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Von Thailand und anderen Abenteuern

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Geschäftsmodelle

Womit wir endlich bei der Frage wären, wie man eigentlich einen solchen kostenlosen „Service public“ finanziert. Eine Frage, vor der die beiden Gründer von spirit.ch damals auch standen. Selbst wenn man alle Out-of-Pocket-Kosten gegen Null reduzierte, blieb ein grosser Brocken zu finanzieren: eine ordentliche Befragungssoftware. Wofür keiner der beiden das nötige Kleingeld besass.

Sponsoren, die sich ein Projekt, das es erst im Planungsstadium gab, überhaupt vorstellen konnten, und die darüber hinaus den Mut hatten, sich für dessen Realisierung zu engagieren, waren so rar wie Ananasbäume in ihrer rauen Heimat, und einen spendierfreudigen reichen Onkel aus Amerika gab es auch nicht. Es herrschte allgemeine Ratlosigkeit.

Bis Christian Engweiler entdeckte, dass es mittlerweile eine sehr leistungsfähige Befragungssoftware gab, die auf dem Open-Source-Prinzip beruhte und frei zugänglich war. Dank seiner in früheren Leben erworbenen Computer-Fähigkeiten (beiden Gründern ist gemeinsam, dass sie eine ziemlich bunte berufliche Patchwork-Laufbahn aufweisen) konnte er sie rasch installieren und bedienen. Womit das letzte Hindernis beseitigt war, um einfach mal loszulegen.

Im vollen Bewusstsein natürlich, dass dies am Anfang nur nach dem Prinzip der Selbstausbeutung funktionieren würde. Denn schliesslich unterhielt sich eine solche Plattform nicht von selbst, nachdem sie einmal eingerichtet war, sie musste ständig mit neuen Fragen und Erkenntnissen gefüttert werden, und das erforderte einen beträchtliche Einsatz an Wissen, Erfahrung, Aufmerksamkeit und vor allem natürlich Zeit. Zeit, die niemand bezahlen wollte oder konnte, auch nicht die reihenweise angefragten Stiftungen, obwohl es sich doch eindeutig um eine gemeinnützige Tätigkeit handelte.

Genau um diesen gemeinnützigen Charakter der Plattform zu betonen, beschlossen die Gründer, dafür einen Trägerverein ins Leben zu rufen. Daraus wurde kein Massenphänomen, aber doch eine engagierte Gemeinschaft, die mit ihren gestaffelten Mitgliederbeiträgen einen nicht ganz unwesentlichen Teil dazu beiträgt, dass die Arbeit der Plattformbetreiber ordentlich bezahlt werden kann.

Da die Trägerschaft aus einem Verein besteht, der zudem in absehbarer Zeit in eine Stiftung überführt werden soll, war eine Gewinnorientierung der Plattform von Anfang an ausgeschlossen. Nicht aber eine gewisse kommerzielle Orientierung. Die Gründer hatten von Beginn weg das erkläre Ziel, mittelfristig mit der Plattform so viele Einnahmen zu erzielen, dass sie davon anständig leben konnten.

Wie sie richtig vermutet hatten, musste die Plattform erst einmal eine gewisse Anlaufszeit überstehen und zur vollen Blüte gelangen, ehe sie für Sponsoren dann doch noch interessant wurde. Heute bildet ein bewusst massvoll dosiertes Sponsoring eine der Finanzierungsquellen von spirit.ch.

Dass das nicht genügen würde, war allerdings auch klar. Also mussten auch direkte Erlöse aus dem Produkt her, das auf der Plattform produziert und vertrieben wurde: Lebensqualitäts-Wissen. Vom individuellen Nutzer konnten diese Erlöse nicht erwartet werden. Ihn etwa für einen Vergleich von Lebensqualitäts-Profilen bezahlen zu lassen, hätte nicht nur dem gemeinnützigen Charakter der Plattform widersprochen, es wäre auch schlicht nicht durchsetzbar gewesen.

