{"id":187,"date":"2010-05-03T10:39:35","date_gmt":"2010-05-03T10:39:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=187"},"modified":"2010-05-03T10:39:35","modified_gmt":"2010-05-03T10:39:35","slug":"lq-bilanz-von-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=187","title":{"rendered":"LQ-Bilanz von Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz0.jpg\" alt=\"lq-bilanz0\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Partner f\u00fcr ein ambitioniertes Projekt gesucht!<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em>Lebensqualit\u00e4t als Massstab f\u00fcr eine neue Form der Unternehmens-Bilanz: Das ist die Idee eines Projekts, das wir hier in seinen Grundz\u00fcgen vorstellen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz\u00a0von Unternehmen &#8211;\u00a0Eine Projektskizze\u00a0von spirit.ch\u00a0zuhanden potenzieller\u00a0Hochschulpartner<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz-intro.jpg\" alt=\"lq-bilanz-intro\" width=\"364\" height=\"274\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>1.1. Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Bei diesem Projektkonzept handelt es sich um einen ersten Entwurf, der weder Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erhebt noch in jedem Punkt zu Ende gedacht sein kann. Das Konzept kann und soll optimiert werden. Kommentare, Kritiken und vor allem Verbesserungsvorschl\u00e4ge sind deshalb hoch willkommen!<\/p>\n<p>\u00a0<strong>1.2. Ausgangshypothese<\/strong><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Je gr\u00f6sser der positive Beitrag eines Unternehmens zur Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz seiner Stakeholder, desto nachhaltiger der Unternehmenserfolg.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>1.3. Ziel des Projekts<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Erarbeitung eines inhaltlichen und methodischen Instrumentariums zur Verifizierung oder Falsifizierung dieser Hypothese.<\/p>\n<p>\u00a0Bei Verifizierung: Entwicklung eines vermarktungsf\u00e4higen Instrumentariums zur Erfassung der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz eines Unternehmens.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>1.4. Gesucht: ein neuer Bilanzierungs-Massstab<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die Idee, dass Unternehmen in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden eine Bilanz vorlegen, um nach innen wie nach aussen \u00fcber Erfolge und Misserfolge zu berichten, ist alles andere als neu. Die bekannteste und verbreitetste Form ist die finanzielle Bilanz, deren Massstab Geldfl\u00fcsse sind. Der grosse Vorteil dieses Massstabs ist seine universale Vergleichbarkeit. Der Nachteil der rein finanziellen Bilanz ist es, dass damit nur ein Ausschnitt aus der Unternehmens-Realit\u00e4t abgebildet werden kann. Nicht direkt finanziell messbare Auswirkungen der Unternehmenst\u00e4tigkeit werden so ausgeblendet.<\/p>\n<p>Hinzu gekommen sind deshalb in letzter Zeit neue Bilanzierungsformen wie etwa die \u00d6kobilanz, die Sozialbilanz oder die Nachhaltigkeitsbilanz. Dadurch geraten auch andere Einflusssph\u00e4ren eines Unternehmens ins Blickfeld, etwa die Auswirkungen der Unternehmenst\u00e4tigkeit auf die aktuelle und die zuk\u00fcnftige nat\u00fcrliche Umwelt.<\/p>\n<p>Allerdings f\u00fchrt diese Ausbildung differenzierter Bilanzierungsformen zum Verlust eines universalen und allgemein g\u00fcltigen Bilanzierungs-Massstabs. Die Auswirkungen der Unternehmenst\u00e4tigkeit auf die Integration ausl\u00e4ndischer Mitb\u00fcrger aus einer Sozialbilanz lassen sich nun mal schwer direkt vergleichen mit den entsprechenden Auswirkungen auf die k\u00fcnftige Biodiversit\u00e4t, und beides ist noch schwerer in Geldwerte umzurechnen.<\/p>\n<p>Wohl gibt es Ans\u00e4tze zu einer integrierten Betrachtungsweise, etwa in Nachhaltigkeitsbilanzen, doch entsprechende Modelle sind notgedrungen so komplex und schwer durchschaubar, dass sie kaum noch dem eigentlichen Zweck einer Bilanz gen\u00fcgen k\u00f6nnen, n\u00e4mlich eine einfache Orientierung und Bewertung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine umfassende Unternehmensbilanz br\u00e4uchte es also einen neuen gemeinsamen Massstab. Dieser m\u00fcsste f\u00fcr alle relevanten Beziehungsfelder eines Unternehmens g\u00fcltig sein, gleichzeitig aber so differenziert und flexibel, dass er die unterschiedlichen Realit\u00e4ten ad\u00e4quat abbildet.