{"id":195,"date":"2010-06-08T12:57:15","date_gmt":"2010-06-08T12:57:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=195"},"modified":"2010-06-08T12:57:15","modified_gmt":"2010-06-08T12:57:15","slug":"denkschule-lebensqualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=195","title":{"rendered":"Denkschule Lebensqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule0.jpg\" alt=\"denkschule0\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Wie die geistige Auseinandersetzung mit Lebensqualit\u00e4t das neue Denken f\u00f6rdert<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em>Das Leitmotiv von spirit.ch lautet: Lebensqualit\u00e4t kann man nicht lernen. Das Denken dar\u00fcber schon. Und diese geistige Auseinandersetzung mit Lebensqualit\u00e4t hat einen erfreulichen \u201eNebeneffekt\u201c: Sie ist das ideale Feld zur Ein\u00fcbung des pers\u00f6nlich wie gesellschaftlich so dringend notwendigen neuen Denkens.<\/em><\/p>\n<p>Im Zeitalter der intuitiv zu bedienenden Touch-Sreens erinnern sich nur noch Computer-Veteranen daran, dass die ersten PC\u2019s ein Betriebssystem hatten, das f\u00fcr jede Eingabe einen kryptischen Code verlangte, den man m\u00fchsam eintippen musste. Es gab keine Maus, kein einfaches Anklicken von Programmen oder Ordnern.<\/p>\n<p>Wollte jemand heut zu Tage ein solches Betriebssystem auf den Markt bringen, w\u00fcrde man ihn zu Recht f\u00fcr v\u00f6llig verbl\u00f6det halten. Es w\u00e4re hoffnungslos \u00fcberholt und w\u00fcrde in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen gen\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Krise des Denkens<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule1.jpg\" alt=\"denkschule1\" width=\"364\" height=\"281\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Beim Betriebssystem in unseren K\u00f6pfen sind wir da weit weniger kritisch. Hemmungslos verwenden wir weiterhin die alte Version, obwohl wir eigentlich l\u00e4ngst wissen, dass sie f\u00fcr unsere heutigen Herausforderungen nichts mehr taugt.<\/p>\n<p>Mit dem Betriebssystem in unseren K\u00f6pfen meinen wir nat\u00fcrlich die grundlegenden Muster und Arbeitsweisen unseres Denkens. Also das, was uns normalerweise so selbstverst\u00e4ndlich erscheint, dass wir es einfach so nutzen, ohne es je zu hinterfragen. Doch in Zeiten von Krisen aller Art lohnt es sich, bei der Ursachenforschung tiefer zu sch\u00fcrfen. Tun wir das, wird die Erkenntnis bald unvermeidlich: Hinter und unter den meisten unserer Krisen liegt eine Krise des Denkens.<\/p>\n<p>Diese Einsicht ist nicht ganz neu. Schon vor rund f\u00fcnf Jahren habe ich aus Anlass des damals neu proklamierten Trends MINDNESS einen Beitrag unter dem Titel \u201eSpiritus ante portas?\u201c geschrieben (Sie finden ihn <a href=\"http:\/\/www.gigerheimat.ch\/Worte\/spiritus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.). Und danach auf der Vorl\u00e4ufer-Plattform von spirit.ch, www.sensonet.org, einige Fragen zum neuen Denken gestellt, welche die Inhalte meines Beitrags weitgehend best\u00e4tigt haben.<\/p>\n<p><strong>Die Schw\u00e4chen des alten<\/strong><\/p>\n<p>Es ging dabei zun\u00e4chst um die Schwachpunkte des alten Denkens:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule2.jpg\" alt=\"denkschule2\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Es gibt demnach vier grunds\u00e4tzliche Denkfehler, die in den Augen der Avantgarde unbedingt eliminiert werden sollten, n\u00e4mlich die drei Punkte \u201eeindimensionales\u201c, \u201eSchwarz-Wei\u00df\u201c und \u201eideologisches\u201c Denken. \u00dcberall geht es dabei um ein zu eingeengtes, zu wenig offenes Denken. Diese zu eng gezogenen Grenzen unseres Denkens erscheinen also als die Haupthindernisse bei der vollen Entfaltung unserer Denkpotenziale.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch eine \u201epessimistische Grundhaltung\u201c. Dass ein Denken, das immer vom schlechtesten Fall ausgeht, nicht sehr produktiv ist, scheint sich herumgesprochen zu haben.<\/p>\n<p>Weniger schlimm erscheint das \u201enostalgische Vergangenheitsdenken\u201c, vor allem aber der \u201eRomantizismus\u201c. Wenigstens im deutschsprachigen Raum gehen auch die Eliten nicht von einem rein rationalen Denkmodell aus, sie wollen auch der Gef\u00fchlsseite im Denken Raum geben. Womit sie Recht haben, den die fr\u00fcher \u00fcbliche strikte Trennung von Denken und F\u00fchlen l\u00e4sst sich im Lichte neuerer Forschungsergebnisse l\u00e4ngst nicht mehr aufrechterhalten.<\/p>\n<p><strong>Denk-Alternativen<\/strong><\/p>\n<p>Auch umgekehrt wurde eine Frage daraus:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule3.jpg\" alt=\"denkschule3\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Wieder werden mehrere Denk-Alternativen als gleich, das hei\u00dft \u201esehr wichtig\u201c, eingestuft:<\/p>\n<p>Zwei dieser Denk-Alternativen betreffen Inhalte des Denkens: Kluge Fragen, vor allem jene nach Lebenssinn und Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Zwei weitere Denk-Alternativen, die unbedingt gef\u00f6rdert werden sollen, betreffen gleichsam die mentale Grundausstattung: Optimismus, Lachen und Humor.