{"id":180,"date":"2010-04-02T11:47:34","date_gmt":"2010-04-02T11:47:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=180"},"modified":"2010-04-02T11:47:34","modified_gmt":"2010-04-02T11:47:34","slug":"lebensqualitaet-und-lebensphasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=180","title":{"rendered":"Lebensqualit\u00e4t und Lebensphasen"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/lebensphasen.jpg\" alt=\"lebensphasen\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Reife Lebensqualit\u00e4t ist machbar, Frau Nachbar!<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em><em>In diesem Beitrag untersuchen wir, wie sich die Lebensqualit\u00e4t insgesamt und einzelne ihrer wichtigsten Aspekte im Verlaufe der verschiedenen Lebensphasen entwickeln. Dabei fliessen sowohl gemachte Erfahrungen als auch Erwartungen und Projektionen ein.\u00a0<\/em><\/em><\/p>\n<p>In den traditionellen Modellen von der Entwicklung des Menschen im Verlaufe seiner Lebensphasen war es immer klar: Mit f\u00fcnfzig ist der H\u00f6hepunkt erreicht, danach geht es nur noch bergab.<\/p>\n<p>H\u00e4tte man damals schon den Begriff der Lebensqualit\u00e4t verwendet, w\u00e4re die Aussage klar gewesen: Nach f\u00fcnfzig kann die Lebensqualit\u00e4t nur noch schlechter werden. Eine Vorstellung, die viel vom schlechten Image des \u00e4lter Werdens erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Doch ist es wirklich so? Wir haben auch danach gefragt. Um die Sache nicht ausufern zu lassen, haben wir dabei f\u00fcnf Lebensphasen \u00e0 jeweils 15 Jahre unterschieden, n\u00e4mlich:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20 bis 34 Jahre<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 35 bis 49 Jahre<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 50 bis 64 Jahre<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 65 bis 79 Jahre<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 80 und mehr Jahre<\/p>\n<p>Unterschieden haben wir auch nach verschiedenen Aspekten von Lebensqualit\u00e4t, was einem vereinfachten Modell von Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4ren entspricht. Die beiden Modelle sind nicht direkt vergleichbar, haben jedoch viele Ber\u00fchrungspunkte.<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der generellen Lebensqualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><em>Frage: Jetzt geht es um die Entwicklung Ihrer Lebensqualit\u00e4t w\u00e4hrend unterschiedlichen Lebensphasen. Je nach Ihrem Alter werden Sie bestimmte Phasen aus Erfahrung beurteilen k\u00f6nnen, bei den noch folgenden sind Sie auf Ihre Einsch\u00e4tzung angewiesen. Auf einer Skala von 1 (tiefster denkbarer Wert) bis 10 (h\u00f6chster denkbarer Wert) stufen Sie bitte jeweils ein, wie hoch Ihre generelle Lebensqualit\u00e4t im jeweiligen Alter war, ist, bzw. nach Ihrer Voraussicht sein wird &#8211; immer unter der Voraussetzung, dass Sie dann noch leben&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Es geht bei dieser Frage also einerseits um reale Erfahrungen, andererseits aber auch um Erwartungen und Projektionen. Letzteres beeinflusst bekanntlich unsere Wahrnehmung stark, so dass es wertvoll sein kann zu wissen, welche Erwartungen man an die Lebensqualit\u00e4t von noch kommenden Lebensphasen hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-lqgenerell.jpg\" alt=\"entw-lqgenerell\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Dieselbe Frage wurde bereits in einer Umfrage im Jahr 2007 gestellt. Der Vergleich mit den Antworten von 2010 zeigt zwar gewisse Detailunterschiede, doch das Gesamtbild bleibt sich gleich: Der H\u00f6hepunkt der generellen Lebensqualit\u00e4t liegt zwischen 50 und 80. Erst nach 80 geht es bergab, wenn auch immer noch \u00fcber dem Niveau der Lebensphasen unter 50.<\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich ein enormer Kontrast zur klassischen \u201eLebenstreppe\u201c.