reifen Generationen<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Um herauszufinden, wie die Generationen \u00fcber f\u00fcnfzig denken, haben wir einige politische Stimmungsfragen gestellt. Die Detailanalysen haben ergeben, dass sich diese Generationen fast \u00fcberall weitgehend einig sind, das heisst, es gibt nur schwache Abweichungen zwischen den statistischen und politischen Untergruppen. Dargestellt werden deshalb nur die Gesamtergebnisse. Auf die Ausnahmen wird im Kommentar verwiesen.<\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.1. Herausforderungen durch die demographische Entwicklung<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><em>Schon in zwanzig Jahren wird es in der Schweiz als Folge der demographischen Entwicklung mehr \u00fcber 65-j\u00e4hrige Menschen geben als unter 20-j\u00e4hrige. Das wird unser Land vor grosse Herausforderungen stellen. Hier sind einige davon angef\u00fchrt. Welche davon halten Sie f\u00fcr die wichtigsten? (Mehrfachnennungen m\u00f6glich)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/51.jpg\" alt=\"51\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Die Generationen \u00fcber f\u00fcnfzig sehen als die wichtigsten Herausforderungen des demographischen Wandels die Sicherung der Altersvorsorge und des erh\u00f6hten Pflegebedarfs. Doch auch die \u201eweicheren\u201c Themen Bildung, Generationenaustausch und Sinnstiftung f\u00fcr das Alter werden von beachtlichen Minderheiten zu den grossen Herausforderungen gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die letzten drei Themen werden von Frauen deutlich h\u00e4ufiger genannt als von M\u00e4nnern. Und die Anpassung des Bildungssystems an lebenslanges Lernen ist eher eine Angelegenheit des rot-gr\u00fcnen als des b\u00fcrgerlichen Lagers.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.2. Bereicherung oder Last? Selbst- und Fremdbild<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Ist die Generation der \u00e4lteren und alten Menschen f\u00fcr die Gesellschaft eine Bereicherung oder eine Last? Wie sehen das die reiferen Generationen selbst? Und wie, glaubt diese Generation, sieht das die Politik? Hierf\u00fcr wurden zwei Fragen gestellt:<\/p>\n<p><em>Selbstbild: Man kann die Generation der \u00e4lteren und alten Menschen als Bereicherung f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes betrachten (z.B. wegen ihres Erfahrungswissens) \u2013 oder als Last (z.B. wegen der h\u00f6heren Krankheitskosten). Wie sehen Sie das? Bitte w\u00e4hlen Sie die am ehesten auf Sie zutreffende Antwort.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Fremdbild: Und was glauben Sie: Wie sieht die Schweizer Politik diese Frage? Welche Position k\u00e4me wohl heraus, wenn man den Durchschnitt aller Politikerinnen und Politiker ermitteln w\u00fcrde? Bitte w\u00e4hlen Sie die Antwort, die am ehesten Ihrer gef\u00fchlsm\u00e4ssigen Sch\u00e4tzung entspricht.<\/em><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/52.jpg\" alt=\"52\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>In ihrem Selbstbild empfindet sich die Generation 50plus zur H\u00e4lfte als Bereicherung f\u00fcr die Gesellschaft, zur anderen H\u00e4lfte als Mischung aus Bereicherung und Last.<\/p>\n<p>Ganz anders ist die Einsch\u00e4tzung des Fremdbilds der Politik: Hier machen die Antworten Richtung \u201eLast\u201c mehr als die H\u00e4lfte aus. Dass die Politik die \u00e4lteren und alten Menschen mehrheitlich als Bereicherung empfindet, glaubt nur eine kleine Minderheit der betroffenen Generation.<\/p>\n<p>Selbst- und Fremdbild klaffen also enorm auseinander: Von der Politik erh\u00e4lt 50plus das Signal, eine Last zu sein. Selbst empfindet man sich jedoch als Bereicherung. Hier ist auf Seiten der Politik ein grosser Bewusstseinswandel angesagt&#8230;<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.3. Zunehmende Generationen-Konflikte?<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Immer wieder geistert in den Medien das Gespenst wachsender Konflikte zwischen den Generationen herum. Wie sehen das die reiferen Menschen selbst? Dazu wurde diese Frage gestellt:<\/p>\n<p><em>Es gibt ja Stimmen, die in der Politik einen zunehmenden Konflikt zwischen den Generationen vorhersagen. Zu welcher Position in dieser Frage neigen Sie pers\u00f6nlich?