{"id":179,"date":"2010-04-02T10:26:02","date_gmt":"2010-04-02T10:26:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=179"},"modified":"2010-04-02T10:26:02","modified_gmt":"2010-04-02T10:26:02","slug":"ueber-reife-und-reifung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=179","title":{"rendered":"\u00dcber Reife und Reifung"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reifereifung.jpg\" alt=\"reifereifung\" width=\"364\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Reife ist der Kern einer neuen positiven Sicht des \u00e4lter Werdens<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\"><em><em>Erlebt man das eigene \u00e4lter Werden tats\u00e4chlich als Reifung? Was denkt man grunds\u00e4tzlich \u00fcber die Begriffe Reife und Reifung? Und welche Werte werden mit Reife assoziiert? Wenn wir die Chancen von Reifender Lebensqualit\u00e4t kennen lernen wollen, m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst dem ersten Teil dieses Doppelbegriffs widmen.<\/em><\/em><\/p>\n<p><strong class=\"wichtig\">Die eigene Haltung zum \u00e4lter Werden<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>\u00c4lter werden und altern hatten bisher einen ausgesprochen schlechten Ruf. Das Alter galt als Lebensphase, die von Abbau und Defiziten gepr\u00e4gt ist \u2013 also nichts, worauf man sich freuen konnte. Eine neue Sicht des \u00e4lter Werdens als Basis einer neuen Alterskultur muss diese negative Bewertung \u00fcberwinden und durch ein positiveres Verh\u00e4ltnis ersetzen. Die Frage stellt sich, ob dieser Prozess bereits in Gang gekommen ist.<\/p>\n<p>Nun ist allerdings davon auszugehen, dass Menschen, die sich an einer Befragung \u00fcber Reife Lebensqualit\u00e4t beteiligen, diesen Bewusstseinswandel bereits vollzogen haben, denn jemand, der das \u00e4lter Werden \u00fcberwiegend negativ sieht, kann schon mit dem Begriff reife Lebensqualit\u00e4t vermutlich wenig anfangen. Die Antworten auf die Frage nach der Haltung zum eigenen \u00e4lter Werden sind deshalb kaum repr\u00e4sentativ, doch auch sie bilden das Meinungsspektrum der eminent wichtigen meinungsbildenden Avantgarde der Gesellschaft ab und sind deshalb ein Hinweis darauf, wohin sich der Mainstream des \u00f6ffentlichen Bewusstseins entwickeln wird.<\/p>\n<p>In dieser Avantgarde ist die klassische negative Haltung zum eigenen \u00e4lter Werden fast ausgestorben. Praktisch niemand mehr sagt hier <em>Ich hasse es und tue deshalb alles, um es wenigstens zu verlangsamen. <\/em>Anti-Aging im verbissenen Sinne ist hier also kein Thema mehr.<\/p>\n<p>Vielmehr teilt sich die meinungsbildende Avantgarde in die zwei fast gleich grossen Lager der eindeutig positiv zum eigenen \u00e4lter Werden Eingestellten und der dazu gem\u00e4ssigt positiv eingestellten. Diese beiden Haltungen wurden wie folgt formuliert:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; eindeutig positiv: <em>Ich erlebe es (das eigene \u00e4lter Werden) als positiv und freue mich auf die n\u00e4chsten Schritte<\/em><\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; gem\u00e4ssigt positiv: <em>Ich akzeptiere es als unvermeidlich und versuche, das Beste daraus zu machen<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-altern.jpg\" alt=\"rlq-altern\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Ein Vergleich der Befragungsergebnisse von 2010 mit solchen von 2007 zeigt, dass sich an dieser Meinungsverteilung praktisch nichts ge\u00e4ndert hat \u2013 zu beiden Zeitpunkten sind die beiden Lager etwa gleich gross. Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Vergleich der verschiedenen Altersgruppen: Signifikante Unterschiede sind <em>nicht<\/em> auszumachen, die Haltung zum eigenen \u00e4lter Werden ver\u00e4ndert sich also im Verlauf eben dieses Prozesses nicht.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Statt der eigenen Erfahrungen beeinflusst offenbar ein anderer Faktor die Haltung zum \u00e4lter Werden, n\u00e4mlich die grunds\u00e4tzliche Haltung zum Leben, messbar daran, wie optimistisch man die eigene Zukunft sieht. Ihren Optimismus-Grad dr\u00fccken die Befragten mit einer Zahl zwischen 1 und 100 (H\u00f6chstwert) aus. Vergleicht man nun die Optimismus-Durchschnittswerte der eindeutig Positiven mit&nbsp; jenen der nur gem\u00e4ssigt Positiven, so ergibt sich tats\u00e4chlich ein ausgepr\u00e4gter Unterschied: Bei den gem\u00e4ssigt Positiven betr\u00e4gt dieser Wert 70, bei den eindeutig Positiven dagegen 82. Wer dem eigenen \u00e4lter Werden gegen\u00fcber klar positiv eingestellt ist, hat also auch generell dem eigenen Leben gegen\u00fcber eine positivere, optimistischere Grundhaltung \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass das Lager der grunds\u00e4tzlich Skeptischen wohl nie davon \u00fcberzeugt werden kann, das eigene \u00e4lter Werden klar und eindeutig positiv zu sehen und zu werten, denn grunds\u00e4tzlicher Pessimismus oder Optimismus geh\u00f6ren zur individuellen Grundausr\u00fcstung, die sich kaum ver\u00e4ndern l\u00e4sst. Doch auch auf der gem\u00e4ssigt positiven Haltung, das Unvermeidliche zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, l\u00e4sst sich eine neue Alterskultur aufbauen.