<\/p>\n<p>Eine weitere Anforderung an den neuen Massstab besteht darin, dass er konkrete Verbesserungsm\u00f6glichkeiten aufzeigt, also Massnahmen zur Verbesserung der Bilanz, die sowohl w\u00fcnschbar als auch realisierbar sind.<\/p>\n<p>In Form von <em>Lebensqualit\u00e4t<\/em> glauben wir diesen Massstab gefunden zu haben. Eine erste Begr\u00fcndung f\u00fcr diesen Vorschlag wird im folgenden Kapitel geliefert.<\/p>\n<p> <!--nextpage--> <\/p>\n<p><strong>2. Wesen und Sinn der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz3.jpg\" alt=\"lq-bilanz3\" width=\"364\" height=\"274\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1. Hintergrund: L\u00fccken im Stakeholder-Ansatz<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Nachdem selbst Bank-Aktion\u00e4re angefangen haben, sich von der Rolle des blossen Erf\u00fcllungsgehilfen des Managements zu emanzipieren, wird es allm\u00e4hlich auch den Letzten klar: Der reine Shareholder-Ansatz hat ausgedient. Die Erkenntnis setzt sich durch \u2013 auch wenn sie noch nicht im gleichen Mass angewendet wird &#8211; , dass ein Unternehmen nur leben und \u00fcberleben kann, wenn es alle Stakeholder ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Dieser Stakeholder-Ansatz besagt im Kern das, was diese stark vereinfachte Wikipedia-Grafik beinhaltet: Ein Unternehmen steht in Beziehung zu unterschiedlichen Gruppen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz2.jpg\" alt=\"lq-bilanz2\" width=\"364\" height=\"224\" \/><\/p>\n<p>Weniger Klarheit herrscht \u00fcber Inhalt und Natur dieser Beziehungen. Im Rahmen des Stakeholder-Ansatzes ist oft von \u201eAnspruchsgruppen\u201c die Rede, deren Bed\u00fcrfnisse und Interessen das Unternehmen bei seinen Entscheidungen zu ber\u00fccksichtigen habe. Das Unternehmen erf\u00fcllt also als grosser Spender verschiedene Anspr\u00fcche. Was eine ziemlich einseitige Form einer Beziehung w\u00e4re.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit verh\u00e4lt es sich so wie in der Grafik dargestellt: Es handelt sich um wechselseitige Beziehungen. Und wie immer in der \u00d6konomie geht es dabei um Austausch-Beziehungen zum Zwecke der Erzielung eines beidseitigen Mehrwerts.<\/p>\n<p>Da die klassische \u00d6konomie keinen anderen Mehrwert kennt als den materiellen, geht sie ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass sich beide Beziehungs-Partner als Homo oeconomicus verhalten, das heisst versuchen, ihren eigenen Profit zu maximieren, der wiederum nur relevant ist, wenn er in Geldwert ausgedr\u00fcckt werden kann.<\/p>\n<p>Nun mehren sich allerdings die Belege daf\u00fcr, dass dieser Homo oeconomicus eine Fiktion ist.\u00a0 Reale Menschen wollen zwar sehr wohl Mehr-Werte erzielen. Doch sie beschr\u00e4nken das Spektrum dabei nicht auf materielle Werte allein, sie wollen vielmehr auch immaterielle Werte wie Fairness oder Vertrauen realisieren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>2.2. Mehrwert wird neu definiert<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Sprache macht es klar: Werte sind ein weites Feld, das zwar materielle Werte mit einschliesst, aber eben auch sehr viele immaterielle Werte umfasst. Werte sind das, was uns etwas wert ist, was uns wichtig ist. Um diese Werte zu vermehren, sind wir zu Investitionen bereit und stecken Aufmerksamkeit, Zeit, Energie, Gef\u00fchle und auch Geld in Austauschbeziehungen, die uns einen Mehr-Wert versprechen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es sich dabei um materielle oder immaterielle Werte handelt.<\/p>\n<p>In den Austauschbeziehungen zwischen einem Unternehmen und seinen Stakeholdern geht es zwar meistens auch um Geld, aber selten allein darum. Ein Mehrwert f\u00fcr die Stakeholder entsteht auch, wenn das Unternehmen ihnen dabei hilft, andere, immaterielle Werte zu realisieren. Da dieser realisierte oder erwartete Mehrwert auf Seiten der Stakeholder wiederum die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass auch das Unternehmen aus dieser Beziehung einen Mehrwert sch\u00f6pfen kann, ist ein besseres Verst\u00e4ndnis davon gefragt, um welche Werte (neben den materiellen) es in diesen Stakeholder-Beziehungen eigentlich geht.