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/53.jpg\" alt=\"53\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Nur jede(r) F\u00fcnfte teilt die Bef\u00fcrchtung zunehmender Generationen-Konflikte, jede(r) Vierte sieht keine Ver\u00e4nderungen voraus. Genau die H\u00e4lfte und damit die grosse Mehrheit erwartet im Gegenteil abnehmende Spannungen zwischen den Generationen und setzt dabei auf die Einsicht und Vernunft aller Altersgruppen.<\/p>\n<p>In Sachen Generationen-Konflikt kommt somit von Seiten der reiferen Generationen eine klare Entwarnung: Ist nicht in Sicht!<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">&nbsp;<\/span> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.4. Generationenvertr\u00e4glichkeit<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die terzStiftung, eine der beiden Tr\u00e4gerinnen dieser Studie, formuliert das Prinzip der Generationenvertr\u00e4glichkeit so:<\/p>\n<p><em>\u00bbGenerationenvertr\u00e4glichkeit bedeutet Solidarit\u00e4t unter den Generationen, gegenseitiges soziales Engagement und vermehrte Eigenverantwortung.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Wir wollten wissen, ob die Befragungs-Teilnehmenden dieser Beschreibung zustimmen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/54.jpg\" alt=\"54\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Die Antwort lautet eindeutig Ja.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.5. Meinungen zum Rentenalter<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist die Frage nach dem \u201erichtigen\u201c Rentenalter ein Dauerbrenner in den politischen Diskussionen rund um das Alter. Deshalb haben auch wir danach gefragt:<\/p>\n<p><em>Ein wichtiges politisches Thema ist ja das Rentenalter. Zu welcher der vier folgenden Positionen neigen Sie am ehesten?<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/55.jpg\" alt=\"55\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Eine einhellige Meinung zu dieser Frage gibt es auch bei den Generationen 50plus nicht. Immerhin bef\u00fcrwortet die eindeutig gr\u00f6sste Gruppe die Idee des flexiblen Rentenalters.<\/p>\n<p>Die Gruppe derjenigen, welche die Erh\u00f6hung des Mindestrentenalters auf 67 f\u00fcr unumg\u00e4nglich halten, bildet noch eine kleine Minderheit. \u00dcberdurchschnittlich viele Anh\u00e4nger findet diese Meinung bei den M\u00e4nnern und im b\u00fcrgerlichen Lager.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">5.6. Altersdiskriminierung<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Braucht es zum Schutz vor Altersdiskriminierung ein eigenes Gesetz? Auch danach haben wir gefragt:<\/p>\n<p><em>Der Staat darf in der Schweiz schon jetzt niemanden wegen seines Alters benachteiligen. Dieses Diskriminierungsverbot gilt jedoch nicht f\u00fcr den Umgang von Privatpersonen miteinander, also etwa zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Manche fordern jetzt ein Bundesgesetz, das Altersdiskriminierung umfassend verbietet. Was meinen Sie dazu?<\/em><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/56.jpg\" alt=\"56\" width=\"450\" height=\"300\" \/><\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Meinungen sind genau geteilt, es besteht also in dieser Frage noch betr\u00e4chtlicher Diskussionsbedarf.<\/p>\n<p>Wohl wegen ihrer h\u00f6heren Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Diskriminierung sind Frauen hier \u00fcbrigens anderer Ansicht als M\u00e4nner: Sie pl\u00e4dieren mit 54% zu 33% f\u00fcr ein eigenes Gesetz (Rest \u201eSonstige Nennungen\u201c), bei den M\u00e4nnern betr\u00e4gt das Verh\u00e4ltnis 40% zu 49%.<\/p>\n<p>Auch der politische Standort beeinflusst die Meinungen zur Frage, ob es neues Gesetz brauche:<\/p>\n<p><strong>Ja&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nein<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; BDP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 47%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 47%<br \/>&#8211; CVP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 28%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 60%<br \/>&#8211; FDP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 33%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 57%<br \/>&#8211; GP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 47%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 29%<br \/>&#8211; GLP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 47%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 36%<br \/>&#8211; SP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 55%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 38%<br \/>&#8211; SVP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 35%&nbsp;&nbsp;&nbsp; 53%<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\"><br \/> 5.7. Bessere Politik durch Alte?