<\/p>\n<p><strong class=\"wichtig\" style=\"font-weight: bold;\">Meinungen \u00fcber Reife und Reifung<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wenn die \u00fcberholten Stereotype \u00fcber das \u00e4lter Werden aus den K\u00f6pfen der Menschen verschwinden sollen, braucht es \u00fcberzeugende und attraktive Alternativen. Seit geraumer Zeit vertreten wir die Ansicht, diese Alternative best\u00fcnde in den Begriffen der Reife bzw. Reifung. Um diese These zu best\u00e4tigen, haben wir den Befragten eine Reihe von Meinungen zu Reife und Reifung vorgelegt und sie gebeten, jede dieser Meinungen danach einzustufen, wie sehr man damit einverstanden ist.<\/p>\n<p>Da dieselbe Frage bereits im Jahr 2007 gestellt wurde, k\u00f6nnen wir auch hier vergleichen. Der \u00dcbersichtlichkeit halber beschr\u00e4nken wir uns bei diesem Vergleich auf die Meinungen mit der h\u00f6chsten Zustimmungsrate. Dabei zeigt sich, dass die Unterschiede so gering ausfallen, dass sie auch zuf\u00e4lliger Natur sein k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Die Meinungen zu Reife und Reifung sind offensichtlich stabil und ver\u00e4ndern sich \u2013 zumindest kurzfristig \u2013 kaum.<\/p>\n<p>Was aber sind die zentralen Inhalte dieses Meinungsspektrums?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifemein1.jpg\" alt=\"rlq-reifemein1\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Gem\u00e4ss unserer Befragung erfahren diese Elemente grossmehrheitliche Zustimmung:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Sein eigenes Leben als Prozess der Reifung zu betrachten, bedeutet einen Zuwachs an Orientierung, Identit\u00e4t und Sinn<\/em>. In unseren modernen Zeiten sind Orientierung, Identit\u00e4t und Sinn knappe und entsprechend wertvolle Ressourcen. Die Idee der Reifung kann diese Ressourcen offenbar ideal liefern. <em>Orientierung:<\/em> Ich bin unterwegs in Richtung Reife. <em>Identit\u00e4t:<\/em> Ich reife, also bin ich. <em>Sinn:<\/em> Reifung ist ein sinnvoller und sinnstiftender Prozess. Wir Menschen sind frei darin, wie wir unser Leben interpretieren wollen. Wenn wir das Interpretations-Muster Reifung w\u00e4hlen, erschliessen wir damit wertvolle Ressourcen.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Zunehmende Reife macht das \u00e4lter Werden wertvoller<\/em>. Dass das Altern auf machen Gebieten tats\u00e4chlich einen Abbau beinhaltet, l\u00e4sst sich kaum \u00fcbersehen. Umso wichtiger ist es, den Blick auch auf Zuwachs-Potenziale zu richten. Reifung geh\u00f6rt offensichtlich dazu, denn sie f\u00fchrt zu zunehmender Reife. Und diese macht das \u00e4lter Werden tats\u00e4chlich wertvoller. Meinen jedenfalls unsere Befragten in ihrer grossen Mehrheit.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>\u00c4lter werden wir von allein, reifer nicht<\/em>. Reifung, so viel ist den meisten Befragten klar, kommt nicht von alleine. Sie f\u00e4llt einem nicht wie ein Geschenk in den Schoss, sondern erfordert eigenen aktiven Einsatz. Das mag unbequem klingen, doch es macht unsere Reifung auch wertvoller, weil wir das, wof\u00fcr wir uns angestrengt haben, h\u00f6her sch\u00e4tzen als das, was uns einfach zuf\u00e4llt.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Reife ist nicht direkt mit Alter gekoppelt, aber die Erfahrungen des \u00e4lter Werdens helfen bei der Reifung<\/em>. Im ersten Teil wird eine Binsenwahrheit best\u00e4tigt: Reife ist keineswegs ausschliesslich eine Frage des Alters, und, wie wir bereits gesehen haben, kommt sie auch nicht automatisch mit dem \u00e4lter Werden. Umgekehrt gibt es jedoch sehr wohl einen Zusammenhang, weil Reifung auf Erfahrungswissen basiert. Mit zunehmendem Alter steigt also nicht die Gewissheit der Reifung, wohl aber deren Wahrscheinlichkeit.