<\/p>\n<p>Das ist mehr als eine akademische Frage: Will ein Unternehmen die Mehrwert-Potenziale, die in seinen Stakeholder-Beziehungen stecken, wirklich nutzen, so muss es erst einmal verstehen, worum es in dieser Beziehung f\u00fcr die Partner (Stakeholder) eigentlich geht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>2.3. Vom Werte-Chaos&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Einer der grossen und starken gesellschaftlichen Megatrends der letzten Jahrzehnte ist die Individualisierung. Der einzelne Mensch folgt immer weniger von aussen vorgegebenen Zielen und Bahnen, sondern wird zum Gestalter seines eigenen Lebens. Diese Freiheit in Eigenverantwortung schliesst auch die Wahl der eigenen Werte mit ein. Was wertvoll und wichtig ist, entscheiden nicht mehr prim\u00e4r gesellschaftliche Institutionen, sondern das Individuum selbst\u00a0<\/p>\n<p>Diese Wahlfreiheit ist wie immer ambivalent, sie stellt das Individuum auch vor die Qual der Wahl. Denn die Auswahl im Supermarkt der Werte ist riesig: In einem Vorl\u00e4ufer-Projekt von spirit.ch wurden einmal 137 einzelne Werte getestet \u2013 ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Die Herausforderung, sich daraus ein eigenes passendes Set von Werten zusammenzustellen, ist gross und bildet f\u00fcr manche Menschen gar eine \u00dcberforderung.\u00a0<\/p>\n<p>Dasselbe Problem stellt sich auch bei der Erforschung der Stakeholder-Beziehungen. Wenn in diesen Beziehungen tats\u00e4chlich unz\u00e4hlige Einzel-Werte im Spiel sind, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen, wird diese Beziehung sehr schnell viel zu komplex, um sie einigermassen ad\u00e4quat erfassen zu k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssten von diesem Vorhaben also bedauernd Abschied nehmen, ehe wir es \u00fcberhaupt begonnen haben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>2.4. &#8230;zum Leit-Wert Lebensqualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich d\u00fcrfte ein zentraler Grund f\u00fcr die bisherige weitgehende Abstinenz der \u00d6konomie in Fragen immaterieller Werte darin liegen, dass es sich dabei um \u201esoft factors\u201c handelt, die naturgem\u00e4ss vielschichtiger, komplexer, mehrdimensionaler und damit schwerer fassbar sind als die harten Fakten rund um das Geld, das ja den grossen Vorteil bietet, sehr vieles auf eine einzige Dimension zu reduzieren, in der man erst noch problemlos messen kann. Geld ist so zur allseits akzeptierten Leitw\u00e4hrung und zur verbindlichen Messgr\u00f6sse f\u00fcr alle materiellen Werte geworden.<\/p>\n<p>Etwas direkt Vergleichbares kann es f\u00fcr den Bereich der immateriellen Werte aus nahe liegenden Gr\u00fcnden nicht geben. Aber vielleicht etwas \u00c4hnliches. So etwas w\u00e4re dringend n\u00f6tig, denn die \u00d6konomie wird ihren Horizont bei der Analyse von Wert-Sch\u00f6pfung erst dann auf den Bereich der immateriellen Werte ausweiten, wenn es in jenem Bereich ebenfalls so etwas wie eine allgemein akzeptierte Leitw\u00e4hrung und eine ebensolche Messgr\u00f6sse gibt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz4.jpg\" alt=\"lq-bilanz4\" width=\"364\" height=\"274\" \/><\/p>\n<p>Im kleinen Himalaja-K\u00f6nigreich Bhutan hat dieser Wunsch nach Horizontausweitung bekanntlich dazu gef\u00fchrt, dass zus\u00e4tzlich zum Bruttoinlandprodukt offiziell ein Brutto-Gl\u00fccksprodukt eingef\u00fchrt wurde. Gleichrangig zur Erfassung des materiellen Fortschritts soll also auch gemessen werden, wie sich das Gl\u00fcck der Bev\u00f6lkerung entwickelt.<\/p>\n<p>Um dieses Modell eins zu eins \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen, sind wir kulturell zu weit vom Himalaja entfernt. Doch auch hier zu Lande entwickelt sich allm\u00e4hlich ein Diskurs dar\u00fcber, ob es in Wirtschaft und Politik wirklich nur darum gehe, den Lebensstandard der Bev\u00f6lkerung anzuheben. Es sei doch, wird argumentiert, das eigentliche Ziel der Menschen, gl\u00fccklich zu sein, und daf\u00fcr seien materielle Werte zwar nicht unerheblich, aber doch l\u00e4ngst nicht allein entscheidend.<\/p>\n<p>Mit dem Gl\u00fcck als oberstem Lebensziel ist es allerdings so eine Sache. Selbst wenn wir mal den flatterhaften und launischen Schicksalsaspekt von Gl\u00fcck abziehen (\u201eGl\u00fcck haben\u201c), bleibt immer noch die Tatsache, dass Gl\u00fcck als Empfindung (\u201egl\u00fccklich sein\u201c) von der Evolution wohl f\u00fcr Momente, nicht aber als Dauerzustand vorgesehen ist (\u201enichts ist schwer zu ertragen als eine Reihe von gl\u00fccklichen Tagen&#8230;\u201c).<\/p>\n<p>Selbst renommierte Gl\u00fccksforscher sprechen deshalb mittlerweile lieber von Wohlbefinden, was wiederum reichlich lau und einschr\u00e4nkend klingt. Als Alternative zu \u201eGl\u00fcck\u201c bietet die Philosophie den Begriff der \u201eZufriedenheit\u201c an, sei diese doch im Gegensatz zu Gl\u00fcck auch dauerhaft denkbar und zudem durch das Setzen realistischer Erwartungen auch viel besser zu beeinflussen als das launische Gl\u00fcck. Zufriedenheit w\u00e4re also tats\u00e4chlich ein guter Massstab. Die Frage ist nur: Zufriedenheit womit?