{"id":121,"date":"2010-01-22T11:41:19","date_gmt":"2010-01-22T11:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spirit.ch\/wordpress\/?p=121"},"modified":"2010-01-22T11:41:19","modified_gmt":"2010-01-22T11:41:19","slug":"strategie-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/?p=121","title":{"rendered":"Strategie Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/ce.jpg\" alt=\"ce\" width=\"173\" height=\"364\" \/><\/p>\n<p> <span class=\"Titel3rot\">Vortrag von Christian Engweiler bei den Angestellten Schweiz<\/span> <\/p>\n<p class=\"Stil28\">In der Ausgabe 6 vom November 2009 von &#8222;<a href=\"http:\/\/www.angestellte.ch\/apunto-mitgliederzeitschrift\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Apunto<\/a>&#8222;, dem Magazin der Angestellten Schweiz, erschien dieser Bericht \u00fcber das Referat von Christian Engweiler an der Tagung dieser Vereinigung vom 23. Oktober 2009 in Wil\/SG.<\/p>\n<p class=\"Titel2\">Nachhaltigkeit als Strategie f\u00fcr die Zukunft<\/p>\n<p><em>Konsumenten haben durch ihr Konsumverhalten wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Produzenten, als sie glauben.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr den Begriff \u00abNachhaltigkeit\u00bb gibt es unz\u00e4hlige Definitionen. Oft verwendet wird diejenige der Brundtland-Kommission: \u00abNachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, welche die Bed\u00fcrfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zuk\u00fcnftige Generationen ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse nicht befriedigen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit bewegt sich in den Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und, nicht zu vergessen, Wirtschaft. Nachhaltig\u00adkeit muss sich also f\u00fcr Unternehmen immer auch rechnen.<\/p>\n<p>Der Begriff Nachhaltigkeit ist heute bei den Menschen, gerade bei den konsumieren\u00adden Menschen, angekommen. Wie verhalten sich aber Konsumenten, wenn sie auf Produ\u00adzenten oder H\u00e4ndler im Sinne der Nachhal\u00adtigkeit einwirken wollen? Wie viele Konsu\u00admenten tun dies und wie stark? Auf diese Fra\u00adgen habe ich Antworten gesucht. Dazu habe ich vor gut einem Jahr in der Schweiz, in Deutschland und \u00d6sterreich Konsumenten und Unternehmen befragt. Ausgewertet wur\u00adden 542 Fragebogen von Konsumenten (zwei Drittel M\u00e4nner, ein Drittel Frauen) und 38 von Unternehmen. Die Resultate habe ich ausgewertet und in einer Studie vorgestellt.<\/p>\n<p>I<strong>mmer mehr Menschen konsumieren strategisch<\/strong><\/p>\n<p>Konsum, welcher der Nachhaltigkeit ver\u00adpflichtet ist, bezeichne ich in der Studie als \u00abstrategischen Konsum\u00bb. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er bewusst ist, dass abwo\u00adgen wird zwischen Konsum oder Nicht-Kon\u00adsum, dass bewusst entschieden wird f\u00fcr Pro\u00addukte mit sozialen und \u00f6kologischen Stan\u00addards und dass \u00f6kologisch und sozial nach\u00adhaltige Unternehmen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Die meisten Konsumenten, das hat die Umfrage ergeben, sind stark oder sehr stark daran interessiert, mit ihren Konsumentschei\u00addungen zu einer besseren Welt beizutragen. Fast die H\u00e4lfte gibt an, oft strategisch zu kon\u00adsumieren&#8216;. Rund ein Drittel tut dies gelegent\u00adlich und nur wenige nie. Dabei sind die Frauen beim strategischen Konsum etwas konsequenter als die M\u00e4nner. Der Bildungs\u00adstand hingegen hat wenig Einfluss, ebenso das Alter. Strategische Konsumenten lassen sich also nicht nach einer einheitlichen Typologie einordnen. Sie sind darum f\u00fcr die klas\u00adsischen Marktbearbeitungsstrategien eine Knacknuss.<\/p>\n<p>Konsumenten verhalten sich, was wenig \u00fcberrascht, besonders in den Bereichen Lebensmittel, Haushaltger\u00e4te und Mobilit\u00e4t strategisch. Immerhin an vierter Stelle steht der Energiebezug. Kaum eine Rolle spielt strategischer Konsum bei der IT sowie der Bekleidung.<\/p>\n<p>Der wichtigste Grund, strategisch zu konsumieren, ist die Entlastung der Umwelt, \u00fcberraschend gefolgt von der Bevorzugung<\/p>\n<p>von regionalen Anbietern. An dritter Stelle stehen faire Arbeitsbedingungen. Im Weite\u00adren sind strategische Konsumenten bereit, vorbildliche Unternehmen zu belohnen &#8211; sie tun dies lieber, als schlechte Unternehmen zu bestrafen.