Anders sähe es grundsätzlich aus, wenn organisierte Gruppen wie etwa Unternehmen das Lebensqualitäts-Wissen von spirit.ch anzapfen wollten, und zwar vertiefter als auf dem Niveau, das der Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Nicht für die Rohform des Wissens konnte und sollte man eine Rechnung stellen, aber sehr wohl für eine vertiefte, verdichtete, kurzum veredelte Form dieses Wissens. Wobei gelten sollte: Je veredelter, desto teurer. Eine Strategie der zunehmenden Veredelung von Lebensqualitäts-Wissen musste also her.

Eine Art Einstiegsdroge

Am Anfang war das Profil. Oder besser die Idee des Vergleichs von Lebensqualitäts-Profilen. Was für Einzelmenschen interessant und erhellend war, musste das doch auch für Unternehmen, Gemeinden oder Vereine sein: Wie unterscheiden sich die Lebensqualitäts-Profile unserer Kunden, Mitarbeiter, Bürgerinnen und Bürger oder Mitglieder vom Durchschnitt? Oder von den Profilen von Vergleichsgruppen? Nur, wer solches weiss, kann auf die spezifischen Lebensqualitäts-Bedürfnisse und Erwartungen seiner Zielgruppe eingehen.

Solche Profil-Vergleiche erfordern wenig Aufwand. Wenn etwa eine Gemeinde das Lebensqualitäts-Profil ihrer Bürgerinnen und Bürger mit dem Landesdurchschnitt oder mit anderen Gemeinden vergleichen will, braucht sie nur genügend Einwohner über ihre üblichen Kanäle zu motivieren, an der entsprechenden Befragung teilzunehmen. Diese ist weitgehend standardisiert und erfordert nur geringfügige Anpassungen, ebenso wie die Auswertung und Berichterstattung. Das ermöglicht es, für einen solchen Vergleich von Lebensqualitäts-Profilen, plus einiger Fragen zur Bindung an die Gemeinde und zur Zufriedenheit mit ihr, sehr moderate Preise zu verlangen, die heute, je nach Einwohnerzahl, bei einigen tausend Franken pro Gemeinde liegen, was nicht nur die Fallkosten deckt, sondern auch einen ordentlichen Beitrag zur Gesamtkostendeckung liefert.

Zumal nicht nur Gemeinden oder andere politische Körperschaft einen Markt für das Angebot der Profil-Vergleiche bilden, sondern auch Unternehmen, die ihre Stakeholder, insbesondere Kunden und Mitarbeiter, befragen wollen, sowie Vereine, Verbände, NGO’s und ähnliche Vereinigungen, die so ihre Mitglieder und Sympathisanten besser kennen lernen wollen.

Weil die Idee der Vergleiche von Lebensqualitäts-Profilen zwar auf der persönlichen Ebene unmittelbar einleuchtet, nicht aber unbedingt auf der Ebene von Gruppen, hat spirit.ch die ersten einschlägigen Studien bald nach der Gründung buchstäblich verschenkt – um Referenzfälle zu schaffen. Pioniere unter den Gemeinden, Unternehmen und Vereinigungen, die dieses Angebot dankend annahmen, fanden sich in der damaligen Wirtschaftskrise leicht. Und weil die Ergebnisse dieser Fallstudien neu und originell waren, fanden sie auch entsprechende Publicity. Was etliche Interessenten auf den Plan lockte, die sich auf das auch preislich attraktive Angebot einliessen. Heute trägt diese Einnahmequelle etwa einen Drittel zum Gesamtumsatz bei.