\u00a0<\/p>\n<p>Als Objekt von Zufriedenheit schlagen wir als Alternative zu Gl\u00fcck den Begriff der Lebensqualit\u00e4t vor. Um zu illustrieren, wovon wir dabei sprechen, haben wir zehn Thesen zu Lebensqualit\u00e4t formuliert.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>2.5. Zehn Thesen zu Lebensqualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lebensqualit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht definieren, aber empfinden<\/strong><\/p>\n<p>Die Hinwendung zu Lebensqualit\u00e4t bedeutet eine Akzentverschiebung von Quantit\u00e4t zu Qualit\u00e4t. Qualit\u00e4t l\u00e4sst sich weder definieren noch messen. Doch wir Menschen haben ein untr\u00fcgliches Gesp\u00fcr f\u00fcr Qualit\u00e4t \u2013 und damit auch f\u00fcr unsere Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>2. Lebensqualit\u00e4t hat viele Facetten<\/strong><\/p>\n<p>Anders als das eindimensionale Ziel Lebensstandard ist der Wert Lebensqualit\u00e4t vielschichtig und multidimensional. Das Modell von spirit.ch unterscheidet sechzehn Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren, die alle wichtig bis sehr wichtig f\u00fcr die generelle Lebensqualit\u00e4t sind:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/profil-bedeut-300.jpg\" alt=\"profil-bedeut-300\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p class=\"klein\">Das Modell der sechzehn Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren von spirit.ch zeigt, welche Bedeutung jede Sph\u00e4re f\u00fcr die generelle Lebensqualit\u00e4t hat.<\/p>\n<p><strong>3. Lebensqualit\u00e4t ist nur individuell bestimmbar<\/strong><\/p>\n<p>Was Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr ihn konkret bedeutet, kann jeder Mensch nur f\u00fcr sich selbst sagen. Wie die einzelnen Zutaten gemischt werden ist individuell und pers\u00f6nlich, doch die Auswahl an Zutaten (Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren) ist f\u00fcr alle gleich.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>4. Lebensqualit\u00e4t l\u00e4sst sich optimieren<\/strong><\/p>\n<p>Anders als materieller Lebensstandard l\u00e4sst sich Lebensqualit\u00e4t nicht unendlich maximieren, hingegen sehr wohl optimieren \u2013 und zwar bis ins hohe Alter. Vieles deutet darauf hin, dass in punkto Lebensqualit\u00e4t die besten Jahre erst nach f\u00fcnfzig beginnen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>5. Lebensqualit\u00e4t lebt von Eigenverantwortung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr unsere eigene Lebensqualit\u00e4t sind wir zwar nicht allein, aber doch mehrheitlich selbst verantwortlich. Wir haben es also selber in der Hand, mit unserer Lebensqualit\u00e4t pfleglich umzugehen.<\/p>\n<p><strong>6. Lebensqualit\u00e4t ist lernbar<\/strong><\/p>\n<p>Durch bewusste Auseinandersetzung mit unserer eigenen Lebensqualit\u00e4t, durch Impulse von aussen und durch unsere Lebenserfahrung k\u00f6nnen wir lernen, unsere Lebensqualit\u00e4t zu verbessern.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>7. Lebensqualit\u00e4t wird zum idealen Leitwert der pers\u00f6nlichen\u00a0\u00a0 Lebensgestaltung<\/strong><\/p>\n<p>Im Dickicht der Werte wird Lebensqualit\u00e4t immer mehr zum Leitwert, der alle f\u00fcr die menschliche Lebensgestaltung relevanten Werte b\u00fcndelt und integriert. Lebensqualit\u00e4t wird gleichsam zur \u201eDachmarke\u201c einer werte-orientierten Lebensf\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>8. Lebensqualit\u00e4t wird zum Massstab f\u00fcr gegl\u00fcckte Lebenskunst<\/strong><\/p>\n<p>Unser Empfinden f\u00fcr den Zustand unserer Lebensqualit\u00e4t hilft uns festzustellen, ob wir mit unserer Lebenskunst auf Kurs in Richtung optimale Lebensqualit\u00e4t sind, oder ob wir davon abweichen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>9. Lebensqualit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht messen \u2013 wohl aber die Zufriedenheit damit<\/strong><\/p>\n<p>Zufriedenheit ist der Abstand zwischen unseren pers\u00f6nlichen Idealvorstellungen von Lebensqualit\u00e4t und der Realit\u00e4t. Indem wir unsere Ziele realistisch setzen, k\u00f6nnen wir diese Zufriedenheit verbessern. Und diese Zufriedenheit ist messbar:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Allgemein\/lqi-300.jpg\" alt=\"lqi-300\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p class=\"klein\">Die durchschnittliche Zufriedenheit mit der eigenen Lebensqualit\u00e4t l\u00e4sst sich messen und zeigt eine deutliche Aufw\u00e4rtstendenz.