\u00a0 Wenn in den Jahren zwischen 50 und 80 die Lebensqualit\u00e4t am besten ist, wertet das diese Lebensphasen enorm auf. Und die Tatsache, dass der Lebensphase zwischen 20 und 34 die bei weitem tiefste Lebensqualit\u00e4t zugeschrieben wird, m\u00fcsste eigentlich allen Verfechtern des Jugendlichkeitswahns zu denken geben&#8230;<\/p>\n<p>Wie viel von diesen Einsch\u00e4tzungen beruht auf realer Erfahrung, und wie viel auf Projektion? Das k\u00f6nnen wir herausfinden, indem wir die Antworten (von 2010) nach Altersgruppen differenzieren, wobei uns nur drei Gruppen (unter 50, 50 bis 64, 65plus) zur Verf\u00fcgung stehen, weil die Randgruppen (unter 35 und 80plus) zu klein f\u00fcr eine ernsthafte statistische Analyse sind:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-lqgenerell-alter.jpg\" alt=\"entw-lqgenerell-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass die Einsch\u00e4tzungen der drei Altersgruppen sich nur wenig unterscheiden. Nur die unter 50-J\u00e4hrigen sch\u00e4tzen f\u00fcr die ersten drei Lebensphasen die Lebensqualit\u00e4t deutlich rosiger ein als der Rest, das heisst, sie sind bez\u00fcglich der schon erlebten Lebensphasen und der direkt folgenden optimistischer als die \u00e4lteren Befragten. Das mag daran liegen, dass die Lebensqualit\u00e4t der \u00e4lteren Semester in ihren j\u00fcngeren Jahren tats\u00e4chlich schlechter war.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Lebensphasen ab 65 sind sich alle einig: Die Lebensqualit\u00e4t bleibt hoch.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der k\u00f6rperlichen Gesundheit<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Gesundheit ist eine zentrale Lebensqualit\u00e4ts-Sph\u00e4re. Verstehen wir darunter nur k\u00f6rperliche Gesundheit, sind die Aussichten eher d\u00fcster. Im Gegensatz zur Entwicklung der generellen Lebensqualit\u00e4t verl\u00e4uft die Entwicklung hier nicht bogenf\u00f6rmig, sondern linear, und zwar von oben links nach unten rechts. Das heisst, die k\u00f6rperliche Gesundheit wird bei der j\u00fcngsten Altersgruppe (20 bis 34) am besten eingesch\u00e4tzt und wird dann nur noch schlechter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-gesundh.jpg\" alt=\"entw-gesundh\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>An dieser klaren Einsch\u00e4tzung hat sich in den letzten drei Jahren wenig ge\u00e4ndert, wenngleich die Kurve 2010 weniger steil verl\u00e4uft als 2007, man also den Abbau der k\u00f6rperlichen Gesundheit weniger dramatisch sieht als damals.<\/p>\n<p>Differenzieren wir wieder nach Altersgruppen, so f\u00e4llt auf, dass die \u00e4lteste (65plus) in allen Lebensphasen die k\u00f6rperliche Gesundheit besser einsch\u00e4tzt als die j\u00fcngste, vor allem aber als die mittlere Gruppe zwischen 50 und 64. Entweder waren diese \u00e4lteren Semester fr\u00fcher tats\u00e4chlich ges\u00fcnder, oder aber sie haben weniger hohe Erwartungen an ihre Gesundheit und sind daher eher zufrieden damit. Auch hier sind noch l\u00e4ngst nicht alle Fragen gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-gesundh-alter.jpg\" alt=\"entw-gesundh-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung des geistig-seelischen Wohlbefindens<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Im krassen Gegensatz zur Entwicklungskurve der k\u00f6rperlichen Gesundheit verl\u00e4uft jene des geistig-seelischen Wohlbefindens. Hier starten wir in der ersten erwachsenen Lebensphase auf ziemlich tiefem Niveau, worauf dann jenseits der f\u00fcnfzig eine Steigerung um satte zwei Punkte auf der Zehnerskala stattfindet. Das geistig-seelische Wohlbefinden hat seinen H\u00f6hepunkt also ab f\u00fcnfzig und bleibt auf diesem hohen Stand bis ins hohe Alter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-geistseel.jpg\" alt=\"entw-geistseel\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Interessant ist auch hier die Differenzierung nach der Altersgruppe der Befragten. F\u00fcr die Lebensphasen bis 50 gilt: Wenn man noch darin steckt, bewertet man das eigene geistig-seelische Wohlbefinden deutlich besser als unmittelbar danach (wenn