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Von Thailand und anderen Abenteuern

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Grenzen des Wachstums

»Was ist, wenn die Nachfrage nach unserem Angebot, das auf drei Säulen ruht, unsere Kapazitäten übersteigt? Stellen wir dann neue Leute an?« Engweiler und Giger haben sich diese Frage gestellt, als sie noch rein hypothetisch war. Und sind damit heute, wo sie schneller als erwartet aktuell geworden ist, gerüstet. Ihre Grundhaltung lautet: Wir sind offen für Wachstum. Aber nur mit Mass und in Grenzen. Wenn zusätzliche inhaltliche Kompetenz gefragt ist, arbeiten wir gerne mit neuen Köpfen zusammen, am liebsten mit solchen, die wir über die Plattform gefunden haben. Aber nicht im Angestelltenverhältnis, sondern durch Vernetzung mit Selbständigen.

Und auch das nicht unbegrenzt. Die Sache muss überschaubar bleiben. Das Limit setzt die Zahl der Zimmer im Landgasthof, zu der Gigers Wohnung gehört: Sieben. Mehr passen nicht in das Netz, schliesslich muss man sich von Zeit zu Zeit ja auch leibhaftig versammeln. Und da es dafür keinen besseren Ort gibt als die Heimat von spirit.ch, und da es im Dorf keinen anderen Gasthof gibt, haben eben nicht mehr Leute Platz.

Zudem wollen die Gründer weiterhin besonderes Augenmerk auf den Open-Source-Teil von spirit.ch richten und sich nicht um Gewinnmaximierung kümmern. Von den Überschüssen aus der kommerziellen Tätigkeit wird ein Teil natürlich in die Plattform investiert. Sich selbst und ihren Mitarbeitern wollen und können sie heute anständige Löhne zahlen, bereichern wollen sie sich dagegen an der Plattform nicht. Bleibt nach alledem noch etwas übrig, wird dieses Geld gemeinnützigen Zwecken zugeführt – welchen, können die Mitglieder des Trägervereins entscheiden.

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Investoren entscheiden über Evolutionsgeschichte

Darüber liessen die beiden Herren nie mit sich reden. Was die Suche nach potenziellen Investoren nicht gerade leichter machte, schloss es doch Renditemaximierung als Anlagemotiv aus. Wer mehr wollte als die vom Chef der kleinsten deutschen Bank als Obergrenze für eine anständige Verzinsung des eingesetzten Kapitals definierten fünf Prozent, kam als Investor nicht in Frage. Wer dagegen von einem Investment auch immaterielle Werte wie etwa Sinn und ethische Befriedigung erwartet, schon.

An dieser Stelle gabelt sich der Verlauf unserer Geschichte. In der einen Version finden sich in einer frühen Phase solche Investoren und ermöglichen es damit den Gründern, sich mit einem sicheren, wenngleich bescheidenen Einkommen im Rücken voll auf den Aufbau von spirit.ch und auf die Nutzung der damit verbundenen kommerziellen Potenziale zu konzentrieren. Was die Erfolgsgeschichte von spirit.ch entsprechend beschleunigt und rasch zur vollständigen Eigenfinanzierung führt.

In der zweiten Version finden sich keine solchen Investoren, was die Gründer dazu zwingt, sich andere Einkommensquellen zu erschliessen. Deshalb können sie nur begrenzte Ressourcen in die Evolution von spirit.ch investieren, was dessen Entwicklung entsprechend verlangsamt.

Aufgeben kommt für Christian Engweiler und Andreas Giger allerdings auch in dieser Version der Evolutionsgeschichte von spirit.ch nicht in Frage. Sie halten an ihrer Vision einer auch finanziell tragfähigen Plattform zur Schaffung und Verbreitung von Lebensqualitäts-Wissen fest. Genau so übrigens wie an ihrem Logo, das zwar eine lange Vorgeschichte hat, in einem ersten Test allerdings auch alles andere als überragend abschnitt.

Wie schweizerisch ist spirit.ch?

Man sagt Schweizern eine gewisse Starrköpfigkeit, ja Sturheit nach, und im Appenzellerland seien diese Eigenschaften, glaubt man der Legende, noch einmal ausgeprägter zu finden. Giger und Engweiler sind heute, da sich ihre Vision weitgehend erfüllt hat, froh darüber, dass sie dieses Beharrungsvermögen hatten. Genau so froh wie darüber, dass sie bei ihrer Plattform von Anfang mit Internet-Adresse und Logo einen Bezug zur Schweiz hergestellt haben. Nicht nur, weil die Schweiz im deutschsprachigen Ausland einen Sympathie-Bonus geniesst und als ebenso kompetent wie neutral gilt (zu Hause sowieso). Sondern auch, weil sie der festen Überzeugung sind, die Schweiz sei ein idealer Ort, um Impulse für den Wandel vom Lebensstandard zur nachhaltigen Lebensqualität auszusenden. Sie kann es sich leisten, und sie hat in Sachen Lebensqualität schon einiges zu bieten, weshalb sie zum Thema einiges zu sagen hat.

Als ich auf dem Rückweg am Dorfladen vorbei komme, der Feuerwerk zum Schweizer Nationalfeiertag verkauft, wird mir bewusst, dass auch diese Swissness ein Markenzeichen von spirit.ch ist. Es ist eine offene Swissness, die niemanden ausschliesst, sondern alle willkommen heisst, die sich für dieselben Werte interessieren und engagieren. Was nicht besonders überrascht, ist doch die Heimat von spirit.ch Teil des Dreiländerecks aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Ich hätte nicht übel Lust, noch ein Weilchen in dieser spiritmässig anregenden Gegend zu bleiben und die weitere Evolution der Vision von spirit.ch mitzuverfolgen oder gar mitzugestalten. Doch jetzt sind erst mal Sie am Zuge, die Geschichte weiterzuschreiben…

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