{"id":207,"date":"2010-07-27T11:14:17","date_gmt":"2010-07-27T11:14:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=207"},"modified":"2010-07-27T11:14:17","modified_gmt":"2010-07-27T11:14:17","slug":"geld-a-geist-im-schweizerland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=207","title":{"rendered":"Geld &#038; Geist im Schweizerland"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august0.jpg\" alt=\"august0\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Betrachtungen zum Schweizer Nationalfeiertag, doch nicht nur zur Schweiz&#8230;<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em><em>Am 1. August besinnt sich die Schweiz auf ihre Werte. Und manchmal kommt dabei etwas heraus, was \u00fcber die Grenzen dieses kleinen Landes im Herzen Europas hinaus g\u00fcltig ist. Zum Beispiel dann, wenn unser Symbolwesen spirit.ch sich so seine Gedanken macht&#8230;<\/em><\/em><\/p>\n<p>Als grafisches Symbol f\u00fcr eine offenere, innovativere und selbstbewusstere Schweiz habe ich im Jahre des Herrn 1993 das Licht der Welt erblickt. Erst ein Jahr danach wurde in eben dieser Schweiz der 1. August landesweit zum offiziellen \u2013 und damit arbeitsfreien \u2013 Feiertag. Bis dahin war das, typisch schweizerisch, von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt, doch an vielen Orten wurde bis dahin tats\u00e4chlich am Nationalfeiertag ganz oder teilweise gearbeitet! F\u00fcr eine kleine und ohnehin nie \u00fcberbordende Feier war ja am Abend noch Zeit genug&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august1.jpg\" alt=\"august1\" width=\"364\" height=\"322\" \/><\/p>\n<p class=\"klein\">Eine seitenverkehrte Version von mir als Pin von 1993<\/p>\n<p>Mittlerweile beschwert man sich auch hier zu Lande, wenn der 1. August wie dieses Jahr auf einen ohnehin arbeitsfreien Sonntag f\u00e4llt. Das Klischee von den zugleich fleissigen wie bescheidenen Schweizerinnen und Schweizern ist l\u00e4ngst zerbr\u00f6selt. Und abgel\u00f6st worden von einem auch nicht ganz neuen: Die Schweiz als Hort der Geldgier.<\/p>\n<p><strong>Perfekte Materialisten?<\/strong><\/p>\n<p>Wo kein Geld ist, ist keine Schweiz, heisst es da. Und bekannt ist der Ratschlag, wenn man einen Schweizer Bankier zum Fenster raus springen sehe, solle man unbedingt hinterher springen, weil sicher ein gutes Gesch\u00e4ft locke. Dieser Ruf hat bekanntlich dazu gef\u00fchrt, dass Reiche aus der ganzen Welt ihr Geld in die Schweiz brachten, wo ihnen dank Bankgeheimnis erst noch mehr davon \u00fcbrig blieb als zu Hause, wo der Fiskus seine berechtigten Anspr\u00fcche anmeldete.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august2.jpg\" alt=\"august2\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Dass es mit diesem zumindest leicht anr\u00fcchigen Gesch\u00e4ftsmodell nicht auf ewig so weiter gehen konnte, war eigentlich abzusehen, doch weil so viele davon, direkt oder indirekt, profitierten, wurde leider verabs\u00e4umt, sich rechtzeitig Alternativen dazu zu \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Es hat massiven Druck aus dem Ausland gebraucht, um das Schweizer Bankgeheimnis aufzuweichen. Und dieser Druck wird derzeit von Seiten der EU weiter verst\u00e4rkt und ausgeweitet. Die Bereitschaft der EU, der Schweiz weitere Sonderreglungen zuzugestehen, sinkt. Man wirft ihr Rosinenklauberei und einseitiges Profitstreben vor. Und verliert allm\u00e4hlich die Geduld damit.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also das offizielle Europa am liebsten h\u00e4tte, die Schweiz w\u00fcrde ein normales und vor allem normal zahlendes Mitglied der EU, findet sich bei vielen einzelnen Menschen aus Europa ein immer noch erstaunlich grosses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Sonderfall Schweiz. Und zwar nicht nur bei solchen, die noch irgendwo ein heimliches Konto bei einer Schweizer Bank f\u00fchren. Nat\u00fcrlich steckt dahinter meist auch ein St\u00fcck nicht ganz neidfreier Bewunderung f\u00fcr die zugleich n\u00fcchterne wie bauernschlaue F\u00e4higkeit der Schweiz, den eigenen materiellen Vorteil zu pflegen. Vergleicht man die Haushaltsabschl\u00fcsse oder sonstige wirtschaftliche Kennziffern der Schweiz mit jenen der EU-L\u00e4nder, findet diese Bewunderung durchaus ihren Grund. Mit Geld umgehen kann man in diesem Land ganz offensichtlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august4.jpg\" alt=\"august4\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Insofern ist das Klischee von der materialistischen Schweiz also durchaus berechtigt. Doch wie jedes Klischee deckt es nur einen Teil der Realit\u00e4t ab. So gibt es zwar hier zu Lande \u00fcberreichlich Boni-Exzesse, doch das bedeutet keineswegs, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes raffgierige Gelds\u00e4cke sind. Ganz im Gegenteil: Es gibt hier \u00fcberdurchschnittlich viele nachdenkliche Menschen, die sich fragen, ob es im Leben wirklich nur darum gehe, immer noch materielle Werte anzuh\u00e4ufen.