<\/span><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Was w\u00fcrde sich in der Politik \u00e4ndern, wenn die Alten die Mehrheit h\u00e4tten? Diese \u2013 zugegebenermassen fiktive \u2013 Frage haben wir so formuliert:<\/p>\n<p><em>Einfach mal angenommen, die \u00e4lteren Menschen k\u00f6nnten ihre Anliegen, Interessen und Werte dank ihrer Mehrheit tats\u00e4chlich durchsetzen: Wie w\u00fcrde sich dadurch die Politik ver\u00e4ndern? W\u00fcrde sie&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Angef\u00fchrt werden hier nur die eindeutigen Ja-Antworten:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/57.jpg\" alt=\"57\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>In dieser ersten Grafik sind die neun meist genannten (von f\u00fcnfzehn) Punkte<del datetime=\"2011-04-19T11:32\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\">n<\/del> aufgef\u00fchrt: In diesen Punkten w\u00fcrde sich eine \u201e\u00e4ltere\u201c Politik nach der Meinung der Generation 50plus deutlich ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die vielleicht wichtigste Ver\u00e4nderung erg\u00e4be sich durch ein reduziertes Tempo mit weniger Stress, weil die Politik besonnener, gelassener und ruhiger w\u00fcrde. Da all das Attribute des Alters sind, erstaunt diese Einsch\u00e4tzung weniger.<\/p>\n<p>Schon eher erstaunt, dass die befragten \u00e4lteren Menschen der Ansicht sind, mehr Einfluss der Alten w\u00fcrde bestimmten Werten st\u00e4rker zum Durchbruch verhelfen: Reifer, menschlicher, nachhaltiger, weitsichtiger und sozialer w\u00fcrde die Politik dadurch werden.<\/p>\n<p>Gleichsam die Quintessenz daraus bildet die Aussage, die Politik w\u00fcrde durch verst\u00e4rkten Einfluss der Alten sogar weiser werden. Zwar glaubt das nur eine Minderheit, doch eine von betr\u00e4chtlicher Gr\u00f6sse&#8230;<\/p>\n<p>Interessant sind aber auch die Punkte, in denen sich die Politik nicht oder kaum ver\u00e4ndern w\u00fcrde:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/572.jpg\" alt=\"572\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Mehr Einfluss der \u00c4lteren auf die Politik w\u00fcrde \u2013 jedenfalls in der Einsch\u00e4tzung dieser \u00c4lteren selbst \u2013 entgegen anders lautenden Bef\u00fcrchtungen keineswegs bedeuten, dass diese r\u00fcckw\u00e4rtsgewandter, abgeschotteter, innovationsfeindlicher oder egoistischer w\u00fcrde. Die negativen Auswirkungen w\u00fcrden sich in sehr engen Grenzen halten.<\/p>\n<p>Kl\u00fcger und zukunftstauglicher w\u00fcrde die Politik durch mehr Einfluss der \u00c4lteren allerdings auch nicht. Doch immerhin reifer, menschlicher und nachhaltiger. Ganz offenbar vermissen gerade die reiferen Jahrg\u00e4nge diese Werte in der Politik besonders.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <\/strong><span class=\"Titel4\">6. Reife Politik: eine Frage der Werte<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Am Schluss des letzten Kapitels haben wir gesehen, dass eine verst\u00e4rkte Teilnahme von Menschen der reiferen Jahrg\u00e4nge die Politik besonnener, menschlicher, nachhaltiger, ja weiser machen k\u00f6nnte \u2013 mit einem Wort: reifer.<\/p>\n<p>Damit wird klar: Reife Menschen haben nicht nur spezifische Interessen und Anliegen in die Politik einzubringen, sondern auch eigene Werte. Reife Werte eben. Diesem Aspekt von Reifer Politik widmeten sich einige spezielle Fragen: Welche Werte \u2013 vor allem solche des Umgangs miteinander \u2013 bilden das, was man Reife Politik nennen k\u00f6nnte? Und wie gut sind diese Werte in der heutigen Politik vertreten?<\/p>\n<p> <\/p>\n<p><strong>6.1. Welche Elemente geh\u00f6ren zu einer Reifen Politik?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde folgende Frage gestellt:<\/p>\n<p><em>Apropos reife Politik: Reife Politik kann, unabh\u00e4ngig vom Alter der Akteure, auch eine bestimmte Art, Politik zu betreiben, bedeuten. Was macht f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich eine solche Reife Politik aus? Geh\u00f6ren diese Elemente f\u00fcr Sie dazu?