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Reifung verbessert die Lebensqualit\u00e4t entscheidend<\/em>. Hier treffen wir zum ersten Mal auf die Verbindung von Reifung und Lebensqualit\u00e4t. Und der Zusammenhang ist offenkundig gegeben: Lebensqualit\u00e4t wird durch Reifung besser. Wir alle m\u00f6chten eine bessere Lebensqualit\u00e4t. Reifung ist offenbar ein Schl\u00fcssel dazu.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Reife ist der Kern einer neuen, positiveren Sicht des \u00e4lter Werdens<\/em>. Die Befragten best\u00e4tigen hier unsere These: Die Idee von Reifung und Reife ist tats\u00e4chlich als Alternative zu den negativen Altersbildern geeignet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifemein2.jpg\" alt=\"rlq-reifemein2\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Reife ist das lohnendste Ziel von Lebensgestaltung und Lebenskunst<\/em>. Wir alle sind im Zuge der Individualisierung immer mehr zu freien und eigenverantwortlichen Gestaltern unseres Lebens geworden, und dazu ist die F\u00e4higkeit zur Lebenskunst (die eigentlich weniger eine Kunst als vielmehr ein Kunsthandwerk ist) unentbehrlich. Lebensgestaltung und Lebenskunst aber brauchen Orientierung, brauchen eine Richtung, ein Ziel. Und genau daf\u00fcr eignet sich der Wert Reife offensichtlich bestens.<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Die Vorteile der Reifung k\u00f6nnen die Nachteile des \u00e4lter Werdens mehr als aufwiegen<\/em>. Die Zustimmung zu dieser Meinung ist zwar schon etwas tiefer, doch immer noch deutlich. Best\u00e4tigt wird einmal mehr, wie attraktiv die Idee der Reifung ist: Sie kann zu einer positiven Gesamtbilanz des \u00e4lter Werdens f\u00fchren. Was wiederum dazu f\u00fchrt, dass wir uns insgesamt auf das \u00e4lter Werden freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit den Meinungen, Reife sei nichts anderes als ein Marketing-Trick, mit dem man das l\u00e4stige Alter schmackhaft machen wolle, oder Reife erinnere fatal an \u00dcberreife\u201c und damit an Verfall und Tod, ist jeweils eine grosse Mehrheit nicht einverstanden. Was das insgesamt sehr positive Bild von der Begriffen Reife und Reifung noch einmal eindr\u00fccklich abrundet.<\/p>\n<p>Sind die Meinungen zu Reife und Reifung altersabh\u00e4ngig? Die Auswertung der Antworten nach Altersgruppen zeigt: Nur schwach, und ohne klare und einheitliche Tendenz. Zwar gibt es kleine Unterschiede, doch diese k\u00f6nnen auch zuf\u00e4llig sein und widersprechen nicht dem Gesamtbild: Reife und Reifung sind in allen Altersgruppen tats\u00e4chlich eine \u00fcberzeugende und attraktive Alternative zu den \u00fcberholten negativen Bildern und Vorstellungen vom \u00e4lter Werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifemein-alter.jpg\" alt=\"rlq-reifemein-alter\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p><strong class=\"wichtig\" style=\"font-weight: bold;\">Was sind reife Werte?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Reife ist ein Wert, der verschiedene einzelne Werte gleichsam b\u00fcndelt. Welches aber sind die Werte, die zusammen den \u00fcbergeordneten Wert Reife bilden? Wir haben so gefragt:<\/p>\n<p><em>Wenn Sie ein Set von \u201ereifen Werten\u201c zusammenstellen m\u00fcssten: Welche w\u00fcrden unbedingt dazu geh\u00f6ren? (Vorlage einer Liste)<\/em><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifewerte.jpg\" alt=\"rlq-reifewerte\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/em><\/p>\n<p>Zwei Werte dominieren die so entstandene Rangliste der reifen Werte ganz klar mit Nennungen von \u00fcber 80 Prozent, n\u00e4mlich<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; innere Ruhe und Ausgeglichenheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gelassenheit<\/p>\n<p>Die Aussage ist klar: Reife ist prim\u00e4r eine Frage der eigenen Geistes- und Seelenverfassung. Das wird best\u00e4tigt von jenen Werten, die auf den n\u00e4chsten Pl\u00e4tzen der Rangliste mit Nennungen zwischen rund 60 und rund 70 Prozent auftauchen:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zufriedenheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Authentizit\u00e4t<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lebensqualit\u00e4t<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klar zu wissen, was einem gut tut<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Weisheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bescheidenheit, Demut<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist hier sicher die enge Koppelung zwischen Reife und Zufriedenheit. Und insgesamt ergibt sich ein klares Bild des Sets von jenen reifen Werten, die nach Meinung einer deutlichen Mehrheit unbedingt auf die Liste geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nur beschr\u00e4nkt gilt dies f\u00fcr diese Werte, sie auf Nennungen von etwa 50 Prozent kommen:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Optimismus<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Souver\u00e4nit\u00e4t<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klar zu wissen, was man will<\/p>\n<p>\u201eKlugheit\u201c und \u201eAbgekl\u00e4rtheit\u201c sind Werte, die nur f\u00fcr klare Minderheiten reife Werte sind.