<\/p>\n<p><strong>10. Lebensqualit\u00e4t wird auch zum wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Leitwert<\/strong><\/p>\n<p>In der Politik wird es verst\u00e4rkt darum gehen, m\u00f6glichst gute Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr m\u00f6glichst viele zu erm\u00f6glichen. Und Unternehmen werden immer st\u00e4rker daran gemessen, was sie zur Lebensqualit\u00e4t ihrer Stakeholder beitragen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>2.6. Das Lebensqualit\u00e4ts-Konto<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Der Ansatz von spirit.ch zur Messung der Zufriedenheit mit der eigenen Lebensqualit\u00e4t (siehe These 9) integriert vorhandene Ans\u00e4tze und geht zugleich dar\u00fcber hinaus:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie in der Gl\u00fccksforschung verwenden wir eine dezimale Zahlen-Skala (dort: \u201eWie gl\u00fccklich sind Sie auf einer Skala von 1 bis 10?\u201c). Allerdings verweisen wir explizit darauf, dass die Befragten selbst ihren Referenz-Punkt setzen, also selber dar\u00fcber entscheiden, was f\u00fcr sie der oberste Skalen-Wert bedeutet.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie in der Zufriedenheits-Forschung fragen wir also nach dem Abstand zwischen selbst definiertem Ideal und Realit\u00e4t, doch wir geben dieser Empfindung f\u00fcr Zufriedenheit ein Objekt, n\u00e4mlich die eigene Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Diese Lebensqualit\u00e4t wiederum ist ein hochkomplexes Ph\u00e4nomen (siehe These 2). Dessen sind sich die Befragten von spirit.ch bewusst, wenngleich viele erst durch die Befragung erfahren, wie komplex das Ph\u00e4nomen Lebensqualit\u00e4t tats\u00e4chlich ist. Ob mehr oder weniger bewusst: Die Menschen wissen, dass ihre Lebensqualit\u00e4t viele Sph\u00e4ren und Untersph\u00e4ren hat. Ihre generelle Lebensqualit\u00e4t ist somit das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels vieler verschiedener Einflussfaktoren.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz sind die meisten Menschen offenbar f\u00e4hig, dieses komplexe System intuitiv zu einem einzigen Wert zu verrechnen, und zwar buchst\u00e4blich. Denn der so unbewusst errechnete Gesamtwert l\u00e4sst sich erst noch in einer Zahl ausdr\u00fccken, n\u00e4mlich dem Lebensqualit\u00e4ts-Index, der w\u00f6rtlich so erhoben wird:<\/p>\n<p><em>Wenn Sie einmal die h\u00f6chste Lebensqualit\u00e4t, die Sie f\u00fcr sich denken k\u00f6nnen, mit dem Wert 100 beziffern: Wie hoch ist dann Ihre derzeitige allgemeine Lebensqualit\u00e4t (als Ganzes, nicht auf den jetzigen Augenblick beschr\u00e4nkt&#8230;). Ihre tats\u00e4chlich empfundene Lebensqualit\u00e4t k\u00f6nnen Sie mit einer Zahl zwischen 1 und 100 ausdr\u00fccken.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich eine grobe Vereinfachung, die der komplexen individuellen Wirklichkeit nie gerecht werden kann. Doch es handelt sich immerhin um eine Ann\u00e4herung an die Messung von Lebensqualit\u00e4t, die den grossen Vorteil hat, standardisierbar zu sein und damit Vergleiche aller Art zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>An diesem Punkt angekommen, liegt die Idee des Lebensqualit\u00e4ts-Kontos nahe. Dieses Konto wird aus unterschiedlichen Quellen gespeist (\u201eLebensqualit\u00e4ts-F\u00f6rderer\u201c) und fliesst in unterschiedliche Richtungen ab (\u201eLebensqualit\u00e4ts-Killer\u201c). Wie bei einem Bank-Konto kann sich dadurch der Kontostand erh\u00f6hen oder verringern. Und ebenso werden die Menschen danach trachten, ersteres zu erlangen und zweiteres zu vermeiden.<\/p>\n<p>Wenn es um ihr Lebensqualit\u00e4ts-Konto geht, verhalten sich die Menschen rational im Sinne der \u00d6konomie. Dieser Homo \u00f6conomicus, dem es um die Optimierung seiner Werte geht, hat aber einen wesentlich weiteren Werte-Horizont im Auge, in dem die materiellen Werte nur ein Element bilden. Und kann somit auch mal einen Zuwachs auf dem Bank-Konto sausen lassen, wenn ihm daf\u00fcr ein Gewinn auf dem Lebensqualit\u00e4ts-Konto winkt. Zum zentralen Kriterium aller Investitions-Entscheidungen von Menschen (nicht nur \u00fcber Geld) wird somit die Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz.<\/p>\n<p> <!