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/61.jpg\" alt=\"61\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Alle sieben abgefragten Werte einer Reifen Politik geh\u00f6ren nach Meinung einer deutlichen Mehrheit unbedingt dazu. Dabei erreicht der Wert \u201eRespekt\u201c nicht nur die Spitzenposition. Er steht vielmehr auch als Titel \u00fcber allen anderen Werten. Reife Politik ist also eine andere Art des politischen Umgangs miteinander, die auf echtem gegenseitigem Respekt basiert.<\/p>\n<p>Wenn wir jeder Antwort \u201egeh\u00f6rt unbedingt dazu\u201c einen Punktwert von 3 geben, und jeder Antwort \u201egeh\u00f6rt auch noch dazu\u201c einen solchen von 1, und wenn wir dann die Punktwerte aller sieben Werte addieren, ergibt dies eine Skala von 0 bis 21. Diese Skala k\u00f6nnen wir in sechs ungef\u00e4hr gleich grosse Teile zusammenfassen. Wir haben dann eine Skala, die von 1 bis 6 reicht, wobei 1 heisst, dass die betreffende Person keinen der sieben Werte unbedingt bei einer Reifen Politik dabei haben m\u00f6chte, und 6, dass diese Person alle sieben Werte unbedingt dabei haben will.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/612.jpg\" alt=\"612\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p> Nur zwischen den Geschlechtern gibt es einen deutlichen Unterschied: F\u00fcr Frauen sind reife Werte in der Politik noch wichtiger als f\u00fcr M\u00e4nner. Ber\u00fccksichtigen wir dies, m\u00fcsste der totale Durchschnittswert eher bei 4.3 liegen. Das verst\u00e4rkt noch den Eindruck, dass der Bedarf nach einer Reifen Politik stark ausgepr\u00e4gt ist. <\/p>\n<p>Beeinflusst die N\u00e4he oder Ferne zu einer Partei diese Frage? Wir k\u00f6nnen das beantworten, indem wir die beiden polaren Gruppen der Partei-Nahen und Partei-Fernen miteinander vergleichen (Mittelwerte-Vergleich). Die Ergebnisse sind \u00fcberraschend:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/613.jpg\" alt=\"613\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Bei f\u00fcnf Parteien gilt: Gr\u00f6ssere Sympathien f\u00fcr die Partei bedeuten auch ein gr\u00f6sseres Gewicht der Reifen Werte in der Politik. Nur bei zweien, n\u00e4mlich FDP und SVP, ist es deutlich umgekehrt: Wenn man f\u00fcr diese Parteien ist, bedeuten einem Reife Werte in der Politik nur unterdurchschnittlich viel.<\/p>\n<p>Diese interessanten Differenzierungen sollen uns nicht den Blick auf das Hauptergebnis tr\u00fcben: Reife Werte in der Politik sind hochgradig gefragt.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">6.2. Reife Politik in der Schweiz: Ist- und Soll-Zustand<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die Befragten mit obiger Frage ihr Idealmodell von einer Reifen Politik gleichsam selbst gebildet hatten, folgten drei zus\u00e4tzliche Fragen:<\/p>\n<p><em>Ist-Zustand: Wenn Sie jetzt mal Ihre Idealvorstellung von Reifer Politik mit 10 beziffern: Wo steht da die heutige reale Schweizer Politik?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>W\u00fcnschbarkeit: F\u00fcr wie w\u00fcnschbar halten Sie es, dass sich dieser Wert in Sachen Reifer Politik in der Schweiz markant verbessert? (1=h\u00f6chst unerw\u00fcnscht, 10=hochgradig w\u00fcnschbar).<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Wahrscheinlichkeit: Und f\u00fcr wie wahrscheinlich halten Sie es, dass die Schweiz in den n\u00e4chsten zehn Jahren markante Fortschritte in Richtung Reifer Politik macht? (1=kommt sicher nicht, 10=kommt sicher)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Am deutlichsten sind die Ergebnisse, wenn alle drei Antwort-Werte direkt miteinander verglichen werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/62.jpg\" alt=\"62\" width=\"500\" height=\"308\" \/><\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind eindeutig:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der aktuelle Wasserstand an Reifer Politik ist deutlich suboptimal.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Wunsch nach einer Reiferen Politik ist \u00fcberdeutlich.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Vertrauen, dass es dazu von selbst kommt, ist mehr als m\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Der Befund ist also klar: Es gibt einen grossen ungedeckten Bedarf nach Reifer Politik. Und dieser Bedarf wird nicht von selbst gedeckt werden.