man also selber zwischen 50 und 64 ist). Im noch h\u00f6heren Alter wird dann dieser R\u00fcckblick auf die Jahre bevor 50 wieder etwas milder. Daf\u00fcr sind die \u00fcber 65-J\u00e4hrigen etwas skeptischer, wenn es um das geistig-seelische Wohlbefinden in der letzten Lebensphase geht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-geistseel-alter.jpg\" alt=\"entw-geistseel-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Insgesamt best\u00e4tigt sich jedoch, dass ein starkes geistig-seelisches Wohlbefinden in den Augen der Befragungsteilnehmer zu den klaren Pluspunkten der Lebensphasen nach f\u00fcnfzig geh\u00f6rt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der eigenen Selbstverwirklichung<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-selbstver.jpg\" alt=\"entw-selbstver\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Auch ein hoher Grad an pers\u00f6nlicher Selbstverwirklichung ist keineswegs ein Privileg der Jugend \u2013 im Gegenteil. Dieser Grad an Selbstverwirklichung steigt vielmehr kontinuierlich an und erreicht in den Jahren ab 50 seinen H\u00f6hepunkt, wobei sogar die Lebensphase zwischen 65 und 79 am besten abschneidet. Erst nach 80 sinkt auch hier die Kurve wieder leicht ab. Und da Selbstverwirklichung ein zentrales Element von Lebensqualit\u00e4t ist, best\u00e4tigt sich hier einmal mehr: In Sachen Lebensqualit\u00e4t sind die Jahre jenseits der f\u00fcnfzig die besten.<\/p>\n<p>Allerdings steckt in diesem Gesamtbild ein St\u00fcckchen Projektion der J\u00fcngeren, deren Optimismus bez\u00fcglich der Selbstverwirklichung in den Lebensphasen ab 50 von den direkt Betroffenen nicht ganz geteilt wird: Wenn man j\u00fcnger ist, erwartet man vom Alter mehr Selbstverwirklichung als dann tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-selbstver-alter.jpg\" alt=\"entw-selbstver-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Diese Beobachtung macht die Gesamtergebnisse etwas weniger dramatisch, \u00e4ndert aber nichts daran, dass alle Altersgruppen den H\u00f6hepunkt des Lebensqualit\u00e4ts-Elements Selbstverwirklichung in den Lebensphasen zwischen 50 und 79 sehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der sozialen Kompetenzen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Ein genau so wichtiges Element von Lebensqualit\u00e4t wie pers\u00f6nliche Selbstverwirklichung ist die Qualit\u00e4t des menschlichen Umfelds, sind also Beziehungen, und diese wiederum h\u00e4ngen wesentlich von den eigenen sozialen Kompetenzen ab. Wie entwickelt sich dieser Aspkt von Lebensqualit\u00e4t im Verlauf der verschiedenen Lebensphasen?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-sozial.jpg\" alt=\"entw-sozial\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Im Gleichschritt mit der Entwicklung der generellen Lebensqualit\u00e4t: Er erreicht seinen H\u00f6hepunkt in den Phasen zwischen 50 und 79 und sinkt auch jenseits der 80 nur leicht ab. Die reiferen Jahre sind also auch deshalb attraktiv, weil die Qualit\u00e4t des Beziehungsnetzes dann ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Was nicht zuletzt daran liegt, dass man die eigenen sozialen Kompetenzen durch stetiges Erfahrungslernen immer noch verbessern kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-sozial-alter.jpg\" alt=\"entw-sozial-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Auch bei diesem Bild ist ein kleines St\u00fcckchen Wunschdenken dabei, das heisst, man erwartet von den kommenden Lebensphasen meistens ein bisschen mehr als diese dann wirklich bieten k\u00f6nnen. Doch auch das sind kleine Differenzierungen im Nahbereich, die am Gesamtbild nichts ver\u00e4ndern.