--nextpage--> <\/p>\n<p><strong>3. Unternehmen und Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz5.jpg\" alt=\"lq-bilanz5\" width=\"364\" height=\"274\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ihre eigene Lebensqualit\u00e4t f\u00fchlen sich die Menschen mehrheitlich selbst verantwortlich (siehe These 5), Lebensqualit\u00e4t wird also zun\u00e4chst intern geregelt. Es bleibt jedoch viel Raum f\u00fcr \u00e4ussere Faktoren, welche die individuelle Lebensqualit\u00e4t beeinflussen. Zu diesen Faktoren geh\u00f6ren Beziehungen aller Art \u2013 also auch Stakeholder-Beziehungen.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Ein Unternehmen kann f\u00fcr alle Stakeholder sowohl Lebensqualit\u00e4ts-Killer als auch Lebensqualit\u00e4ts-F\u00f6rderer sein. Entscheidend ist auch hier Bilanz: Schafft das Unternehmen f\u00fcr seine Stakeholder einen Zuwachs auf deren Lebensqualit\u00e4ts-Konto?<\/p>\n<p>Je mehr dies der Fall ist, desto gr\u00f6sser ist der Mehrwert, den die Stakeholder aus dieser Beziehung gewinnen. Das wiederum honorieren die Stakeholder damit, dass sie verst\u00e4rkt Ressourcen aller Art in das Unternehmen investieren, was diesem wiederum einen Mehrwert verschafft, der seinen nachhaltigen Erfolg erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Ziel des Unternehmens muss es also sein, einen optimalen Beitrag zur Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz aller Stakeholder zu leisten. Da auch die Ressourcen des Unternehmens limitiert sind, geh\u00f6rt zu dieser Optimierungs-Strategie ganz zentral auch ein ausgewogenes Fliessgleichgewicht zwischen den einzelnen Stakeholder-Beziehungen.<\/p>\n<p>Jede dieser Beziehungen ist anders. Bei jeder Stakeholder-Gruppe tangiert das Unternehmen unterschiedliche Ausschnitte aus deren Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz. Deshalb ist es unerl\u00e4sslich, zun\u00e4chst besser zu verstehen, welchen Einfluss auf die Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz jeder Stakeholder-Gruppe ein Unternehmen hat \u2013 und haben k\u00f6nnte. Nur so l\u00e4sst sich eine ausgewogene Balance der verschiedenen Stakeholder-Beziehungen erzielen.<\/p>\n<p> <!--nextpage--> <\/p>\n<p><strong>4. Erfassung der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz von Stakeholder-Beziehungen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz6.jpg\" alt=\"lq-bilanz6\" width=\"364\" height=\"274\" \/><\/p>\n<p><strong>4.1. Grunds\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>a)\u00a0\u00a0\u00a0 Da Lebensqualit\u00e4t immer subjektiv ist, k\u00f6nnen nur die Betroffenen selbst eine Lebensqualit\u00e4t ihrer Stakeholder-Beziehung zu einem Unternehmen erstellen. Wir m\u00fcssen sie also direkt fragen.<\/p>\n<p>b)\u00a0\u00a0 Da eine Bilanz verbindliche Buchhaltungs-Regeln braucht, geht diese Befragung nur in standardisierter Form. Wir brauchen also standardisierte Befragungsinstrumente, die gen\u00fcgend Raum f\u00fcr individuelle Beitr\u00e4ge offen lassen.<\/p>\n<p>c)\u00a0\u00a0\u00a0 Da differenzierte Fragen zur Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz ein gewisses geistiges Niveau erfordern, k\u00f6nnen wir nicht alle fragen. Statt auf klassische Repr\u00e4sentativit\u00e4t setzen wir also auf besonders interessierte und engagierte Stakeholder.<\/p>\n<p>d)\u00a0\u00a0 Da jede Stakeholder-Beziehung einzigartig ist, brauchen wir f\u00fcr jede Beziehung entsprechende Experten. Wir setzen deshalb auf Kooperation mit Experten f\u00fcr alle relevanten Stakeholder-Beziehungen.<\/p>\n<p>e)\u00a0\u00a0 Da das Ziel eine Gesamt-Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz eines Unternehmens ist, m\u00fcssen zum Schluss die einzelnen Stakeholder-Beziehungen zu einem ganzen Beziehungs-Geflecht verwoben werden. Das geht nur durch intensive Vernetzung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>4.2. Projekt-Phasen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Der Aufbau des Projekts folgt den \u00fcblichen Regeln sozialwissenschaftlicher Forschung:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zun\u00e4chst wird unter Beizug vorhandenen Wissens \u00fcber die Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz der jeweiligen Stakeholder-Beziehung reflektiert.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In einer qualitativen Vorstudie werden teilstrukturierte Gespr\u00e4che mit Vertretern der jeweiligen Stakeholder-Gruppe gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aufgrund der beiden ersten Phasen wird ein standardisierter Online-Fragebogen entwickelt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dieser Fragebogen wird bei ausgew\u00e4hlten Unternehmen testweise eingesetzt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ergebnisse aller Stakeholder-Gruppen werden aufgrund eines theoretischen Grundlagenmodells zu einer Gesamtbilanz integriert.