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p class=\"Titel4\">6.3. Parteien und Reife Politik<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Da wir auch bei der Frage nach Reifer Politik im Sinne von reifen Umgangsformen wissen wollten, ob und wie die Parteien unterschiedlich wahrgenommen werden, haben wir diese Frage gestellt:<\/p>\n<p> <em>Wie stark verk\u00f6rpern f\u00fcr Sie die einzelnen Parteien in der Schweiz das Ideal einer reifen Politik? (1 heisst \u201enicht im geringsten\u201c, 10 heisst \u201evoll und ganz\u201c)<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Hier werden zun\u00e4chst die von jeder Partei erzielten Durchschnittswerte auf der Zehner-Skala gezeigt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/63.jpg\" alt=\"63\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Die Werte von sieben der acht Parteien unterscheiden sich praktisch nicht voneinander. Zudem liegen sie ziemlich genau der H\u00f6he des Werts f\u00fcr die allgemeine Beurteilung des Ist-Zustands in Sachen Reife Politik. Da wie dort muss von unbefriedigenden Werten gesprochen werden, was nat\u00fcrlich f\u00fcr die SVP noch sehr viel st\u00e4rker gilt. Wenn wir jetzt statt der Durchschnittswerte eine Einteilung in drei Gruppen verwenden, erkl\u00e4rt sich dieser schlechte Wert der SVP:<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/632.jpg\" alt=\"632\" width=\"500\" height=\"333\" \/> <\/p>\n<p>Unterschiedlich gross sind nicht die Gruppen, die eine Partei als reif bezeichnen \u2013 bei allen Parteien handelt es sich dabei nur um eine kleine Minderheit. Der Unterschied liegt im Anteil derjenigen, welche die Partei als unreif bezeichnen, und dieser Anteil ist im Falle der SVP extrem hoch.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte nat\u00fcrlich daran liegen, dass die SVP stark polarisiert und entsprechend viele Gegner hat, die ihr dann gerne Unreife bescheinigen. Wir haben deshalb die entsprechende Frage differenziert nach Partei-Nahen und Partei-Fernen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/633.jpg\" alt=\"633\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich bescheinigen die Gegner der SVP dieser Partei besonders h\u00e4ufig grosse Unreife. Umgekehrt sind die Anh\u00e4nger der SVP besonders \u00fcberzeugt davon, ihre Partei sei eine reife Partei. Hier klaffen also Welten zwischen Selbst- und Fremdbild.<\/p>\n<p>Umgekehrt f\u00e4llt auf, wie wenig selbstsicher bez\u00fcglich des Reifegrads ihrer Partei die Anh\u00e4nger der grossen alten <del datetime=\"2011-04-28T13:51\" cite=\"mailto:Andreas%20Giger\"><\/del>FDP sind. Ob diese Anh\u00e4nger gar keine reife Partei wollen, oder ob sie bei dieser Beurteilung einen Hauch von Realismus einbringen, muss allerdings offen bleiben.<\/p>\n<p>Insgesamt muss festgestellt werden: Alle Parteien in der Schweiz haben, was ihren Reifegrad betrifft, gewaltigen Nachholbedarf&#8230;<\/p>\n<p> <span class=\"Titel4\">6.4. Reife und unreife PolitikerInnen<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr beides wurden zwar viele Namen angef\u00fchrt, doch basiert die Auswahl offenkundig prim\u00e4r auf pers\u00f6nlichen und politischen Zu- bzw. Abneigungen \u2013 viele Namen tauchen denn auch in beiden Listen auf. Um pers\u00f6nliche Verunglimpfungen zu vermeiden, verzichten wir deshalb auf den Abdruck dieser Listen.<\/p>\n<p> <strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <\/strong><span class=\"Titel4\">7. Die VISION REIFE SCHWEIZ: Erste Reaktionen<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wir hatten es schon erwartet, was das letzte Kapitel klar zu Tage brachte: Es gibt einen grossen ungedeckten Bedarf nach reifen Werten in der Politik. Weil wir uns nicht mit dieser zu erwartenden unbefriedigenden Diagnose zufrieden geben wollten, haben wir, die beiden Pr\u00e4sidenten der Stiftungen terz und spirit.ch, beschlossen, eine positive Alternative zu formulieren, die eine reife Schweiz beschreibt, in der reife Werte eine zentrale Rolle spielen \u2013 in der Politik, aber dar\u00fcber hinaus auch in Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Diese VISION REIFE SCHWEIZ basiert auf zehn zentralen Werten. In der Kurzfassung lautet die VISION REIFE SCHWEIZ so:<\/p>\n<p><em>Im Vertrauen auf die Entwicklungsf\u00e4higkeit von Land und Volk geben wir uns die VISION REIFE SCHWEIZ:<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Wir wollen die Chancen der \u00e4lter werdenden Gesellschaft f\u00fcr eine politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Reifung der Schweiz nutzen.