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><span class=\"wichtig\">E<\/span><span class=\"wichtig\">ntwicklung der F\u00e4higkeiten zu Masshalten und Balance<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit, Mass zu halten und eine gesunde Balance zwischen den verschiedenen Lebensbereichen und Anspr\u00fcchen herzustellen, wird ganz offensichtlich als Frucht eines Reifungsprozesses betrachtet, ja als Ausdruck von Altersweisheit. Diese F\u00e4higkeit beginnt in jungen Jahren auf tiefem Niveau und steigert sich dann (um fast drei Skalenpunkte!) bis in die Lebensphase zwischen 65 und 79, um danach nur leicht zur\u00fcckzugehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-balance.jpg\" alt=\"entw-balance\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Die \u00fcber 65-j\u00e4hrigen Befragungsteilnehmer sehen dabei ihre eigenen diesbez\u00fcglichen F\u00e4higkeiten in der ersten erwachsenen Lebensphase im R\u00fcckblick etwas milder als jene, die noch mitten drin stecken. Daf\u00fcr trauen sie den F\u00e4higkeiten zu Masshalten und Balance in der letzten Lebensphase etwas weniger als die J\u00fcngeren. Auch hier \u00e4ndern diese Detailunterschiede jedoch kaum etwas am Gesamtbild.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-balance-alter.jpg\" alt=\"entw-balance-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der F\u00e4higkeit zu Lebens-Sinn(en)<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt von Lebensqualit\u00e4t ist die F\u00e4higkeit, in seinem Leben so etwas wie einen Sinn \u2013 oder eben noch besser so etwas wie Sinne \u2013 zu finden. Und auch diese F\u00e4higkeit wird offenkundig als Frucht von Reifungsprozessen in Form von Altersweisheit betrachtet: Am ausgepr\u00e4gtesten ist sie in den Lebensphasen ab 50, wobei es nicht kontinuierlich aufw\u00e4rts geht. Vielmehr erwartet man f\u00fcr die Lebensphase ab 80 einen sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang der F\u00e4higkeit zu Lebens-Sinn(en) \u2013 vielleicht, weil der nahende Tod die Sinnfrage dann st\u00e4rker strapaziert als in j\u00fcngeren Jahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-sinn.jpg\" alt=\"entw-sinn\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Und auch hier gilt: J\u00fcngere Befragte (unter 50) sehen die Entwicklung der F\u00e4higkeit zu Lebens-Sinn(en) in ihren Projektionen etwas optimistischer als die \u00e4lteren, deren Einsch\u00e4tzung auf eigener Erfahrung beruht. Man erwartet von den folgenden Lebensphasen also immer etwas mehr Sinn-Bef\u00e4higung als man dann tats\u00e4chlich bekommt. Was aber nichts daran \u00e4ndert, dass die Sinn-F\u00e4higkeit als wichtiges Element von Lebensqualit\u00e4t mit zunehmendem Alter w\u00e4chst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-sinn-alter.jpg\" alt=\"entw-sinn-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der F\u00e4higkeit zu Lebensgestaltung und Lebenskunst<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir f\u00fcr unsere eigene Lebensqualit\u00e4t mehrheitlich selbst verantwortlich sind, was eine grosse Mehrheit der Befragten glaubt, dann h\u00e4ngt diese unsere Lebensqualit\u00e4t entscheidend von unseren F\u00e4higkeiten auf den Gebieten Lebensgestaltung und Lebenskunst ab. Diese F\u00e4higkeiten bekommen wir offenbar nicht in die Wiege gelegt, sie m\u00fcssen vielmehr im Laufe des Lebens reifen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-lkunst.jpg\" alt=\"entw-lkunst\" width=\"640\" height=\"393\" \/>\u00a0<\/p>\n<p>Diesen Schluss legen jedenfalls die Ergebnisse der Frage nach der Entwicklung dieser F\u00e4higkeiten im Laufe der Lebensphasen nahe. Auch hier gibt es eine klare Steigerungstendenz bis zu den Lebensphasen nach 50. Ab 80 erfolgt wiederum ein deutlicher Abstieg, vermutlich aufgrund von Bef\u00fcrchtungen, wegen abnehmender Autonomie w\u00fcrden in dieser Lebensphase auch die M\u00f6glichkeiten der Lebensgestaltung eingeschr\u00e4nkt. Klar ist jedoch: Zwischen 50 und 80 sind die F\u00e4higkeiten zu Lebensgestaltung und Lebenskunst am besten ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bei dieser Frage zeigt die Auswertung nach Altersgruppen ein interessantes Ph\u00e4nomen: Wenn man noch mitten in der Lebensphase unter 50 steckt, sch\u00e4tzt man die eigenen Lebenskunst-Fertigkeiten viel h\u00f6her ein, als wenn man diese Phase im