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Diese Gesamtbilanz wird mit dem nachhaltigen Unternehmenserfolg in Beziehung gesetzt, um die Ausgangshypothese zu \u00fcberpr\u00fcfen\u00a0<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wird die Ausgangshypothese verifiziert, entwickeln die Partner gemeinsam ein standardisierbares Befragungspaket zur Erfassung der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz eines Unternehmens und vermarkten dieses.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>4.3. Fragestellungen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Bei allen zu untersuchenden Stakeholder-Beziehungen geht es um folgende Fragestellungen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie bedeutsam ist die jeweilige Stakeholder-Beziehung zu einem Unternehmen f\u00fcr die eigene Lebensqualit\u00e4t \u2013 generell und f\u00fcr die einzelnen Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie wirkt sich der wahrgenommene Einfluss des Unternehmens auf das eigene Lebensqualit\u00e4ts-Konto aus? Positiv oder negativ? Und wie stark?<\/p>\n<p>Von der Beantwortung dieser Fragen h\u00e4ngt es ab, wie relevant die betreffende Stakeholder-Beziehung f\u00fcr das Unternehmen ist. Dieses Wissen wiederum ist Voraussetzung f\u00fcr eine ausgewogene Balance zwischen den Stakeholder-Gruppen.<\/p>\n<p>Um Chancen und Risiken innerhalb einer bestimmten Stakeholder-Beziehung erkennen zu k\u00f6nnen, muss das Unternehmen zus\u00e4tzlich wissen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Welches sind konkret die relevanten Lebensqualit\u00e4ts-Killer und \u2013F\u00f6rderer?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie stark fallen diese in der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz der jeweiligen Stakeholder-Gruppe ins Gewicht?<\/p>\n<p>Kann ein Unternehmen die Killer und F\u00f6rderer der Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz ihrer Stakeholder identifizieren und gewichten, ist es in der Lage, erstere zu reduzieren und zweitere zu steigern, was beides zu einer verbesserten Bilanz beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>4.4. Projekt-Grunds\u00e4tze<span style=\"font-weight: normal;\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 spirit.ch fungiert als Spiritus Rector sowie als Koordinator.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die beteiligten Hochschul-Institute bringen ihre Fachkenntnisse und Kontakte ein und vernetzen sich untereinander.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das theoretische Grundlagenmodell wird gemeinsam entwickelt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Anwerbung von Test-Unternehmen erfolgt gemeinsam.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ebenfalls gemeinsam erfolgen Publikationen und eine allf\u00e4llige Vermarktung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>4.5. Gesuchte Partner<\/strong><\/p>\n<p>Um m\u00f6glichst alle f\u00fcr eine Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz eines Unternehmens relevanten Stakeholder-Beziehungen abdecken zu k\u00f6nnen, werden Hochschul-Institute gesucht, die sich auf die Beziehungen zwischen Unternehmen und folgenden Stakeholdern spezialisiert haben\u00a0<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eigent\u00fcmer<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Manager<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mitarbeiter<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kunden<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lieferanten<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Finanzierer<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Staat<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gesellschaft (NGO\u2019s u.\u00e4.\u00a0<\/p>\n<p>Da auch die Zukunft als Stakeholder gesehen wird, braucht es zudem Expertenwissen im Bereich Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Um schliesslich die Korrelation zwischen Lebensqualit\u00e4ts-Bilanz und nachhaltigem Unternehmens-Erfolg messen zu k\u00f6nnen, braucht es auch Expertenwissen dazu, wie sich letzterer definieren und messen l\u00e4sst.<\/p>\n<p> <!