<\/p>\n<p><strong>Geld &#038; Geist<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Nachdenken \u00fcber Alternativen zum einseitigen Materialismus, also letztlich \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Geld und Geist, erfolgt in der Schweiz sicher weniger brillant und weniger spektakul\u00e4r als anderswo, daf\u00fcr intensiver und nachhaltiger. Weshalb die Schweiz beste Chancen hat, zum Versuchslabor f\u00fcr den Werte-Wandel vom Lebensstandrad zur Lebensqualit\u00e4t zu werden.<\/p>\n<p>Das hat seine innere Logik: Wenn die Pflege der materiellen Werte so zur Beinahe-Perfektion entwickelt wurde, wie das in der Schweiz der Fall ist, dann verliert dieses Projekt irgendwann an Schubkraft. Perfektion zu verwalten bildet keine echte Herausforderung, sondern f\u00fchrt zu l\u00e4hmender Langeweile. Dann wird es Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august5.jpg\" alt=\"august5\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Dieses neue Ufer kann nur Nachhaltige LebensQualit\u00e4t heissen. Und davon versteht man in der Schweiz schon eine ganze Menge. Wo die Lebensqualit\u00e4t der meisten Menschen schon sehr gut ist, kann man sich am besten dar\u00fcber Gedanken machen, was Lebensqualit\u00e4t eigentlich ist und bedeutet. Und man entwickelt ein besonderes Gesp\u00fcr daf\u00fcr, in welchen Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren noch Optimierungs-Bedarf und Optimierungs-M\u00f6glichkeiten bestehen. All das macht die Schweiz tats\u00e4chlich zum idealen Versuchslabor f\u00fcr den Werte-Wandel. Sie versteht nicht nur etwas von materiellen Werten, sondern eben auch von immateriellen.<\/p>\n<p><strong>Versuchslabor f\u00fcr Werte-Wandel\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august3.jpg\" alt=\"august3\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p>Doch ein Versuchslabor ist niemals Selbstzweck. Sinn macht seine Existenz nur, wenn die darin gewonnen Erkenntnisse \u00fcber die eigenen Grenzen hinaus ausstrahlen. Das funktioniert nat\u00fcrlich nicht, wenn die Schweiz, wie auch schon vorgekommen, sich die Rolle des besserwisserischen Lehrmeisters anmasst. Lernen erfolgt heute und noch mehr morgen im Dialog, das heisst, indem man gegenseitig voneinander lernt. Das gilt auch und gerade f\u00fcr das Lernziel, besser zu leben.<\/p>\n<p>In diesem Dialog \u00fcber Nachhaltige LebensQualit\u00e4t hat die Schweiz sehr wohl etwas zu sagen. Die Plattform, f\u00fcr die ich als Logo stehe, ist der beste Beweis daf\u00fcr. Was mich darauf bringt, dass mir schon zu meinen Entstehungszeiten von den drei mit mir verbundenen Adjektiven das eine am besten gefiel: selbstbewusst. Denn aus einem gut entwickelten Bewusstsein seiner selbst erw\u00e4chst Selbstbewusstsein im Sinne von Selbstvertrauen. Dieses Bewusstsein, dass sie im immer wichtiger werdenden Diskurs \u00fcber Geld und Geist und \u00fcber den Werte-Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualit\u00e4t Wert-volle Beitr\u00e4ge leisten kann, w\u00fcnsche ich der Schweiz zu ihrem Nationalfeiertag \u2013 und nat\u00fcrlich weit dar\u00fcber hinaus&#8230;<\/p>\n<p>Herzlich Ihr<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august6.jpg\" alt=\"august6\" width=\"364\" height=\"318\" \/><\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/august0-kl.jpg\" alt=\"august0-kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Betrachtungen zum Schweizer Nationalfeiertag, doch nicht nur zur Schweiz&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-207","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=207"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/207\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}