R\u00fcckblick betrachtet. Offenbar lernt man erst jenseits der f\u00fcnfzig, dass die Spielr\u00e4ume und M\u00f6glichkeiten der eigenen Lebensgestaltung gr\u00f6sser sind als man fr\u00fcher dachte&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/entw-lkunst-alter.jpg\" alt=\"entw-lkunst-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Ansonsten best\u00e4tigt sich eine Beobachtung, die wir schon fr\u00fcher gemacht haben, wenn es um Aspekte dessen ging, was wir als Altersweisheit bezeichnet haben: In j\u00fcngeren Jahren ist man diesbez\u00fcglich etwas optimistischer als in \u00e4lteren, das heisst, man erwartet sich von den Fr\u00fcchten der Reifung immer etwas mehr als man dann tats\u00e4chlich bekommt&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0Die <span class=\"wichtig\">Gesamtbilanz<\/span> der Ergebnisse zum Thema Lebensqualit\u00e4t und Lebensphasen f\u00e4llt eindeutig aus:<\/p>\n<p>Bei sechs von sieben getesteten Einzelaspekten von Lebensqualit\u00e4t liegen die besten Jahre nicht etwa in den ersten erwachsenen Lebensphasen, sondern in den Lebensphasen, die mit etwa f\u00fcnfzig beginnen.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr alle zentralen Aspekte von Lebensqualit\u00e4t, n\u00e4mlich<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Geistig-seelisches Wohlbefinden<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Selbstverwirklichung<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Qualit\u00e4t des Beziehungsnetzes<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Masshalten und Balance<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lebens-Sinn(e)<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lebensgestaltung und Lebenskunst<\/p>\n<p>Nur f\u00fcr einen Aspekt gilt der \u00fcbliche Kurvenverlauf (Anstieg bis 50, danach H\u00f6hepunkt bis\u00a0 80, dann leichter Abfall) nicht, n\u00e4mlich f\u00fcr den Aspekt der (k\u00f6rperlichen) Gesundheit. Diese Kurve beginnt auf dem H\u00f6hepunkt und f\u00e4llt dann kontinuierlich ab.<\/p>\n<p>Folgerichtig folgt auch die Entwicklung der generellen Lebensqualit\u00e4t (gleichsam als Summe der Einzelaspekte) dem bekannten Muster. Was heisst: Die beste Lebensqualit\u00e4t findet man in den Lebensphasen zwischen 50 und 80, und auch danach kann man noch mit einer guten Lebensqualit\u00e4t rechnen.<\/p>\n<p>Diese grunds\u00e4tzliche Einsch\u00e4tzung der Lebensqualit\u00e4ts-Entwicklung im Verlaufe der verschiedenen Lebensphasen h\u00e4ngt nicht davon ab, ob man diese Phase aus eigener Erfahrung kennt, oder ob sie noch vor einem liegt, weshalb man \u201enur\u201c eine sch\u00e4tzungsweise Projektion machen kann. Wohl gibt es kleinere Unterschiede zwischen Erfahrenden und Projizierenden, doch f\u00fcr das jeweilige Gesamtbild macht das kaum etwas aus.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Zeitvergleich: Zwischen der Ergebnissen von 2007 und jenen von 2010 gibt es kleinere Abweichungen. Doch die grunds\u00e4tzliche Einsch\u00e4tzung hat sich in den dazwischen liegenden drei Jahren nicht ver\u00e4ndert: Wenn es um Lebensqualit\u00e4t geht, kommt das Beste erst nach f\u00fcnfzig. Und bleibt dann ziemlich lange.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><em>Fazit: Lebensqualit\u00e4t kann nicht nur reifen, sie tut es auch tats\u00e4chlich. Und wird dadurch besser. Die alten Vorurteile, wonach es mit der Lebensqualit\u00e4t nach f\u00fcnfzig nur noch bergab gehe, sind damit widerlegt. Reife Lebensqualit\u00e4t existiert. Und wie!<span style=\"color: #000000; font-style: normal; font-weight: normal;\">\u00a0<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/lebensphasen-kl.jpg\" alt=\"lebensphasen-kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Reife Lebensqualit\u00e4t ist machbar, Frau Nachbar!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-180","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=180"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/180\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}