Reife Schweiz – Umfrage
2. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- Die ausserordentlich hohe Beteiligung an einer sehr anspruchsvollen Umfrage zeigt, dass die Frage Wie reif ist die Schweizer Politik? bei den reiferen Generationen einen Nerv getroffen hat, und dass sich diese Generationen in der Schweizer Politik verstärkt Gehör verschaffen und sich eine Stimme geben wollen.
- Es handelt sich dabei um die Stimme der reifen Citoyens, also der politisch interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger der Generationen über 50. In der Stichprobe sind naturgemäss Männer und Akademiker übervertreten, doch hat dies im Allgemeinen kaum Einfluss auf die Ergebnisse.
- Der Anteil an generationenspezifischen Anliegen in der Politik wird als „mittelhoch“ eingeschätzt. Deutlich höher liegt dieser Anteil in den Politik-Feldern „Gesundheit“ und „Soziale Sicherheit“.
- Die persönliche Bedeutung der generationenspezifischen Anliegen liegt hoch, und zwar in allen Politik-Feldern. Entsprechend wichtig ist eine stärkere und bessere Vertretung der Interessen reifer Menschen in der Politik.
- Diese hohen Erwartungen sind in der letzten Legislaturperiode nicht eingelöst worden. Und die Erwartungen an die nächste Legislaturperiode sind nicht viel besser.
- Vierzig Prozent der Teilnehmenden finden, keine Partei vertrete die Interessen reifer Menschen gut. Am häufigsten genannt werden die SP vor der CVP und SVP.
- Die reifen Generationen sehen sich mehrheitlich als Bereicherung für die Gesellschaft, glauben jedoch, die Politik nähme sie vorwiegend als Last wahr. Zwischen Selbst– und Fremdbild klafft hier eine enorme Lücke.
- Die reifen Generationen sehen keine zunehmenden Generationenkonflikte voraus, sondern im Gegenteil eine gemeinsame gedeihliche Zukunft.
- Die Meinungen dazu, ob es ein spezielles Gesetz gegen Altersdiskriminierung brauche, sind geteilt, wobei die Frauen und das rot-grüne Lager mehrheitlich dafür sind, Männer und das bürgerliche Lager dagegen.
- Eine verstärkte Beteiligung älterer Menschen an der Politik würde
ndiese nach Meinung der Befragten besonnener, reifer, menschlicher und gelassener machen.
- Zu einer Reifen Politik im Sinne eines bestimmten Politik-Stils gehören ein respektvoller Umgang miteinander, gemeinsame Verantwortung statt Schuldzuweisungen, Offenheit und Lernfähigkeit, allgemeine Interessen stärker zu gewichten als eigene, keine persönlichen Verunglimpfungen sowie zu integrieren statt auszugrenzen.
- Der Bedarf nach solcher Reifer Politik ist ausgeprägt, wird jedoch höchst ungenügend abgedeckt. Und auch die entsprechenden Zukunftserwartungen sind nicht rosig.
- Keine Partei entspricht den Kriterien eines reifen politischen Stils. Hingegen wird die SVP von einer deutlichen Mehrheit als unreife Partei empfunden.
- Die VISION REIFE SCHWEIZ, die auf zehn zentralen Werten beruht, stösst bei der Hälfte der B
befragten auf ungeteilte Zustimmung und hat so gut wie keine Gegner. Das Interesse an ihr und die Bereitschaft, die Vision zu unterstützen, sind hoch.