Das Prinzip Resonanzgruppe

Wer einmal erfahren hat, wie einfach und zugleich erhellend es sein kann, mit interessierten und engagierten Kunden, Bürgern, Mitarbeitern oder Mitgliedern durch den Einsatz von Befragungsinstrumenten, die sowohl standardisierte Fragen als auch genügend Raum für eigene Beiträge enthalten, in einen virtuellen Dialog zu treten und sie so besser kennen zu lernen, wird diese Erfahrung nicht mehr missen wollen. So lautete die Basisüberzeugung der zweiten Veredelungsstufe.

Wenn Lebensqualität zum Leit-Wert von immer mehr Menschen wird, müssen sich Institutionen aller Art verstärkt fragen, was sie mit der Lebensqualität ihrer Kunden, Mitarbeiter, Bürger oder Mitglieder zu tun haben, und wo und wie sie diese Lebensqualität behindern und fördern. Von wem sollten sie bessere Antworten und Anregungen bekommen als von den Nutzern von spirit.ch, die sich ja erklärtermassen besonders für Lebensqualität interessieren und engagieren?

Die Dienstleistung von spirit.ch besteht darin, diesen Dialog über Lebensqualität zu organisieren und zu moderieren. Dabei gehört es zum Wesen des Dialogs, dass er sich nicht auf ein einmaliges Ereignis beschränkt, sondern permanent geführt wird. Dies ist das Prinzip der Resonanzgruppe, die sich eben nicht nur einmal befragen lässt, sondern immer wieder. Das ermöglicht nicht nur eine breitere und vertieftere Fragestellung, sondern auch Zeitvergleiche.

In den letzten Jahren hat spirit.ch etliche solcher Resonanzgruppen aufgebaut. Der individuelle Aufwand dafür ist natürlich wesentlich grösser als bei einfachen und standardisierbaren Profil-Vergleichen, und entsprechend höher ist das Wertschöpfungspotenzial. Auch dieses Angebot trägt heute etwa einen Drittel zum Gesamtumsatz bei.

Erfahrungswissen

Die logische Steigerung der Veredelung von Lebensqualitäts-Wissen ist die Nutzung jenes Erfahrungswissens, das sich im Laufe vieler Jahre in einem individuellen Kopf angesammelt hat. Bei Giger, mittlerweile etwas über Sechzig, und Engweiler, auch schon Mitte Vierzig, ist diese Wissensquelle sowohl dank der Erfahrungen mit spirit.ch als auch auf Grund ihres Vorlebens gegeben, wobei sich ihre Schwerpunkte ideal ergänzen.

Dieses Erfahrungswissen lässt sich anzapfen. In Form von Vorträgen, Seminaren oder Beratungsmandaten. Wer substantielle Beiträge über Lebensqualitäts-Märkte und dergleichen hören möchte, zahlt dafür auch einen entsprechenden Preis. Noch trägt dieses Angebot nicht ganz einen Drittel zum Gesamtumsatz bei, doch soll dieser Anteil längerfristig auf über die Hälfte steigen.

Lebensqualitäts-Marketing

Die absehbare Entwicklung, wonach Kunden immer stärker nur noch für Angebote Geld ausgeben, die ihnen einen spürbaren Zuwachs auf ihrem Lebensqualitäts-Konto versprechen, rief gebieterisch nach einem eigentlichen Lebensqualitäts-Marketing. Die Plattform spirit.ch leistete zu dieser Entwicklung von Anfang einen relevanten Beitrag, indem sie interessierte Kunden und Marketing-Menschen zusammenbrachte und so einen Vergleich ihrer Sichtweisen von Lebensqualitäts-Marketing ermöglichte.

Um die Ergebnisse dieser Studien in konzentrierter Form zu erfahren, bezahlen heute einige hundert Marketing-Mensche gerne die moderaten Gebühren für einen vierteljährlichen Newsletter. Was ein Beispiel dafür ist, dass sich auch in einer Wissensökonomie Nischen finden lassen, die nach dem Prinzip „Kleinvieh ergibt auch Mist“ kleine, aber nicht unbedeutende Finanzströme erschliessen.

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