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sind hier sicher die massiv zu nennenden Unterschiede beim Vergleich mit den Antworten auf eine identische Frage aus dem Jahr 2007. Eine plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Unterschiede haben wir leider nicht. Allerdings gibt es eine einheitliche Tendenz: Fast alle getesteten Werte bis auf die beiden ersten werden deutlich weniger oft ausgew\u00e4hlt, was bedeutet, dass die relative Rangfolge sich kaum ver\u00e4ndert. Mit einer Ausnahme: Die Nennungen f\u00fcr den Wert \u201eBescheidenheit, Demut\u201c sind fast identisch. Die relative Bedeutung dieses Werts im Set der reifen Werte hat also zugenommen \u2013 vermutlich eine Folge davon, dass er im Gefolge der Finanzkrise ohnehin eine deutliche Aufwertung erfahren hat.<\/p>\n<p>Insgesamt bleiben die Vorstellungen davon, was reife Werte sind, also im Laufe der Jahre ziemlich stabil. Wie aber steht es mit dem Wandel dieser Vorstellungen im Laufe der pers\u00f6nlichen Lebensentwicklung? Hat die Lebensphase, in der man gerade steckt, einen Einfluss darauf, was man sich unter reifen Werten vorstellt? Die Antwort ist ein klares Ja. Die Auswertung nach Altersgruppen zeigt teilweise sehr deutliche Unterschiede, wobei diese nicht immer dieselbe Tendenz aufweisen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifewerte-alter1.jpg\" alt=\"rlq-reifewerte-alter1\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Mit zunehmendem Alter steigt demnach die Bedeutung dieser reifen Werte:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; innere Ruhe, Ausgeglichenheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gelassenheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zufriedenheit<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lebensqualit\u00e4t<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Optimismus<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klar zu wissen, was man will<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klugheit<\/p>\n<p>Umgekehrt sinkt mit zunehmendem Alter die Bedeutung dieser reifen Werte:<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Authentizit\u00e4t<\/p>\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Klar zu wissen, was einem gut tut<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/rlq-reifewerte-alter2.jpg\" alt=\"rlq-reifewerte-alter2\" width=\"640\" height=\"393\" \/><\/p>\n<p>Bei den restlichen Werten gibt es keinen klaren linearen Zusammenhang mit den Altersgruppen.&nbsp; Klar feststellbar ist jedoch, dass sich die Vorstellungen davon, was reife Werte seien, beim Durchgang durch die verschiedenen Lebensphasen ver\u00e4ndern. So lange es um die generelle Haltung zu Reife und Reifung geht, unterscheiden sich die Altersgruppen kaum. Wenn es jedoch konkreter wird, m\u00fcssen wir offensichtlich unbedingt zwischen den Altersgruppen differenzieren und uns bewusst werden, dass wir nicht immer vom selben reden, wenn wir \u00fcber Reife sprechen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em class=\"wichtig\" style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Fazit:&nbsp;Auch pers\u00f6nlich wird das eigene \u00e4lter Werden zunehmend akzeptiert, ja voll bejaht. Dabei spielt die Idee der Reifung eine Schl\u00fcsselrolle. Reife wird tats\u00e4chlich zum Kern einer neuen, positiven Sicht des \u00e4lter Werdens. Rund um den attraktiven Schl\u00fcsselwert Reife gruppieren sich einzelne reife Werte, vor allem innere Ruhe und Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Zufriedenheit, Authentizit\u00e4t, Lebensqualit\u00e4t, klar zu wissen, was einem gut tut, Weisheit sowie Bescheidenheit und Demut.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/LQ-Sphaeren\/reifereifung-kl.jpg\" alt=\"reifereifung-kl\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Reife ist der Kern einer neuen positiven Sicht des \u00e4lter Werdens<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}