<\/p>\n<p><strong>Der Einfluss der strategischen Konsumenten steigt<\/strong><\/p>\n<p>Die befragten Konsumenten sch\u00e4tzen den Einfluss der strategischen Konsumenten auf die Marketingentscheidungen der Anbieter als mittelm\u00e4ssig bis gering ein, die Unterneh\u00admen h\u00f6her. Beide gehen aber davon aus, dass er in zehn Jahren zugenommen haben wird. Ein \u00e4hnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach dem Anteil der strategischen Konsu\u00admenten in der Bev\u00f6lkerung. Die Mittelwerte der Sch\u00e4tzungen zeigen, dass die Unterneh\u00admen den Anteil heute und in zehn Jahren zum Teil wesentlich h\u00f6her einsch\u00e4tzen und dieser Zielgruppe damit einiges mehr an Bedeutung beim messen als die Konsumenten selber. Diese sch\u00e4tzen den Anteil heute auf knapp 17%, in zehn Jahren auf knapp 29%.<\/p>\n<p>Welche Informationen sind den strategi\u00adschen Konsumenten im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit wichtig? Zuerst einmal wollen sie wissen, ob im Produkt Pestizide, Gen\u00adtech oder Nanopartikel drin sind. Dann inter\u00adessiert sie der Ruf des Unternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeit. Als Drittes schauen sie auf Labels (Umwelt, Fair Trade). Weniger wichtig sind Dialogangebote an den Konsumenten.<\/p>\n<p>Die Informationen holen sich die Konsu\u00admenten nicht etwa prim\u00e4r im Internet ab, son\u00addern am liebsten am Verkaufspunkt. Am zweit\u00adwichtigsten sind Messergebnisse, die in Kon\u00adsumentenmagazinen und -sendungen publi\u00adziert werden. Darauf folgen die Fachmagazine.<\/p>\n<p>Einfach auffindbare Informationen zu den Produkten k\u00f6nnen den strategischen Konsum f\u00f6rdern, ebenso wie standardisierte Kriterien f\u00fcr Nachhaltigkeit. Weniger gefragt sind Informationen vom Staat.<\/p>\n<p>Nachweislich falsche Informationen zum Thema Nachhaltigkeit w\u00fcrden einen grossen Teil der Konsumenten abhalten, das Produkt zu kaufen. Auch wenn die Anbieter den Mund zu voll nehmen, greift der strategi\u00adsche Kunde nicht mehr gerne zu.<\/p>\n<p>Vorbildlich in Sachen Nachhaltigkeit sind in der Schweiz nach Einsch\u00e4tzung der Befragten Coop, Migros, Max Havelaar, Switcher und WWF. Negativ bewertet wer\u00adden Nestle, Aldi, Coca-Cola, UBS und Lid!.<\/p>\n<p><strong>Warum sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt<\/strong><\/p>\n<p>Aus den Resultaten der Befragung l\u00e4sst sich schliessen, dass das Thema Nachhaltigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit beim Konsum immer wichtiger werden wird.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften gibt es viele &#8211; sie ergeben sich aus den Bezie\u00adhungen zu den Anspruchsgruppen von Organi\u00adsationen. Bei den Mitarbeitern sind zum Bei\u00adspiel Bildung, Sicherheit (inklusive Arbeits\u00adplatzsicherheit!) und Innovation ein Thema. Bei Kunden, Aktion\u00e4ren, Gesch\u00e4ftspartnern, Regierungen etc. ist das Image sehr wichtig.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit wird in der Zukunft auch in der Kapitalbeschaffung auf dem Finanzmarkt eine immer gr\u00f6ssere Rolle spielen. Pensionskassen investieren ihre Gelder bei\u00adspielsweise immer mehr nach nachhaltigen Kriterien. Ebenfalls steigt die Attraktivit\u00e4t eines nachhaltigen Arbeitgebers bei der Per\u00adsonalrekrutierung. Die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden steigt durch eine erh\u00f6hte Identifikation und hat damit Einfluss auf Fluktuation und Krankheitstage.<\/p>\n<p>Ein vermiedener Skandal im Nachhaltig\u00adkeitsbereich spart viele Kosten zur Wieder\u00adherstellung des Images und beugt Konsumen\u00adtenboykotten vor &#8211; ist also eine Strategie zur Vermeidung von Risiken.<\/p>\n<p>Durch Energie- und Rohstoffeinsparun\u00adgen l\u00e4sst sich viel Geld sparen. Irgendwann wird neben dem \u00d6l auch das Uran knapp und die Energiekosten werden ins Unermess\u00adliche steigen.<\/p>\n<p>Schliesslich wissen wir nicht, wie viel CO-Zertifikate in der Zukunft kosten wer\u00adden. Durch Investitionen in Nachhaltigkeit lassen sich in diesem Bereich Wettbewerbs\u00advorteile erarbeiten.<\/p>\n<p><em>Referat Christian Engweiler, MBA, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Aloja GmbH<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/stories\/diverse\/ce-kl.jpg\" alt=\"ce-kl\" width=\"62\" height=\"131\" \/><\/p>\n<p>Vortrag von Christian Engweiler bei den Angestellten Schweiz<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-121","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=121"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.spirit.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}