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Reife ist f\u00fcr uns das Konzentrat aus zehn (immateriellen) Werten, auf die sich die REIFE SCHWEIZ verpflichtet:<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>1. <\/em><\/strong><strong><em>Weiser Sinn: <\/em><\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>Im Wissen darum, dass Weisheit kein Zustand ist, sondern ein Prozess, pflegt die Reife Schweiz intensiv die geistigen Ressourcen Identit\u00e4t (wer sind wir?), Orientierung (wohin wollen wir?) und&nbsp; Sinn (wozu sind wir da?).<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>2. <\/em><\/strong><strong><em>Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t: <\/em><\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>Der Leit-Wert der Reifen Schweiz heisst: m\u00f6glichst gute Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr m\u00f6glichst viele. Sie weiss dabei, dass Lebensqualit\u00e4t nur nachhaltig denkbar ist.<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>3. <\/em><\/strong><strong><em>Reife Erfahrung: <\/em><\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><ins datetime=\"2011-02-08T09:31\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins><\/span> Weil sie weiss, dass man Erfahrung klug wird, sch\u00e4tzt die Schweiz das aus Erfahrung gewonnene Wissen von Menschen im reiferen Alter und nutzt es \u00fcberall.<ins datetime=\"2011-02-08T09:31\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins>Hohe Qualit\u00e4t bei Produkten und Dienstleistungen<ins datetime=\"2011-02-08T09:31\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins> etwa wird am besten durch das Urteil der reifen Konsumenten<ins datetime=\"2011-02-08T09:31\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins> gew\u00e4hrleistet.<ins datetime=\"2011-02-08T09:31\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins><\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>4. <\/em><\/strong><strong><em>Respektvolles Miteinander:<\/em><\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>In der Reifen Schweiz k\u00e4mpfen die Generationen nicht gegeneinander, sondern formen gemeinsam die Zukunft.&nbsp; Die Generationen gehen gleichberechtigt miteinander um, Altersdiskriminierung gibt es nicht. Wenn sich jugendliche Innovationskraft und reife Abgekl\u00e4rtheit kreativ mischen, geht es allen am besten.<ins datetime=\"2011-02-08T08:40\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins><\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>5. <\/em><\/strong><strong><em>Mediativer Ausgleich:<\/em><\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>In diesem Land bl\u00fchen die sozialen Tugenden und Kompetenzen wie Solidarit\u00e4t, Toleranz, Respekt und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Leben und leben lassen. Konflikte l\u00f6st man mit allseitig akzeptierten kreativen Ans\u00e4tzen nach dem Prinzip der Mediation. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p> <strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong> <strong><em>6. <\/em><\/strong><strong><em>Souver\u00e4ne Gelassenheit<\/em><\/strong><em>:<\/em><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>Die Reife Schweiz ruht in sich selbst und navigiert deshalb mit Gelassenheit im Strom der Zeit. In sich mit Gelassenheit zu ruhen, aber auch Abstand zu sich zu haben, erm\u00f6glicht einen entspannten Umgang miteinander und mit der Welt.<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>7. <\/em><\/strong><strong><em>Gesundes Selbst-Bewusstsein<\/em><\/strong><em>: <\/em><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em>In der Reifen Schweiz w\u00e4chst Selbstbewusstsein aus Selbst-Bewusstsein. Man kennt sich und seine M\u00f6glichkeiten und Grenzen und weiss, was man will. Gesundes Selbstvertrauen ohne \u00dcberheblichkeit ist die Frucht dieser Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>8. <\/em><\/strong><strong><em>Standfeste Offenheit<\/em><\/strong><em>: <\/em><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em><ins datetime=\"2011-02-08T09:35\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins> Die reife Schweiz ruht in sich selbst, um offen auf andere zugehen zu k\u00f6nnen. Heimat und Welt sind keine Gegens\u00e4tze, sondern bedingen sich gegenseitig, denn nur fest verwurzelte B\u00e4ume wachsen in den Himmel.