<\/p>\n<p>Dazu kommt als F\u00fcnftes der Gedanke des stetigen Lernens, allerdings individuell angepasst. Einzig die \u201eIntelligenzsteigerung\u201c erscheint dagegen etwas weniger wichtig.<\/p>\n<p><strong>Schwache Signale<\/strong><\/p>\n<p>Eines steht fest: Sollte dieses Programm jemals umgesetzt werden, bedeutete dies eine veritable Revolution in unserem Denken. Wie die Antworten der Avantgarde zeigen, ist es genau das, worum es geht.<\/p>\n<p>Allerdings ist dieser Trend zum neuen Denken noch nicht sehr ausgepr\u00e4gt \u2013 jedenfalls wurde er vor f\u00fcnf Jahren (2005) erst als schwach wahrgenommen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule4.jpg\" alt=\"denkschule4\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Um ein Phantom handelt es sich offensichtlich nicht, nur eine kleine Minderheit leugnet seine Existenz vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Umgekehrt sind es auch nur Minderheiten, die dem Trend bereits eine sp\u00fcrbare oder gar sehr starke Existenz zubilligen &#8211; immerhin ist das zusammen doch fast jede(r) Dritte.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe aber bilden jene, die sagen, der Trend sei da, aber erst in Ans\u00e4tzen. Er sendet also erst schwache Signale. Doch genau die sind es, welche die gr\u00f6\u00dften Chancen er\u00f6ffnen, eben weil sie nicht von jedermann geh\u00f6rt werden k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n<p><strong>Offenes Denken<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule5.jpg\" alt=\"denkschule5\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Fassen wir zusammen: Dass neue Denken ist vernetzt, systemisch, ganzheitlich, nachhaltig und werteorientiert. Es verl\u00e4sst die alte Idee, die Welt sei mit einfachen Ursache-Wirkungs-Modellen zu verstehen oder gar zu steuern \u2013 wo wir doch l\u00e4ngst gelernt haben, dass in einer hoch komplexen Welt alles mit allem zusammenh\u00e4ngt, und dass sich Wirkungen \u00fcber sieben Ecken herum fortpflanzen, und zwar meist gar nicht im Sinne des Plan-Erfinders&#8230;<\/p>\n<p>Und wo haben wir das gelernt? Bei unserer Lebensgestaltung. Da haben wir die Idee einer langfristigen Planung l\u00e4ngst aufgegeben und m\u00fchen uns stattdessen, uns m\u00f6glichst flexibel den wechselnden Bedingungen anzupassen. Nicht stures Verfolgen eines eindimensionalen Ziels auf schnurgeradem Weg ist angesagt, sondern kluges Schl\u00e4ngeln durch die Dickichte des Lebens.<\/p>\n<p>Das allerdings macht nur dann Sinn, wenn wir f\u00fcr diese Schl\u00e4ngelbewegung eine Orientierung, eine Ausrichtung behalten. Und diese Richtung kann nur \u201ebessere Lebensqualit\u00e4t!\u201c heissen. Auf diesen Leit-Wert hin bewegt sich unsere Lebensbahn, wenngleich nicht immer sch\u00f6n gerade, sondern oft im Zickzackkurs oder gar im Kreuzen gegen den Wind.<\/p>\n<p><strong>Denkschule Lebensqualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule6.jpg\" alt=\"denkschule6\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Das ist auch gar nicht anders vorstellbar, denn Lebensqualit\u00e4t ist nun mal keine eindimensionale Gr\u00f6sse, sondern umfasst viele Facetten und Sph\u00e4ren, deren Verh\u00e4ltnis untereinander nicht immer konfliktfrei ist. Was n\u00fctzt es uns etwa, wenn wir alles, haben wir haben, in unsere Gesundheit investieren, bis wir unheilbar gesund sind \u2013 wenn uns dabei unsere Beziehungen oder unsere Lebensfreude, um nur zwei Sph\u00e4ren zu nennen, abhanden kommen?<\/p>\n<p>Das Streben nach optimaler Lebensqualit\u00e4t hat also immer mit Ausgleich und Balance, mit richtigem Mass und fliessendem Gleichgewicht zu tun. Dieser Herausforderung wiederum k\u00f6nnen wir nur mit neuem Denken begegnen, mit einem, um es zu wiederholen, vernetzten, ganzheitlichen, systemischen, nachhaltigen und werteorientierten Denken.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber unsere Lebensqualit\u00e4t nachdenken, \u00fcben wir also automatisch jenes neue Denken, das auch dringend gebraucht wird, um gemeinsam eine gedeihliche Zukunft zu gestalten. So wird die bewusste Auseinandersetzung mit Lebensqualit\u00e4t zur idealen Denkschule&#8230;<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/denkschule0-kl.jpg\" alt=\"denkschule0-kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Wie die geistige Auseinandersetzung mit Lebensqualit\u00e4t das neue Denken f\u00f6rdert<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-195","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/195\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}