--nextpage--> <\/p>\n<p><strong>5. \u00dcber spirit.ch<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/spirit-logo.jpg\" alt=\"spirit-logo\" width=\"130\" height=\"113\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody> <\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Stiftung spirit.ch: F\u00fcr Nachhaltige LebensQualit\u00e4t f\u00f6rdert die Verbreitung des neuen Leit-Werts \u201eNachhaltige LebensQualit\u00e4t\u201c durch Forschung und Kommunikation, und leistet so einen Beitrag zum dringend notwendigen Werte-Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Da blinder Materialismus in die Irre f\u00fchrt, brauchen wir, pers\u00f6nlich wie gesellschaftlich, ein neues Projekt mit einem neuen Leit-Wert: Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t. Doch dar\u00fcber, was Lebensqualit\u00e4t und Nachhaltigkeit f\u00fcr die Menschen konkret bedeuten, wissen wir erstaunlich wenig. Diese L\u00fccke will spirit.ch f\u00fcllen. Zu diesem Zweck werden mit Hilfe innovativer Sozialforschung Studien durchgef\u00fchrt, deren Ergebnisse allen Interessierten zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<p>spirit.ch ist seit Sommer 2009 online (www.spirit.ch) und wurde Anfang 2010 umfassend renoviert und ausgebaut.<\/p>\n<p>spirit.ch beruht auf der Erkenntnis, dass wir uns mitten im Prozess eines fundamentalen Werte-Wandels befinden: Von materiellen zu immateriellen Werten. Von Geld zu Geist. Von Quantit\u00e4t zu Qualit\u00e4t. Vom Lebensstandard zur Lebensqualit\u00e4t. Das Projekt will diesen Prozess beobachten, reflektieren und verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>spirit.ch ist ein Projekt zur Bewusstseinsbildung, das die Maxime hoch h\u00e4lt \u00bbLebensqualit\u00e4t kann man nicht lernen. Das Denken dar\u00fcber schon.\u00ab<\/p>\n<p>spirit.ch geht davon aus, dass Lebensqualit\u00e4t viele Facetten hat, und verwendet deshalb ein Modell mit sechzehn Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren. Dieses Modell ist das Ergebnis vieler Vorstudien rund um das Thema Lebensqualit\u00e4t. Das Projekt spirit.ch beginnt also nicht bei Null, sondern erm\u00f6glicht durch Zeitvergleiche einen Blick in die Dynamik des Werte-Wandels.<\/p>\n<p>spirit.ch hat seine Wurzeln in der Schweiz, weil sie in einer idealen Startposition f\u00fcr diesen Werte-Wandel ist und gleichsam als Versuchslabor daf\u00fcr dienen kann. Doch weil Werte-Wandel und Lebensqualit\u00e4t an keiner Grenze Halt machen, soll das Projekt \u00fcber eben diese Grenzen hinaus strahlen.<\/p>\n<p>spirit.ch ist das Werk zweier Idealisten mit fundiertem beruflichem Erfahrungshinter-grund und wird derzeit in eine gemeinn\u00fctzige Stiftung umgewandelt. Im Verlaufe seiner Entwicklung soll das Projekt sowohl ideell als auch materiell breiter abgest\u00fctzt werden.<\/p>\n<p><em>Auszug aus der Stiftungsurkunde der Stiftung spirit.ch <\/em><\/p>\n<p><em>(Stiftungsgr\u00fcndung geplant Mai 2010)<\/em><\/p>\n<p><strong>Artikel 2 \u2013 Zweck<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>2.1 Die Stiftung bezweckt den Betrieb und die Weiterentwicklung der Internet-Plattform www.spirit.ch &#8211; F\u00fcr Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t. Ziel dieser Plattform ist es, zur Bewusstseinsbildung \u00fcber pers\u00f6nliche und gesellschaftliche Werte beizutragen. Daf\u00fcr betreibt die Stiftung Sozialforschung rund um das Thema Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t und stellt deren Ergebnisse der interessierten \u00d6ffentlichkeit insbesondere auf der Internetplattform unentgeltlich zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Auch kann die Stiftung dazu beitragen, durch zus\u00e4tzliche Aktivit\u00e4ten die Idee des Leitwerts Nachhaltige Lebensqualit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck \u00fcbernimmt die Stiftung die Kosten f\u00fcr den Grundunterhalt der Internet-Plattform www.spirit.ch. Zur Finanzierung des Unterhalts und der Weiterentwicklung der Plattform strebt die Stiftung zus\u00e4tzliche Einnahmen, insbesondere durch Sponsoring, Mitgliederbeitr\u00e4ge, Dienstleistungserl\u00f6se sowie Beitr\u00e4ge an Forschungsprojekte, an.<\/p>\n<p>Die Stiftung kann sich unter Wahrung des Stiftungszwecks\u00a0an Unternehmen beteiligen.<\/p>\n<p>2.2. Gewinn und Kapital der Stiftung sind ausschliesslich dem vorstehend genannten Zweck gewidmet. Die Stiftung arbeitet ausschliesslich gemeinn\u00fctzig. Erwerbszwecke sind ausgeschlossen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/lq-bilanz0-kl.jpg\" alt=\"lq-bilanz0-kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Partner f\u00fcr ein ambitioniertes Projekt gesucht!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=187"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/187\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}