<ins datetime=\"2011-02-08T09:35\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins><\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em> <strong><em>9. <\/em><\/strong><strong><em>Dankbare Zufriedenheit<\/em><\/strong><em>: <\/em><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p><em><ins datetime=\"2011-02-08T09:41\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins>In der Reifen Schweiz herscht dankbare Zufriedenheit Man akzeptiert wirtschaftliche S\u00e4ttigungstendenzen auf hohem Niveau und konzentriert sich auf Qualit\u00e4t und Werte. <ins datetime=\"2011-02-08T09:41\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/ins><\/em><\/p>\n<p><strong><em><ins datetime=\"2011-02-08T09:40\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/ins><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>10. Bejahte Evolution:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Reifung in unserem Sinn bedeutet st\u00e4ndige Evolution. Die Individuen und das Land entwickeln sich weiter, nicht nur, um sich anzupassen, sondern auch aus eigenem kreativem Antrieb. Die Reife schweiz weiss: Nur wer sich wandelt, kann sich treu bleiben. <br \/><\/em><\/p>\n<p><strong><em><del datetime=\"2011-02-08T08:55\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/del><\/em><\/strong><\/p>\n<p> <em><del datetime=\"2011-02-08T09:37\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/del><\/em><em>Die Vision einer REIFEN SCHWEIZ, die sich an diesen zehn Werten orientiert, ist f\u00fcr uns eine attraktive und zukunftsgerichtete Alternative zur einseitigen Fixierung auf den materiellen Wohlstand.<\/em> <\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Wir betrachten die REIFE SCHWEIZ als ideales Ziel, dem wir uns Schritt f\u00fcr Schritt ann\u00e4hern k\u00f6nnen, ohne es je ganz zu erreichen<del datetime=\"2011-02-08T08:37\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"><\/del>.<\/em><\/p>\n<p>Diese Kurzfassung wurde in unsere Befragung eingebaut. Mit dem Anklicken eines Links im Fragebogen wurde eine neue Seite mit dem Text der Kurzfassung ge\u00f6ffnet. Die Befragten konnten sie also lesen und dazu Stellung beziehen.<\/p>\n<p>Rund zehn Prozent der Teilnehmenden konnten oder wollten diese Chance, die VISION REIFE SCHWEIZ kennen zu lernen, nicht nutzen. Von den \u00dcbriggebliebenen kamen diese Reaktionen:<\/p>\n<p><em>Teilen Sie diese VISION REIFE SCHWEIZ?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/101.jpg\" alt=\"101\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Genau die H\u00e4lfte teilt die Vision also uneingeschr\u00e4nkt, der grosse Rest tut dies mindestens teilweise. Diese hohe Zustimmung wird noch deutlicher, wenn wir zus\u00e4tzlich fragen:<\/p>\n<p><em>W\u00fcrden Sie diese VISION REIFE SCHWEIZ auch mit der Angabe Ihres Namens unterst\u00fctzen?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Und w\u00e4ren Sie an einer ausf\u00fchrlichern und vertiefenden Fassung der VISION REIFE SCHWEIZ interessiert?<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/102.jpg\" alt=\"102\" width=\"500\" height=\"334\" \/><\/p>\n<p>Geantwortet haben auf die erste Frage 76 Prozent aller Teilnehmenden, auf die zweite 79 Prozent. Unter den Nicht-Antwortenden sind sicher viele, welche die Vision gar nicht gelesen haben. Unter jenen, die dies getan haben, ist sowohl die Unterst\u00fctzungsbereitschaft als auch das Interesse an einer ausf\u00fchrlicheren Version der Vision gross. Letztere liegt \u00fcbrigens in der Zwischenzeit in Form eines kleinen B\u00fcchleins von 70 Seiten vor (siehe www.reife.ch).<\/p>\n<p>Die hohe Zustimmung zur VISION REIFE SCHWEIZ ist \u00fcbrigens gleichm\u00e4ssig auf die statistischen Untergruppen verteilt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/103.jpg\" alt=\"103\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Das bedeutet: Die VISION REIFE SCHWEIZ kann quer durch alle Gruppen geteilt werden. Sie polarisiert nicht, sondern hat das Zeug dazu, allgemein akzeptiert zu werden.<\/p>\n<p>Gilt das auch f\u00fcr die Differenzierung nach Parteien-Sympathien? Die folgenden Grafiken geben Auskunft, wobei die erste nur die eigentlichen Anh\u00e4nger ber\u00fccksichtigt, die zweite alle Sympathisanten:<br \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/104.jpg\" alt=\"104\" width=\"500\" height=\"307\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/105.jpg\" alt=\"105\" width=\"500\" height=\"307\" \/><\/p>\n<p>Klares Ergebnis beider Auswertungen mit nur geringf\u00fcgigen Differenzen: Die VISION REIFE SCHWEIZ wird quer durch alle Parteien fast gleichm\u00e4ssig geteilt. Dass ausgerechnet die Anh\u00e4nger der SVP, die sich sonst weniger f\u00fcr Reife Werte interessieren als die Sympathisanten anderer Parteien, besonders starke Zustimmung \u00e4ussern, ist zwar eine h\u00fcbsche Ironie der Geschichte, t\u00e4uscht jedoch nicht \u00fcber den Haupteindruck hinweg: Die VISION REIFE SCHWEIZ ist in allen Partei-Lagern mehrheitsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten wird die Unterst\u00fctzungsbereitschaft f\u00fcr die VISION REIFE SCHWEIZ, wenn der Bedarf nach reifen Werten in der Politik stark ist:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reife_schweiz\/106.jpg\" alt=\"106\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Je sensibilisierter die Menschen also f\u00fcr reife Werte sind, desto eher sind sie bereit, die VISION REIFE SCHWEIZ auch mit ihrem Namen zu unterst\u00fctzen. Dass sich solche werteorientierte Menschen in allen politischen Lagern finden, spricht f\u00fcr die Vision und deren Attraktivit\u00e4t.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p> <!--nextpage--> <strong> <\/strong><span class=\"Titel4\">8. Schlussfolgerungen aus der Studie<\/span> <\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>In der Online-Umfrage <em>Wie reif ist die Schweizer Politik?<\/em> haben die reifen Citoyens dieses Landes kraftvoll ihre Stimme erhoben.<\/p>\n<p>Sie wollen eine bessere Ber\u00fccksichtigung und Vertretung ihrer generationen-spezifischen Anliegen und Interessen in der Politik.<\/p>\n<p>Und sie wollen eine reifere Politik, die auf einem respektvollen Umgang miteinander beruht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus pl\u00e4dieren sie f\u00fcr eine werteorientierte Zukunft im Sinne der VISION REIFE SCHWEIZ.<\/p>\n<p>Dieser Bedarf nach einer Reifen Politik wird von der schweizerischen Politik im Allgemeinen und von den Parteien im Speziellen h\u00f6chst ungen\u00fcgend abgedeckt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus f\u00fchlen sich die reifen Generationen von der Politik vorwiegend als Last wahrgenommen, w\u00e4hrend sie sch selbst als Bereicherung f\u00fcr die Gesellschaft empfinden.<\/p>\n<p>Mit ihrer hohen Beteiligung an der Umfrage haben die reifen Citoyens klar gemacht, dass sie nicht l\u00e4nger eine Politik wollen, die <em>f\u00fcr<\/em> sie gemacht wird \u2013 und damit \u00fcber ihre K\u00f6pfe hinweg, sondern eine Politik, die <em>mit<\/em> ihnen gemacht wird. In einem<del datetime=\"2011-04-19T12:18\" cite=\"mailto:Hilde%20Sdanewitsch\"> <\/del> von gegenseitigem Respekt getragenen Dialog auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>F\u00fcr Parteien und PolitikerInnen, welche die Zeichen der Zeit erkannt haben und die Potenziale der reifen Citoyens nutzen wollen, er\u00f6ffnen sich damit grosse Chancen, wenn sie sich auf einen ernsthaften permanenten Dialog mit den reifen Citoyens einlassen. Die Initianten dieser Studie unterst\u00fctzen sie dabei gerne.<\/p>\n<p>Den reifen W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern kann und soll die Studie Anlass bieten, bei ihrer Wahlentscheidung noch bewusster darauf zu achten, welche Parteien und PolitikerInnen reife Interessen vertreten und eine reife Politik betreiben.<\/p>\n<p>Eines steht nach dieser Studie fest: Das Thema Reife Politik wird in der politischen Agenda der Schweiz zunehmende Bedeutung erlangen. Und dadurch werden die reifen Werte der VISION REIFE SCHWEIZ auch in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft zum Thema.<\/p>\n<p>April 2011<\/p>\n<p>Dr. Andreas Giger, Pr\u00e4sident der Stiftung spirit.ch<\/p>\n<p>Ren\u00e9 K\u00fcnzli, Pr\u00e4sident der terzStiftung<\/p>\n<p> Mehr Informationen zur REIFEN SCHWEIZ finden sich auf <a href=\"http:\/\/www.reife.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.reife.ch<\/a><\/p>\n<p>Die Reaktionen der Medien zu dieser Studie entnehmen Sie dem Artikel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=276\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medienecho Reife Schweiz<\/a>&#8222;<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reipolergeb.jpg\" alt=\"reipolergeb\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndige Ergebnisse von &#8222;Wie reif ist die Schweizer Politik?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-268","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=268"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":679,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions\/679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}